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Leise ist mein BerlinText zum Thema Stadt von bookishasearlgrey.
Leise ist mein Berlin
und es hat Alleen, Büsche, Sträucher, Aufzüge und Straßenlaternen.
Über den Friedhöfen liegt die Ruhe, die man im Park sucht und nur hier findet.
Wenn ich dort küsse und sage, "Hier ist es still",
vergeht sich ein Ghettoblaster mit "Umz Umz" an meinen Herzrhytmusstörungen.
Leise ist mein Berlin
und es gibt Kuchen, Rhabarbersaftschorle und Eiskaffee, der sich in schelmischer Süße als Eisschokolade verkleidet.
Über den Autoabstellplätzen liegt ein Gefühl von zu Hause, das mir näher und härter ist als das Sachte in den Hinterhöfen.
Wenn ich dort stehe und zu einem Fenster hinauf sehe,
streicht mir ein Wind um die Schultern, der mich an die Mülleimer in der Ecke wirklich glauben lässt.
Leise ist mein Berlin
es gibt dich, sie, ihn und mich. Deine Stimme ist weich und klug. Ihre Stimme schmeichelt und neckt. Seine Stimme ist rauh und fest. Meine Stimme flüstert, denn leise ist mein Berlin.
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URL dieses Textes: www.keinVerlag.de/277795.text
| Anmerkung von bookishasearlgrey: KeineHymne |
Kommentare und Diskussionen zu diesem Text
Kommentar von Nuwanda (46) (28.08.2010)
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Kommentar von LudwigJanssen (54) (29.08.2010)
 Ja, eher Hymen als Hymne.
Ich weiß nicht, ob es an mir liegt, oder, was ebenso gut wäre wie möglich ist, von dir so beabsichtigt:
Über den Friedhöfen liegt die Ruhe, die man im Park sucht und nur hier findet.
Wenn ich dort küsse und sage,
lässt bis zum Ghettoblaster offen, ob nun im Park oder auf dem Friedhof geküsst wird, aber nur, weil man gemeinhin annimmt, dass Ghettoblaster auf Friedhöfen nicht zu finden sind.
ein Gefühl von zu Hause finde ich gewagt, nicht wegen des unbestimmten Artikels, sondern ... Ich hätte das Nomen gewählt. Interessant, was du dem Satz über diese Wendung an Inhalt mitgibst.
Gefällt mir. Wie "es" von der Stadt, der empfundenen, zur Person, der empfindenden, zieht und an dem festhält, was Friedhof, Küssen - und wie die Stadt dem Individuum dessen Stille vorenthält - an Bildern evozieren, die sich mir "in dem, was das Individuum der Stadt an gefühlter Stille, Leisigkeit(?) (zurück)gibt" verdichten.
:)
bookishasearlgrey meinte dazu am 29.08.2010:
Das mit dem Hymen war tatsächlich ziemlich frech! Doch erstmal grinste ich.
Nun, über die Stelle mit dem Friedhof habe ich lange nachgedacht. Es soll eigentlich einen Gegensatz geben, hier - der Friedhof, dort - der Park. Das empfindende lyrische Ich hier, jetzt im Friedhof und dort, im Park. Aber wenn man (du) den Ort am Ghettoblaster erkennst, dann finde ich das auch sehr schön. Jede Klärung fand ich jedenfalls bisher sperrig.
Ich mag deine Kommentare übrigens sehr! Bisher lobend, aber nicht oberflächlich, sondern sich wirklich konstruktiv mit Details befassend, sind sie wirklich hilfreich. Danke.
Liebe Grüße,
Regine
...und Deine Meinung zu diesem Kommentar?
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Kommentar von eilika (12.11.2010)
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Kommentar von ues (15.04.2011)
 Ich mag, dass (und wie –) du hier drei Mal vom Allgemeinen zum Besonderen übergehst. So erkenne ich einmal Berlin ansich wieder, aber auch dich in ihm, deinem Berlin. Insofern liefert Berlin dir- und du dem Leser stimmige sowie stimmungsvolle Bilder. >Leise ist mein Berlin / es gibt dich, sie, ihn und mich.< macht mich lächeln. (8
Grüße aus der Nachbarschaft
–ues Sag Deine Meinung zu diesem Kommentar!
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