Ärgerlich!

Erzählung zum Thema Denken und Fühlen

von  Mondscheinsonate

Immer dieses "wenn ich...", dann "wäre oder hätte", man weiß, was ich meine! Wäre ich gestern also schneller gewesen, dann hätte ich noch auf die Antwort drücken können und das war unser derzeitiges Thema, Radbruchs "Unerträglichkeitsformel", also das Wort wäre es gewesen, somit richtig, dann hätte ich noch ein "Gut", kein "Befriedigend" bekommen, aber ich hing zu lang an den Überlegungen von Kants "Legalität und Moralität", die ich gar nicht uninteressant finde, wenngleich ich mich mit den Imperativen besser auskenne, das schon, deshalb überlegte ich, aber es war stets so, vor Corona, dass fixe Multiple Choice-Fragen in Philosophie kamen, zusätzlich offene Fragen, aber nun, als ich zur Klausur antrat eben nur Multiple Choice und der Professor, seines Zeichens sehr streng und genau, gab ganze Literaturstellen, die man Hobbes, Bentham, Locke und dem guten alten Rousseau sowie Kant und vielen mehr zuordnen musste und allein das Lesen kostete Zeit sowie das Aufrufen im Gehirn, im Nucleus accumbens, das schon. Da waren 15 Minuten zu kurz, wahrlich, aber gerade als ich drücken wollte, war die Zeit um, wirklich unerbitterlich vorbei, aber ein Befriedigend ist auch eine schöne Sache, mich ärgert es trotzdem. So muss ich jetzt an die Vorlesung denken, da erzählte der Professor von Rousseau, der ein Pantscherl hatte, mir scheint mit einem Dienstmädchen und mit dem mehrere Kinder zeugte und diese nacheinander sofort ins Waisenhaus abschob, gerade er, unser großartige "Emile oder Über die Erziehung"-Philosoph, wenn es nicht so traurig wäre, wäre es fast schon lustig.

Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Kommentare zu diesem Text


 AchterZwerg (15.07.20)
Kalle M. soll ja auch mit seiner Magd ... :(

Theorie und Praxis vereinen sich selten zu einem runden Ganzen..

Tja,
der8.

 Mondscheinsonate meinte dazu am 15.07.20:
Ärgerlich! :-D

 Dieter_Rotmund (15.07.20)
Ja, der Drang, nicht mehr werkimmanent zu lesen, ist derzeit sehr groß.
Zur Zeit online:
keinVerlag.de auf Facebook keinVerlag.de auf Twitter keinVerlag.de auf Instagram