Frei nach Schellings Freiheitsschrift

Revue zum Thema Gedanken

von  Terminator

1. Die Welt ist das Nicht-Ich Gottes.

2. Gott setzt die Welt als das Andere seiner Selbst, etwas von ihm Freies, aber Lebendiges - der Mensch kann hingegen nur Maschinen erschaffen, die kein freies Sein haben.

3. Der Mensch geht aus dem Nicht-Ich Gottes hervor. Es ist das Andere des Geistes, somit irrational, geht von selbst nicht im Geist auf.

4. Die Aufgabe des Menschen ist, die Welt im Geist aufgehen zu lassen.

5. Die Freiheit der unbewussten Welt ist ihr Anderssein im Bezug auf den Geist, ihre Unabhängigkeit von dem Geist.

6. Die Freiheit des Menschen ist der Geist. Der Mensch ist frei, wenn er als vernünftiges Wesen handelt, nicht nach Bedürfnissen und Willkür, sondern nach der Pflicht, die er einsieht.

7. Die Freiheit des Menschen ist das Gute. Der Mensch ist frei, wenn er sich von Trieben befreit und nach vernünftiger Einsicht handelt. Die Freiheit der Welt ist das Böse. Die Welt ist frei, wenn sich nicht Gott ist.

8. Die Freiheit des Menschen ist eine Freiheit zu etwas - zum Guten. Die Freiheit der Welt ist eine Freiheit von etwas - von Gott.

9. Die Welt ist alles unbewusste Sein, auch den unbewussten Menschen einschliessend.

10. Die Natur ist das zu Gott aufstrebende Sein, das sich in der Naturgeschichte und der Weltgeschichte Entwickelnde, der Grund der progressiven Evolution.

11. Die Natur ist das aktive, tätige Prinzip, wie der Geist. Die Welt ist passiv, ihr Wesen ist das Nicht-Ich Gottes, sie erschöpft sich darin, das Andere des Geistes zu sein.

12. Die Natur widersetzt sich dem Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik - sie ist eine schaffende, ordnende Kraft, aber unbewusst - der Mensch ist ebenso schöpferisch, aber bewusst.

13. Das schöpferische Element im Unbewussten - die Natur - zeigt, dass die Welt ihren Ursprung nicht im Zufall, sondern in Gott hat. Die Evolution hat eine Richtung - zur Vollkommenheit hin. Die Evolution verläuft aber innerhalb der Welt und unterliegt den Trägheitsbestimmungen wie dem Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik oder der Gravitation.

14. Das Böse der Natur ist ihre Trägheitsbestimmung, sie hat keine Freiheit in Bezug auf das Böse. Das Böse bricht als Zufall in die Natur ein, kehrt ihre eigenen Gesetze in Werkzeuge der Zerstörung um - die natürliche Selektion ist das Gute in den Grenzen des Bösen; Entwicklung im Universum der Trägheit.

15. Das Böse des Menschen ist sein Beharren auf eigenem Sein, seiner Souveränität von Gott.

16. Macht sich der Mensch, der nur Subjekt ist - Substanz ist er nur in Gott - substantiell, verabsolutiert er sein endliches Sein und negiert somit Gott.

17. Das Negative ist nicht die Freiheit, sondern die Unfreiheit des Menschen. Das träge Bestehen auf eigenem Sein ist widervernünftig und triebhaft. Die Vernunft sieht ein, dass die Freiheit des Menschen in Gott ist. Der böse Wille widersetzt sich der Einsicht, beharrt auf sich selbst, will sich selbst und nur sich selbst.

18. Der gute Wille will über sich hinaus - und das ist das Vernünftige an ihm - er erkennt seine Endlichkeit und will sie überwinden. Der böse Wille will nur sich selbst, verabsolutiert sein eigenes endliches Wesen und negiert Gott, das Unendliche, das Absolute.

19. Als Endliches Wesen nach Vollkommenheit zu streben ist fruchtlos, Vollkommen wird das Endliche nur, wenn es im Unendlichen aufgeht. Durch die Selbstaufgabe des endlichen Subjekts gewinnt es im Unendlichen Vollkommenheit - das ist die Gnade und die Liebe Gottes.

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