In Zeiten wie diesen

Erzählung zum Thema Aktuelles

von  Mondscheinsonate

Der eine Populist schreit am Lautesten über das Einsperren des Volkes, Maßnahmen heißt das, wollte aber zuvor, als er noch etwas zu sagen hatte, Flüchtlinge pferchen, Österreich umzäunen und Ausgangssperren für diese einführen, ganz nach alter Manier, krakelt aber von der Kanzel, dass das Volk derzeit arm ist, während dieses im Lockdown untertags flaniert, den populistischen Kanzler von der anderen populistischen Fraktion stört das Gerede nicht, Narzissten stört kaum etwas, obwohl, in dem Fall würde ich auch im Parlament in mein Telefon sehen, das Geschrei ist kaum anders zu ertragen. Ihre Anhänger schreien Parolen in Schriftform oder mit Bildern im Netz, die beide Gruppierungen schon ins Lächerliche zieht, obwohl, beide populistischen Lager das durchaus ernst meinen, wenn sie mit ihren I-Phones sich gegenseitig liken. Nein, nicht das Volk ist gespalten, man muss das große Ganze sehen, die Populisten sind gespalten und nur die, die anderen zucken mit den Achseln und ginge es nicht um eine Krankheit, wäre es beinahe lustig.

Aber, es ist nichts lustig, es nervt nur noch. Und, die restlichen Fraktionen sind brav still und zurückhaltend, während die Welle das Land überschwemmt wie ein Tsunami, seit Jahren der elende Dreck an Menschenfeindlichkeit, da kommen Parteien mit schwachen und unsympathischen Menschen daher, stellen sich nicht dagegen, dabei weiß mittlerweile das kleinste Kind, dass der Großteil nicht mehr nach Inhalten wählt, sondern nach Sympathie, die meisten kennen nicht einmal Parteiprogramme, meinen "So a lieber Bua!"
Es ist eine Tragödie, aber keine griechische sondern eine österreichische. Und, Stimmen wie von Thomas Bernhard würden jetzt mehr denn je gebraucht, aber es kommt nur ein zaghaftes Piepsen der intellektuellen Elite, ein Heller hat sich längst nach Marokko zurückgezogen, traurig.

Ja, es wird Schlimmer, Corona ist nur der Anfang, danach kommt das Krakelen über die Schulden, Steuererhöhungen, Insolvenzen, wieder Krakelen, populistische Schuldzuweisungen, Endlosschleife bis zum nächsten Supergau, irgendetwas fällt immer ein. Ich denke, Corona bleibt noch lange, es hat niemand im Griff, die haben sich nicht einmal selbst im Griff. Aber, populistische Hochzeit, nicht Hochzeit, oder doch wieder, wenn sich die Welle zurückgezogen hat? Vermutlich.

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Kommentare zu diesem Text


 DanceWith1Life (16.01.21)
Man ist versucht auch diesen Text miteinzubeziehen, in das Denken, das sich zur Zeit an so vieles klammert. Aber ich denke, ich bleibe meiner Niúance treu, dem Schimmer Entspanntheit seltener gewordener Augenblicke, Menschlichkeit, die mir überall begegnet, und eben diese Entspannt erfreut zur Kenntnis nimmt. Das reicht mir als Anfang.

 Mondscheinsonate meinte dazu am 16.01.21:
Sowieso, einzige Möglichkeit den peinlichen Käse zu ertragen. Wie geschrieben, holen wir uns täglich das kleine Glück.

 Mondgold (16.01.21)
Wäre es nicht schön, wenn wir in wahre Gesichter sehen und erkennen könnten, so wie ein Baby schreit oder lächelt? So lächerlich ist das Bedürfnis, der vermeintlich Dummen, die wählen, ohne den Inhalt zu kennen, eigentlich gar nicht; wenn auch fatal im Maskenball übersatten Bedürftigen.
LG MO

 Mondscheinsonate antwortete darauf am 16.01.21:
Dumm sind sie nicht, nur zu beschäftigt.
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