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WartenGedicht von asche.und.zimt.
Die meisten Menschen finden, du seist zu verschwiegen.
Tatsächlich hört man dich nur selten etwas sagen,
und jedes Wort, aus einer Stille aufgestiegen,
wirkt ungewohnt und scheint sich kaum herauszuwagen.
Du fürchtest, dass die anderen dich nicht verstünden,
und doch stellst du dir vor, sie würden nach den Gründen
deiner Schweigsamkeit aus Sorge um dich fragen.
Und dass sie kämen, dich genauer anzusehen,
nicht länger flüchtig, sondern mit genügend Zeit.
Du selbst hast nicht den Mut, mehr Nähe einzugehen,
doch sind auch sie dazu anscheinend nicht bereit.
So wirst du wohl auch fortan keinem Menschen zeigen,
wonach du Sehnsucht hast, du wirst nur weiter schweigen
über dich, das Hoffen und die Einsamkeit.
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URL dieses Textes: www.keinVerlag.de/313805.text
Kommentare und Diskussionen zu diesem Text

Kommentar von Kontrastspiegelung (04.11.2011)
 Hallo asche.und.zimt,
mir gefällt dein Gedicht. Musste es zwar ein paar mal lesen, weil ich eine extra Interpretation hate. Aber ok.
Stimmt schon wie du das "warten" beschrieben hast, doch gibt es auch eine andere Form des wartens. Und zwar die Form, wo man offensiv direkt ist. Die rede ist nicht von schweigsamen Menschen sondern von aufgebrachten. Die ein Lächeln haben, in den Augen der anderen nie schlechte Laune haben und als Clowns tätig sind, um andere auf zu muntern. Und dennoch schweigsam sind... Ihre Gefühle hinter einer Fassade verstecken und warten bis Jemand dahinter schaut, doch wer kann das? Hinter einer Fassade blicken, geschweige den auf einen eingehen? Enge Freunde wie auch Familienkreise? Manchmal ist es besser, wenn man locker auf einen zugeht, ohne zu fragen und jedemenge Zeit für den "Einzelgänger" lässt? Natürlich kann das lange dauer bis dieser "Einzelgänger" mit dem reden beginnt, doch manchmal kann man einen auch mit wenigen Worten verstehen. Und so frage ich mich, ob es auch eine suche ist, einen "Seelenverwandten" der fast Wortlos einen versteht?
Lg, Konti
asche.und.zimt meinte dazu am 04.11.2011:
Vielen Dank, Konti, für deine Gedanken.
Es gibt sicherlich auch solche Menschen, da zwar viel reden, über sich aber dennoch nicht allzu viel aussagen, die über ihre Einsamkeit also gleichermaßen schweigen. Ansonsten haben es die ganz Schweigsamen vielleicht sogar ein Stück einfacher als die Clowns, denn sie überspielen nichts, sind eben still, und geben damit mehr Grund für Sorge oder Irritation. Die Hoffnung, andere würden einen (fast) wortlos verstehen, ist meiner Meinung nach recht aussichtslos.
mit lieben Gruß,
a&z
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Kommentar von KoKa (43) (04.11.2011)
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Kommentar von JohndeGraph (04.11.2011)
 Es ist sicher nicht der richtige Weg, nur zu warten, denn wenn Du etwas wirklich willst, musst Du es Dir nehmen. Niemand wird es Dir schenken, wenn Du nicht danach fragst und niemand wird von dem Wunsch im Text wissen, wenn die Person aus dem Text sich nicht dazu äußert. Hellseher sind nur Scharlatane auf dieser Welt und nur auf das eigene Glück, oder gar den Zufall zu hoffen, damit Wünsche sich erfüllen ... das ist nicht genug. Ich möchte dem lyrischen Ich hier zurufen: Vertrete Deine eigenen Interessen besser! Sonst gibst Du Dich auf und das ist keine Option.
Doch darüber wollte ich eigentlich gar nicht schreiben. Ich wollte nur mitteilen, das ich den Stil in dem der Text geschrieben ist gut finde. Leise, unaufdringlich und mit Aussage. Das gefällt mir, kurz klasse.
Grüße J.d.G.
(Kommentar korrigiert am 04.11.2011)
asche.und.zimt meinte dazu am 04.11.2011:
Vielen Dank. :)
Wenn du dem LyrIch das zurufen möchtest, ist das eigentlich wunderbar. Das Gedicht ist ja gewissermaßen eine Aufforderung, eben nicht zu warten, die ans LyrIch gerichtet ist, aber darüber hinaus auch an sein Umfeld.
Ich freue mich auf jeden Fall, dass dir das Gedicht gefällt, und du mir deinen Kommentar dagelassen hast.
liebe Grüße,
a&z
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Kommentar von magenta (65) (04.11.2011)
 Wer wünscht sich nicht öfter einmal das genauere Hinschauen der anderen?
