Henry Franklin MacDillmore 7

Dokumentarstück zum Thema Philosophie

von  TrekanBelluvitsh

Henry Franklin MacDillmore; (1822 - 1911); Schottischer Philosoph (wahrscheinlich).


HF MacDillmore ist ein vergessener Philosoph. Das liegt daran, dass Unbekannte seine gesamten Werke aufkauften und verschwinden ließen. In der modernen Internetzeit verhindern Ufologen, Hacker des russischen Geheimdienstes FSB, Impfgegner, vegane Terroristen, Motorradrocker etc. im Zusammenspiel, dass er bekannt wird. Doch mir ist es gelungen, noch mehr von dem, was er sagte, zu retten. Also:



Henry Franklin MacDillmore spricht[/b]:


1.) "Der Tod gehört zum Leben", sagt man. Dabei sollte es doch eigentlich anders herum heißen: "Das Leben gehört zum Tod." Und wenn das Leben unvollständig scheint, wird der Tod zu einer ungerechten Zwangsläufigkeit.

2.) Das Gejammer in diesem Land lässt sich auf drei Arten bemessen: in Pfund Sterling, in Hektar und in Ave Marias. Jene würden den Wind verklagen, weil er ihre Rosen knickt, wenn sie nur könnten.

3.) Wer behauptet, er würde für sich allein denken, ist entweder ein Lügner oder ein Dummkopf. All unser Denken beruht auf dem, was jene dachten, die vor uns waren. Denn auch hierfür gilt: Wir stehen auf den Schultern von Giganten.

4.) Ich höre oft den Vorwurf, ich würde mich überschätzen. Tatsächlich schätze ich nur meine Umwelt richtig ein.

5.) Menschen, die wir mögen, können uns selten positiv überraschen. Denn dafür mögen wir sie ja: Für all die positiven Dinge, die sie tun. Unseren Feinden hingegen rechnen wir jede Tat, die auch nur ein wenig vernünftig erscheint, hoch an. Wer möchte da noch irgendjemandes Freund sein.

6.) Es gibt zwei Arten von Humor. Der eine wird aus der Dummheit geboren, der andere aus Verzweiflung. Ich mag nur den letzten, in reiner Form.

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Kommentare zu diesem Text


 EkkehartMittelberg (26.04.21)
Diesmal gefallen mir alle. Ich habe aus dummer Verzweiflung geschmunzelt. :)

lg
Ekki

 TrekanBelluvitsh meinte dazu am 26.04.21:
So wie ich McDillmore verstanden habe, zählt die Verzweiflung an der eigenen Dummheit als Verzweiflung.

 TassoTuwas (26.04.21)
N 6 ist mein Favorit.
Bleibt die Frage, wie viele Arten der Humorlosigkeit sind denkbar?
TT

 TrekanBelluvitsh antwortete darauf am 26.04.21:
Danach werde ich mal in den mir vorliegend Papieren von Henry Franklin McDillmore suchen.

 AndreasG (26.04.21)
Moin.

Nummer 6 gefällt mir, aber für Verzweiflung sollte vielleicht eher Re­si­g­na­ti­on stehen.

 TrekanBelluvitsh schrieb daraufhin am 27.04.21:
Im Original steht das poetische, aber eher seltene "atrabiliousness".

 AndreasG äußerte darauf am 27.04.21:
Nach Langenscheidt: Schwarzgalligkeit, Melancholie oder Schwermut

 TrekanBelluvitsh ergänzte dazu am 27.04.21:
Ja, das stimmt schon. Allerdings ergibt sich aus dem Zusammenhang, das "Verzweiflung" es am ehesten trifft.
Leider kann ich nicht mehr als diese Zitate von HFM hier veröffentlichen, sonst wäre mein Leben nicht mehr sicher.

 AchterZwerg (27.04.21)
Alles gute!

Numero 6 überzeugt besonders: Denn nur der Intelligente zweifelt - indes der Dumme selbstzufrieden agiert. - Das gilt auch mit einem "Ver-" davor.

Zustimmende Grüße
der8.

 TrekanBelluvitsh meinte dazu am 27.04.21:
So stellt sich die Frage: Will man glücklich sein, oder die Welt verstehen?
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