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Erzählung zum Thema Suche

von  pArAdoX

die finger im mund, sitzend auf seinem verbrannten fuß
hin- und her schaukelnd, apathischer blick nach vorn.
nuckelt an seinem daumen, knabbert so lange an den
fingernägeln, bis sie vollständig verschwunden sind.
blut läuft an seinen händen hinuter, die arme sind rot.
vom ellenbogen. tropf, tropf. eine rote pfütze rechts und
links schräg hinter ihm. etwas beschäftigt ihn, fesselt
ihn, sperrt seine gedanken in ein gefängnis aus sorgen.

warum, wieso, weshalb. er versteht die welt nicht mehr.
warum, wieso, weshalb. er glaubt nichts mehr.
warum, wieso, weshalb. er vertraut in niemanden mehr.

jetzt kommt sie dazu. sie macht sich sorgen. sieht, dass
ein rosenkranz in seinem rücken steckt. versucht ihn
rauszuziehen, doch er lässt es nicht zu. bewegt sich nicht,
doch schreit einen langen hohen ton. scheinbar endlos.
er hat gesündigt und bestraft sich nun. er hat gesündigt.
sie läuft um ihm rum, will ihn beruhigen. da sieht sie, dass
seine beine gefesselt sind, dass sein füße abgestorben sind,
obwohl einer davon eh schon verbrannt ist. sie fragt ihn, wie
lange er schon hier sitzt. er sagt, er wisse es nicht.

warum, wieso, weshalb. sie versteht die welt nicht mehr.
warum, wieso, weshalb. sie glaubt nichts mehr.
warum, wieso, weshalb. sie vertraut in niemanden mehr.

so setzt sie sich dazu und steht ihm bei. bis zum ende.
bis zum ende steht sie ihm bei. unbeweglich. selbstlos.


Anmerkung von pArAdoX:

entstanden: Januar 2007

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