Es gibt aber eine Reihe sensibler Menschen, denen dann gerade das Zuviel an Nähe unerträglich wird.
Jedenfalls ein schönsprachliches und zum Nachdenken anregendes Gedicht.
Liebe Grüße
magenta
asche.und.zimt meinte dazu am 04.11.2011:
Danke, magenta. Sicherlich gibt es diese Menschen auch, aber auch in diesem Fall bräuchte es ja offene Worte. Schweigsamkeit, selbst wenn alles andere schwer fällt, ist da so oder so nicht hilfreich.
lieben Gruß,
a&z
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Kommentar von Feuervogel (17.11.2011)
 Ich weiß nicht, aber ich fing gerade innerlich an deinen Text zu rappen....Das kommt echt gut!:) LG ela
asche.und.zimt meinte dazu am 17.11.2011:
Was, zu rappen? : ) Und ich dachte, ein doch recht klassisches Gedicht geschrieben zu haben. Gerade aufgrund der Verslängen stell ich mir das Rappen da nicht so einfach vor. : ) Aber egal, freu ich mich ja auch drüber. : ) Danke!
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Kommentar von Helene-Lutz-Barabas (57) (21.11.2011)
 So sehr in die Tiefe einzudringen, zeigt sehr viel Gefühl für den Menschen. Ja, dieses Schweigen, wie viele Mitmenschen würden uns gerne mehr mitteilen?
Helene
asche.und.zimt meinte dazu am 21.11.2011:
Viele, denke ich, sehr viele. Ich danke dir für deinen Kommentar!
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Kommentar von Al_Azif (23.11.2011)
 Zweifellos ein sehr gutes Gedicht, das auch formal absolut zu überzeugen weiß.
Was ich kritisieren würde, ist: es ist zu sehr eine Reportage. In V3-4 traut sich ein bildhafter Vergleich kurz aus der Luke - dann verschwindet er wieder und taucht bis zum Ende des Gedichtes auch nicht mehr auf.
Stellenweise wird mir zu sehr von außen "reflektiert", was manchmal beinah tautologischen Charakter hat: "Du fürchtest, dass die anderen dich nicht verstünden" klärt das Bild mit dem sich kaum hervortrauenden Wort einfach auf, das Gedicht interpretiert selbst, wie es zu verstehen sei.
Psychologisch kannst Du Dich zweifelsohne sehr gut einfühlen in das lyrische Du, aber an manchen Stellen wirkt das Gedicht fast wie ein poetisierter Dr. Sommer: "Du selbst hast nicht den Mut, mehr Nähe einzugehen".
Die letzten drei Zeilen wierum finde ich wiederum sehr stark, weil da das lyrische Ich den Sprung schafft vom Doktor zum Propheten, zum Mahner, wobei ich höchstens jenes "wonach du Sehnsucht hast" fast zu genau ausgeführt finde.
Atmosphärisch dicht und reimmäßig exzellent verschmiedet ist das Gedicht auf jeden Fall. Was mir ein bisschen fehlt, ist eine gewisse Ambivalenz der Schilderung, also ein wenig mehr Freiheit für den Leser, und mehr Mut zu lyrischen Bildern statt reinen "Berichtens".
Besten Gruß
lzf
asche.und.zimt meinte dazu am 24.11.2011:
Vielen Dank für deine Auseinandersetzung mit dem Text!
Um deine Kritik aufzugreifen: In der Tat wird in diesem Gedicht sehr viel berichtet, sodass kaum Raum für den Leser bleibt, selbstständig Interpretationen vorzunehmen. Ich kann nachvollziehen, dass du es anders vielleicht besser fändest, möchte aber entgegenhalten, dass das Gedicht meiner Intention so wohl am besten entspricht. Ich wollte den Leser straight zu etwas hinführen, zu einem Inhalt, von dem ich wollte, dass er auf jeden Fall zum Ausdruck kommt. Ich wollte nicht die vage Sicht des Außenstehenden, die dann letztlich womöglich doch unkonkret bleibt, sondern möglichst direkt einen Blick auf das Gefühlsleben des LyrDu werfen. Das ging in diesem Fall nur über eine Art allwissenden Erzähler. Dass der ein wenig zu einem Dr. Sommer wird, war natürlich nicht beabsichtigt, auch wenn das wohl von Anfang an die Gefahr eines solchen Gedichtes ist, wie ich es hier geschrieben habe. Etwas, was ich auf jeden Fall gut reflektieren sollte, wenn ich nochmal in die Richtung gehe. Ich danke dir auf jeden Fall für deine Kritik und freue mich zugleich über die lobenden Worte deines Kommentars.
lieben Gruß,
a&z
DieNudel antwortete darauf am 12.12.2011:
Herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Gedicht.
Ich ziehe meinen Hut vor Dir. DieNudel
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