EkkehartMittelberg wurde 1938 geboren. Er ist von Beruf lange Zeit engagiert als Lehrer tätig gewesen. EkkehartMittelberg kommt aus Hessen (Deutschland). Seine Muttersprache ist Deutsch. Über sich selbst schreibt er:
„Du willst bei Fachgenossen gelten?
Das ist verlorene Liebesmüh.
Was Dir misslingt, verzeihn sie selten,
was Dir gelingt, verzeihn sie nie.“
Oskar Blumenthal
Ich schreibe gerne Aphorismen (siehe unter Gedrucktes mein Buch: „Neue Aphorismen für viele Gelegenheiten von Amüsement bis Zweifel“)
Ein paar von ihnen möchte ich hier vorstellen:
- Der Unterschied zwischen der Relativitätstheorie und rätselhaften Frauen besteht darin, dass sehr kluge Männer die Relativitätstheorie begreifen.
- Kein Chirurg kann das wichtigste Merkmal der Schönheit implantieren: die Anmut.
- Wer keine Fehler macht, macht nichts.
- Viele unterbrechen das Denken, um zu lesen, aber nur wenige das Lesen, um zu denken.
- Wer ständig über die vermeintliche Dummheit anderer räsoniert, schreibt immer auch über sich selbst.
- Leichtfüße gehen über Wolken. Versicherte fallen durch.
- Beim Suchen kann man sich verlieren – Beim Verlieren kann man zu sich finden.
Die Lyrik hat mich seit meiner Schulzeit beschäftigt, aber lange Jahre nur theoretisch. Auf meiner Homepage findet man drei Studien dazu. Seit 6 Jahren schreibe ich selbst Gedichte. (Siehe unter Gedrucktes) Hier drei Beispiele, die mir wichtig sind:
Franz Kafkas Unergründlichkeit
Sonett zum Thema Geheimnis
von EkkehartMittelberg.
Ein ewiges Geheimnis - wir sind blind -
lockt faszinierend wie auch abgrundtief.
Verloren ist, wen dieses einmal rief,
verwirrt, verirrt in einem Labyrinth,
das niemals ausgeleuchtet werden kann,
von numinoser Rätselhaftigkeit.
Den Wahrheitssuchern ist kein Weg zu weit,
doch kommen sie wohl nie ans Ziel heran.
Die Eingangssätze scheinen leicht zu sein,
der Deuter rechnet nicht mit Widerstand,
doch emsig kehren erste Zweifel ein:
Verworfen wird, was er für klar befand.
Bei dieser Sinnessuche gilt allein:
Die Chiffren halten jeder Deutung stand.
© Ekkehart Mittelberg, April 2012
Marburg. Hommage auf Hölderlins "Heidelberg"
Ode zum Thema Schönheit/ Schönes
von EkkehartMittelberg.
Freunde, taucht mit mir ein, ruft Erinnerung wach,
Marburg schauen, und es preisen mit frohem Lied,
Marburg, Lahn überragend,
weithin sichtbar, so imposant.
Sieh, die Kirche, sehr schlank, die aus der Ferne grüßt.
Leicht erhebt sich der Dom, in den Himmel so frei,
mahnt ans Hohe uns Menschen,
die voll Kleinmut und eitel sind.
Schaust vom Schlosse herab, fesselt der Zauber von
Fachwerkgiebeln den Blick, Gässchen verwinkelt schön,
und hinab von dem Rathaus
ruft der Gockel die Stunde auf.
Und ein Weilchen gebannt, halten Besucher ein,
stehen still, wie das Herz, wenn das Blut allzu rasch
drängend, weiterzusehen,
in die Gassen der Stadt dich treibt.
Neue Warte für dich, oben von Spiegelslust [1]
weite Blicke geschenkt, und die Augen sehen
auf den Fluss, und moderne
Häuser rahmen das lieblich’ Bild.
Aber oben am Berg ragt das gigantische,
wettergeprüfte Schloss aus der Idylle Grund,
kaum von Zeiten verändert.
Doch der ewige Wandel gießt
sein verjüngendes Licht über das alternde
Schönheitsbild und umher grünet lebendiger
Efeu; freundliche Farben
leuchten in eine neue Zeit.
Junge Menschen zuhauf, strömen im heitern Tal,
hin zur Zukunft gewandt und noch vertrauensvoll.
