Trümmerfrauen

Betrachtung zum Thema Kraft/ kraftlos

von  Terminator

Während Männer in malerischen Gefechten freudevoll ihr Leben lassen, bleiben in der tristen Heimat die traurigen Trümmerfrauen zurück; Männer dürfen sich an der Front wie spielende Kinder austoben, Frauen müssen zu Hause den Schutt der Kriegsverwüstungen aufräumen.

Männer wollen frei sein, Frauen leiden folglich an einem ungemütlichen Mangel an Sicherheit. Immer wenn sich Männer von Frauen emanzipieren, zerbrechen infantile Kastensysteme, und auf einmal kann jeder alles werden: ein Bauernsohn wird ein großer Wissenschaftler, eine Arbeitertochter wird erfolgreiche Unternehmerin. Ein trockener Alptraum, denn wenn jeder alles gewinnen kann, kann auch jeder alles verlieren.

Seit einiger Zeit kämpfen der bevormundende Staat, die gleich zum Wohle der Habenden geschalteten Medien und die alleinerziehenden Mütter aufopferungsvoll gegen die Freiheit, Verzeihung, für die Sicherheit, und zwar indem sie Männer und Jungen für sich selbst aufopfern. Bald werden diese testosterongesteuerten Bestien gezähmt sein, und wir werden wieder in Höhlen leben und nachhaltig wirtschaften.

Jeder Mann, der zum Mann wird, weiß: du bist, was du tust. Jede Frau weiß von Natur aus: du bist, was du hast. Da man zum Mann erst werden muss, sind die Männer das schwächere Geschlecht. Nachdem ein Mann zum Mann geworden ist, wird er noch schwächer: er fühlt sich bestimmten Werten, Normen, Idealen verpflichtet, und ordnet seine Triebe und Wünsche ihnen unter. Die Frau unterstützt ihn dabei, aber nur solange wie er vom Menschen spricht und nur sich selbst, den Mann, damit anspricht: der Mann soll sich ruhig verpflichtet fühlen, sei es durch Religion oder Vernunft, und er soll seine Geschlechtsgenossen zwingen, wenn deren selbstsüchtige Wünsche der Pflicht zuwiderlaufen. Wenn der Mann dasselbe auch von der Frau fordert, wird seine Religion für ein patriarchales Machtinstrument erklärt, und seine Vernunft als ein männlicher Logozentrismus relativiert.

Warum soll man ein Mann werden wollen? Ein Junge kann auch infantil bleiben, und auf jede sittliche oder moralische Forderung, dem Beispiel seiner Mutter und Schwester folgend, erwidern, sie sei diskriminierend, und missachte seine wahren Bedürfnisse und Wünsche. Wenn sich jeder Mann endlich um seine eigenen Bedürfnisse und Wünsche kümmert, hört der alberne kindische Krieg gegen die äußere und innere Natur auf, und wir alle dürfen als Trümmerfrauen des Nihilismus den Planeten erstmal gründlich aufräumen, was keineswegs im martialisch-metaphorischen Sinn gemeint ist, sondern im Sinne einer routinierten Putzfrau. Dass uns keiner später dafür Denkmäler bauen wird, müssen wir freilich in Kauf nehmen.

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