leer es

Kurzgedicht zum Thema Allzu Menschliches

von  nadir

leer es

            du streichst
            dein lächeln glatt
            betrinkst dich
            mit schmetterlingseelen

leer es
   
            du knotest dir
            krähgeschrei ins haar
            ausnüchternd auf
            der harten matratze des salzes

leer es
 
            versprechen schach
            brettfarben kreuzt es dich
            so geht das nicht fort
            die glocke schlägt innen

Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Kommentare zu diesem Text


 niemand (13.03.21)
Ein gutes Gedicht gegen die Oberflächlichkeit/die innere Leere.
Mit lieben Grüßen, niemand

 nadir meinte dazu am 13.03.21:
dankeschön niemand :)

lg
nadir

 blauefrau (13.03.21)
Die letzte Strophe verstehe ich nicht so ganz.

 nadir antwortete darauf am 13.03.21:
der widerspruch ist das leere versprechen, schwarz wie weiß.
vielleicht ist es die alarmglocke die schlägt, ich weiß es noch nicht ;)

 DanceWith1Life schrieb daraufhin am 13.03.21:
meiner Meinung nach (bis jetzt, up to now, jusqu'à maintenant, şu ana kadar) ein drei(klang) oder mehr, also mehrere Signale, welches jedes verstanden, für sich und im Kontext mit den anderen, werden will. seltsamer weise sprechen deine Zeilen auch davon, drei unterschiedlichen Aspekten auf den Grund zu gehen, der erst sichtbar, wird wenn das Gefäß leer ist.

ich weiß, das "werden will" klingt unkomod so weit vom verstanden, aber so sagt es mehr

Antwort geändert am 13.03.2021 um 22:31 Uhr

 nadir äußerte darauf am 15.03.21:
richtig, gewissemaßen wie these, antithese, synthese.
daher auch die schachbrettfarben ;)

danke dir und
lg
nadir
Hilde (62)
(13.03.21)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 AchterZwerg (14.03.21)
Für mich geht es um ein verlorenes Spiel (Schach-Andeutung in der letzten Versgruppe), um eine Enttäuschung, die hinuntergewürgt werden muss.
Auf einer anderen Ebene, die sich mehr auf der Oberfläche abspielt, geht es um Sucht (die sich bekanntlich nicht von "suchen", sondern von "siech" ableitet.

"Die Glocke schlägt innen." :)

 nadir ergänzte dazu am 15.03.21:
ja, richtig! eigentlich vorallem um sucht ;)

lg
nadir

 wa Bash (14.03.21)
Schale, Glocke, beides das gleiche, Hauptsache man hört, wenn die Stunde schlägt...hat, was das Gedicht. obwohl ich bei der letzten Strophe auch eher einen ähnlichen Aufbau erwartet hätte, sprich Beginn mit einem Personalpronomen..versprechen schach brettfarben ist zwar dualistisch gemeint (denke ich mal) aber weitaus ungelenker ausgedrückt als die Zeilen zuvor, finde ich zumindest, ohne dir nahe treten zu wollen... ansonsten gefällt es mir sehr gut...

 nadir meinte dazu am 15.03.21:
danke für die kritik. ist schon was dran, muss ich nochmal drüber nachdenken ;)

lg
nadir
Zur Zeit online:
keinVerlag.de auf Facebook keinVerlag.de auf Twitter keinVerlag.de auf Instagram