Verzopft

Innerer Monolog zum Thema Freundschaft

von  monalisa

Wir sind uns nah geblieben, sind wir doch?
Auch wenn du mir schon vor langer Zeit schriebst, der Zopf sei ab, kann ich mir dich ohne noch immer nicht vorstellen. Du, in Anzug und Krawatte? Möglicherweise ist dein Haar ja inzwischen wieder nachgewachsen und vernetzt sich neuerlich mit den Bildern in meinen Augen, meinem Kopf. Wir sind es ja gewohnt, uns im Netz zu begegnen, auch wenn wir uns jetzt nicht mehr zufällig über der Weg laufen, sondern uns bewusst hinsetzen und altmodische Mail-Briefe schreiben, ist der Faden nie ganz gerissen, über lange Strecken ausgezerrt und dünn geworden, das schon.
Ich nehme gerade deine Zeilen unter die Lupe: 'Ich bin nicht gut in schweren, langen Worten', lese ich und nicke fernab von jedem 'gestelzten Schwätzchen'.
Nur ein einziges Mal saßen wir uns leibhaftig gegenüber. Das erschien uns weder wie das erste noch letzte Mal. Wir kannten einander, waren längst mit der Fremde befreundet, konnten uns unzensiert ausschütten, hatten einander so viel zu erzählen: in Gesten, Blicken, im Berühren und Eintauchen in die Aura des/der anderen, dass Worte unwichtig wurden, nur noch das Verstehen zählte. Jahre ist das her, seitdem ist viel passiert, und wir sind immer noch verzopft.

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Kommentare zu diesem Text


 Irma (27.11.14)
Auch über das Internet kann man enge Freundschaften flechten. Ein Zusammenhalten über Jahre, ganz ohne Haar-Netz. LG Irma

 niemand meinte dazu am 27.11.14:
@ Irma
der Kommentar ist humorvoll und gut. Könnte man auch gesondert posten LG Irene
Silvi_B (48) antwortete darauf am 27.11.14:
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 monalisa schrieb daraufhin am 27.11.14:
Liebe Irma, da kann ich Irene nur zustimmen, könntest du wirklich gesondert posten :)
@ Irene, ja so ist das, ganz richtig!
@ Silvi, bei mir ists ganz ähnlich, eine meiner drei besten Freundinnen habe ich auch durchs Internet vor nunmehr 7 Jahren kennengelernt, ebenfalls ein großes Glück :).

Liebe Grüße euch dreien,
mona
Sätzer (77)
(27.11.14)
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 monalisa äußerte darauf am 27.11.14:
Das witzige dabei, lieber Sätzer, an dieser verzopften Geschichte, ausnahmsweise durchaus real, ist ein Mann beteiligt, ein Mann mit Zopf :)

Danke für deinen Kommi,
liebe Grüße,
mona
Sätzer (77) ergänzte dazu am 27.11.14:
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 monalisa meinte dazu am 27.11.14:
... ja dann, auf die Freundschaft. Der Zopf war das Erkennungszeichen bei unserer ersten und bisher einzigen realen Begegnung und hat deshalb Eingang in den Text geffunden :)
Ist nicht zu verzopft, oder?

 EkkehartMittelberg (27.11.14)
Eine verzopfte Freundschaftg ist eng. Sie hat viele Berührungspunkte. Das ist besonders wichtig, wenn sie über das Internet gepflegt wird. In der Virtualität wandeln sich die Beziehungen rascher als im wirklichen Leben. Wenn virtuell eine oder mehrere der Tangenten entfallen, gibt es bei einer verzopften Freundschaft immer noch andere.

Liebe Grüße
Ekki

 monalisa meinte dazu am 27.11.14:
Ja, lieber Ekki, es ist eine enge Freundschaft, strapazier- und haltbar trotz mancher Durchhänger, die nicht nur virtuell Bestand hat.
SAuch dir ein herzliches Danke,
liebe Grüße,
mona
Sätzer (77) meinte dazu am 27.11.14:
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janna (66)
(27.11.14)
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 monalisa meinte dazu am 27.11.14:
Ja, liebe Janna, der alte Zopf insofern neu, als es um einen Zopfträger geht und an der Verzopfung stetig geflochten wird.

Vielen Dank auch dir,
herzliche Grüße,
mona
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