(kein Titel)

Gedicht zum Thema Heimat

von  Mondgold

Die Liebe sprang in den Tod
mir direkt in die Arme
Seither graben die Vögel
ihre Nester unter meine Haut
Das Leben singt dort
in den höchsten Tönen
von ihr
Tag für Tag
lass ich mich finden

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Kommentare zu diesem Text


 EkkehartMittelberg (29.10.20)
Hallo Mondgold, das Gedicht macht mich ein bisschen ratlos. Ich kann erkennen, dass du deine Heimat liebst, aber nicht warum.
LG
Ekki

 AZU20 meinte dazu am 29.10.20:
Da kann ich mich nur anschließen. LG

 Ralf_Renkking antwortete darauf am 29.10.20:
Das Gedicht lässt sich aber auch so lesen, dass die Heimat selbst über sich und die Liebe spricht, allerdings würde ich dann im ersten Vers "in den Tod" zu "aus dem Tod" ändern, nicht nur wegen der Relativierung des Inhalts, sondern auch der Doppelmoppelung "in den Tod" / "in die Arme".
Wenn diese Rezeptionsweise beabsichtigt sein sollte, rate ich ebenfalls dazu, dem Gedicht den Titel "Heimat" zu verleihen und das Thema so zu variieren, dass es Rückschlüsse sowohl auf die 'Sache Heimat' als auch auf eine Person als Lyrich zulässt.
Um 'Geschmack' an diesen Vorschlägen zu wecken, sei noch hinzugefügt, dass das Abstraktum 'Heimat' neben seiner Längerlebigkeit auch Allgemeingültigkeit besitzt und mindestens zwei Rezeptionsebenen den Reiz eines Gedichtes beträchtlich erhöhen.
Gehe ich jedoch nur von einer Person als Lyrich aus, so liegt hier aus meiner Sichtweise ein etwas hölzern gestalteter Monolog vor, der die Liebe als (täglich neu) zu vollziehenden Selbstfindungsakt propagiert, so dass lI sich als Heimat ständig wieder definieren (lassen) muss, ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass derjenige, der sich nicht liebt, auch nie ein Zuhause hatte, insofern denke ich, zumindest für mich, die Frage, warum das lI seine Heimat liebt, bzw. immer wieder aufs Neue lieben lernen sollte, beantwortet zu haben.
Vielleicht noch etwas zum Bild der Vögel, da dieses in meinen Augen etwas zu negativ wirkt, also ich würde das Verb "graben" durch "bauen" ersetzen und voila (witzig, die Autokorrektur empfahl mir "Viola"), hätte dieses m. M. n. etwas zu zerrissene Poem einen durchweg erbaulichen Charakter.
Meine Empfehlung erhält es, da es trotz des noch ausbaufähigen Zustandes schon zum Denken anregt.

Ciao, Frank

Antwort geändert am 29.10.2020 um 14:31 Uhr

 Mondgold schrieb daraufhin am 30.10.20:
Lieber Frank, Dein Spiegeln, ein Splitterlicht, das meinem (von Dir als zu zerrissen wahrgenommenem) Poem gewidmet ist, gefällt mir sehr. Ich freu mich über das Funkeln im Denken und deine Empfehlung. Herzlichen Dank!

 wa Bash (29.10.20)
ich finde das Gedicht durchaus schlüssig und lesenswert. in Kurzform würde ich dazu tendieren, dass hier eine alte Liebe, die zur Heimat o.ä bildlich zu Grabe getragen wurde, um diese mit neuer Liebe zu füllen, der Rückblick aus einer Art freiheitlichen Ordnung lässt vermuten, dass mitunter in der ehemaligen Heimat Krieg oder etwas ähnliches herrschte. es gibt jetzt nicht nur ein Nest im Leben des Protagonisten, sondern sagen wir mal eine offene Dankbarkeit gegenüber alles und jeden. vllt liege ich falsch, aber so lese ich es erst einmal... klingt trotz seiner anfänglichen Dramatik doch sehr erleichternd...

 Mondgold äußerte darauf am 30.10.20:
Der Begriff "offene Dankbarkeit" gefällt mir sehr.
Vielen Dank!
Stelzie (55)
(30.10.20)
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 Mondgold ergänzte dazu am 30.10.20:
Vielen Dank für Dein Lesen und Dein "Singen".
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