Deine belebten Gassen,
jung gebliebene alte Stadt.
1) Marburgs höchster Aussichtspunkt mit Panoramablick
© Ekkehart Mittelberg, Juni 2011
Sisyphus
Gedankengedicht zum Thema Absurdes
von EkkehartMittelberg.
Wieder einmal donnert der Marmorblock
ungestüm zu Tal.
Früher warst du verzweifelt,
wenn er dir entglitten war.
Heute schaust du ihm gelassen nach,
denn du weißt,
dass jetzt der angenehmere Teil deiner Arbeit beginnt.
Du genießt den federleichten Abstieg mit geschickten Schritten,
die du in die Stapfen setzt,
ausgetreten von deinen Füßen in Jahrzehnten.
Du weißt, welche nie endende Mühsal mit dem Felsblock
am Fuße des Berges auf dich wartet.
Deswegen hast du früher ob der absurden Strafe
den unbarmherzigen Zeus verflucht.
Heute lächelst du über ihn;
denn er kriegt dich nicht klein.
Lange Jahre war es eine Schinderei,
heute ist es nur noch schwere Arbeit,
den Marmorblock wieder hoch zu schaffen.
Du weißt genau, wo du zupacken musst,
um die Schwerkraft zu besiegen,
wie du den Koloss schultern musst,
um Luft zum Atmen zu behalten,
wie du die Schritte setzen musst,
um das Gleichgewicht zu bewahren,
in welchem Tempo du aufsteigen musst,
damit der Block nicht vorzeitig zu Tal rollt.
Denn wenn dein Leben schon absurd ist,
soll es eine solide Absurdität sein,
eine, die du im Griff hast und meisterst.
So steigst du heute unendlich trainiert
rhythmisch mit deiner Last bergan.
Nur selten noch rinnt dir der Schweiß in die Augen,
und du hast dich klar sehend
im Gleichmaß des Absurden eingerichtet.
Mit Würde trägst du konzentriert deine Last bergauf.
Nicht Herr deines Schicksals, aber Herr deiner Zeit;
und wenn du, von der Last befreit, absteigst,
lächelst du.
© Ekkehart Mittelberg, Dezember 2012
EkkehartMittelberg hat bei uns bereits 185 Texte veröffentlicht. In seinen Texten aus 29 verschiedenen Genres (u.a. Aphorismen (66), Alltagsgedichte (22), Sonette (21), Gedankengedichte (17) und Gedichte (12)) beschäftigt er sich mit den Themen Lebensbetrachtung (7), Schönheit/ Schönes (6), Erkenntnis (6), Farben (6) und Kritik/ Kritiker (6) (um nur die häufigsten zu nennen) sowie vielen weiteren Themen.
Möchtest Du wissen, was EkkehartMittelberg gerne liest? Dann schau doch mal in seine Favoriten oder in die Liste seiner Lieblingsbücher! Oder wirf mal einen Blick in die Liste der von EkkehartMittelberg abgegebenen Kommentare! Übrigens: Zuletzt (also am 20.06.2013) hat EkkehartMittelberg Lustfarbe von susidie gelesen und kommentiert... |
Meinungen anderer Autoren zu EkkehartMittelberg und seinen Texten:
AronManfeld schrieb am 08.06.2013: "
Wenn ich in deine Augen seh, so schwindet all mein Leid und Weh ..."
- Antwort von EkkehartMittelberg am 08.06.2013: "Merci Aron dafür, dass du mir einmal eine einfache Aufgabe stellst. Ich werde dich nicht aus den Augen lassen.
Zwinkergrüße
Ekki" |
Pocahontas schrieb am 03.06.2013: "
Ekkehart Mittelberg ist ein Gentleman der alten Schule. Als Dichter, Denker und Philosoph besitzt er sowohl einen scharfsinnigen Verstand als auch ein hohes Bildungsniveau. Seine Art, im KV zu agieren, ist einzigartig, denn niemand legt so viel liebenswerten Charme und Höflichkeit an den Tag wie er. Gleichzeitig zeichnet er sich als fantastischer Kritiker aus, der es versteht, auch die Autoren zu motivieren, die sich noch am Anfang ihrer Schreibphase befinden. Ekki ist ein Autor mit Geist und Herz und ganz ohne Starallüren. …und für mich bist du außerdem ein wunderbarer Freund. Herzlichst Sigi"
- Antwort von EkkehartMittelberg am 03.06.2013: "Ich danke dir herzlich dafür, liebe Freundin, dass du mich so charakterisiert hast, wie ich gerne sein möchte. Aber ich weiß, dass viele mit diesem Typus Mensch schlechte Erfahrungen gemacht haben und kann mir mit ein bisschen Fantasie die Gründe denken. Solange ich sie mit meiner altbackenen Höflichkeit nicht verletze, bitte ich sie um Nachsicht." |
Adrian schrieb am 08.04.2013: "
Es gibt Pfauen auf KV, die haben es nicht nötig, das Rad aufzuspannen.
