Stubenbastei

Erzählung zum Thema Absurdes

von  Mondscheinsonate

Abschiebung. Die Stubenbastei ist ein Gymnasium in der Innenstadt. Ich war dort und war man einmal dort, egal wie lange, ist man ein Stubenbasteiler oder eine Stubenbasteilerin und solidarisiert sich mit denen, die noch immer dorthin gehen. Der Skandal schlägt hohe Wellen in Österreich, Kinder, die hier gut integriert sind, haben sie einfach abgeschoben. Überhaupt die Kleinste ist hier geboren worden. Mir krampft es den Magen zusammen. Diese widerwärtige Bundesregierung ist unerträglich. Die Grünen regen sich jetzt auf, aber als Zeichen könnten sie geschlossen zurücktreten, machen sie nicht, sie haben sich für Macht verkauft. Mitten in der Pandemie Kinder abschieben. Die Frage ist doch, warum die, die ständig Verbrechen begehen, noch hier sein dürfen, man schiebt mit Sondereinheiten der Polizei und Hundestaffel stattdessen zuerst Kinder ab. Die Kälte deckt das Geschehen zu.
Die letzten Gemeinderatswahlen am Sonntag in St. Pölten, wie erwartet hatte Rot die Absolute, die Blauen existieren fast nicht mehr, die Türkisen bekamen Zuwächse. Türkis ist das neue Blau, die rechte Brut hat ein besseres Gewissen, wenn sie die Bürgerlichen wählen. Die große Frage ist ja, wie kann man als Arbeiter oder kleiner Angestellter, nicht gegendert, eine Wirtschaftspartei wählen? Da muss man ja, man sagt in Wien, einen Hyperposcher haben, übersetzt, weich im Kopf sein, geisteskrank, eigentlich. Aber, die locken mit sozialer Kälte, getarnt als Fremdenhass und das gefällt denen, die Angst vor Überfremdung haben, die Migranten nehmen uns, einer, der reichsten Länder, alles weg. Das Minus am Konto hat man selbst zu verantworten, das verdrängt man gerne, nicht wahr? Und, jetzt, in der Pandemie wird es ausgenützt, dass man nicht auf die Straße gehen kann, um gegen all diese Scheiße zu demonstrieren. Beinhart. Jetzt kommen all die Grausamkeiten heraus. So viel kotzen kann man gar nicht mehr.
120 Schüler und Schülerinnen setzten sich um Mitternacht vor das Haus der zu Abschiebenden, um dagegen zu demonstrieren. Das sind meine Heldinnen und Helden, Jugendliche aus der Stubenbastei, dem humanistischen Gymnasium im Herzen von Wien. Man trug sie weg wie Vieh, weil soziale Wärme in der kalten Winternacht nicht mehr erwünscht ist, im längst zugefrorenen Land. Aber, die Bundesregierung vergisst die Anomalie des Wassers, unter dem Eis fließt es noch. Ich hoffe noch.

Kommentare zu diesem Text


 DanceWith1Life (29.01.21)
Wellen-Wasser-Österreich, wer hätte das von einem Alpenland vermutet. Muss wohl am globalisierenden Effekt der Pandemie liegen, dass man sich das Wichtigste in die heimischen Regale holt, in Deutschland, wir erinnern uns, Klopapier. Und natürlich versteht jeder, der nicht in Wien lebt, diesen Text nur vage, die tatsächliche Intensität einer solchen Vorgehensweise erfassen wir nicht, da wette ich.

Kommentar geändert am 29.01.2021 um 19:27 Uhr

 Mondscheinsonate meinte dazu am 29.01.21:
Nein, da kommt keiner aus. Die Sprache des Kindes ist international.

 Dieter_Rotmund (30.01.21)
Der Satz " Überhaupt die Kleinste ist hier geboren worden." ergibt im Kontext mit dem übrigen Text keinen Sinn. Überhaupt muss man sich viel zusammenreimen. Mach' doch mal ein wenig langsamer, nimm' uns Leser an die Hand und führe uns behutsam ins österreichische Kurzwunderland...

 Mondscheinsonate antwortete darauf am 30.01.21:
Willst du das wirklich?

 Dieter_Rotmund schrieb daraufhin am 30.01.21:
Es geht nicht darum, was ich will, sondern darum, dass der Text Potential hat, aber zu hastig-atemlos erzählt ist. Die Parteienschelte würde ich weglassen bzw. in echten (vorzugsweise fiktiven) Figuren konkretisieren. Und dieses Gymnasium - was ist das, wie sieht das aus, wieso abgeschoben? Das alles bleibt schon zu Beginn auf der Strecke...

 Mondscheinsonate äußerte darauf am 30.01.21:
Mein Text, meine Atemlosigkeit, meine Gedanken....du hast andere Gedanken, Dieter. Du weißt, ich bin sicherlich nicht kritikresistent, hier schon. So empfinde ich, wenn etwas Scheiße ist.

 Dieter_Rotmund ergänzte dazu am 31.01.21:
Ja, unbenommen. Was dir fehlt, ist Distanz. Und die ist halt nötig, um aus einer Rumpelkammer ein bewohnbares Apartment zu machen.

 Mondscheinsonate meinte dazu am 31.01.21:
Das geht da leider nicht.
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