Lese ich Arbeiten von Ekki, dann sind es Arbeiten im Wortsinn, dann spüre ich Recherche und Fliegenaugen auch beim kurzen Text.
Und ich spüre Respekt vor dem Leser und der Sprache.
Wem Fastfood nicht immer schmeckt - EMI lesen."
- Antwort von EkkehartMittelberg am 08.04.2013: "Adrian, ich fühle mich verstanden und das tut gut. Ich danke dir sehr." |
TrekanBelluvitsh schrieb am 16.03.2013: "
Wenn man sein Avatarbildchen betrachtet sieht man bereits den gebildeten, jovialen, tiefgründigen und freundlichen Denker. Und so sind viele seiner Texte auch. Aber man sollte sich nicht täuschen lassen. Er weiß schon ganz genau, was er will und nur weil sein Spott oft nett oder zwischen den Zeilen versteckt daherkommt, bleibt es trotzdem Spott. Mir persönlich ist er etwas zu optimistisch, aber ich mag das, was er schreibt, trotzdem. ;-)"
- Antwort von EkkehartMittelberg am 16.03.2013: "Vielen Dank, Trekan, es stimmt, dass ich zu optimistisch bin. Ich hoffe, dass sich mein "Überschuss" in der Summe aller Stellungnahmen ausgleicht. ;-)))" |
Dieter Wal schrieb am 19.02.2013: "
Wer einen germanistischen Fachbuchautor mit Spezialgebiet deutsche Lyrik in Theorie und Praxis sucht, hätte einen solchen spätestens jetzt gefunden. Wer jedoch einen liebenswürdigen, warmherzigen, großzügigen, umfassend gebildeten, lebenserfahrenen und intelligent gereiften Herren sucht, von dessen einfühlsamer Menschlichkeit, Empathie und Taktgefühl er gerne profitieren möchte, könnte weit mehr finden."
- Antwort von EkkehartMittelberg am 14.06.2012: "Von dem einige mehr erwarten, als er zu leisten imstande ist. Vielen Dank, Dieter" |
loslosch schrieb am 13.02.2013: "
Dieser Autor scheut offene Kritik an fremden Texten und äußert sie, selten genug, im priv. kommentar. wenn er sie offenbart, ist sie dezent verpackt und nur für den insider dechiffrierbar. ich wünsche mir mehr davon."
- Antwort von EkkehartMittelberg am 13.02.2013: "Danke, Lothar, du schreibst: "Ich wünsche mir mehr davon". Dem werde ich folgen und weiterhin meine Kritik "dezent verpacken". Beim Entschlüsseln arbeitet der Kritisierte mit, und die Chance, dass er über die Kritik nachdenkt und sie nicht einfach zurückweist, ist größer." |
Nimbus schrieb am 24.09.2012: "
EkkehartMittelberg ist ein Autor, der Farbe bekennt. Seine Texte sind vielschichtig und feinfühlig gemischt. Der Sinn eines Autors ist es, zum nachdenken anregen zu können und den Leser in andere Welten zu entführen. Beides macht er gekonnt. Dabei durchstreift er jegliche Facette an Emotion. Ein Autor mit einer wahnsinnig großen Farbpalette. Die Kunst am Malen ist es die Farben richtig mischen zu können. Das macht EkkehartMittelberg mit seinen Worten. LG Heike"
- Antwort von EkkehartMittelberg am 24.09.2012: "Danke, Heike, ich freue mich sehr über dieses schöne Kompliment." |
Ältere Meinungen zu EkkehartMittelberg sowie Meinungen von EkkehartMittelberg zu anderen Autoren findest Du auf dieser Seite. |
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