Anders

Erlebnisgedicht zum Thema Behinderung

von  Nora

Leer der Kopf, nichts fällt mir ein,
stumpf und einfach wird der Text wohl sein,

Schlechte Reime, die sich auf dem Blatt verteilen,
sinnlos, die Gedanken, die nicht lang verweilen.

Es geschah genau vor einem Jahr,
als plötzlich alles anders war.

Da waren diese blöden Beine,
an meinem Körper und doch nicht meine.

Eine OP, gedacht um mir  Schmerzen zu nehmen
und nicht, um mich zum Teil zu lähmen.

Was war mit mir los, ich wusste es nicht,
kein Wort, keine Stimme, nur Tränen im Gesicht.

Querschnittslähmung und inkontinent,
ja, so ist es, so wie man es heute nennt,

Ich fühle mich manchmal wie ein Affe im Zoo,
wenn Menschen starren und tuscheln, doch das ist eben so.

Worte schmerzen und treffen tief ins Herz,
Schimpf und Schande, niemand sieht diesen Schmerz.

Ich bin doch noch ich, oder bin ich es nicht?
Steh ich nur noch im Schatten, gib es hier kein Licht?

Ist es der Rollstuhl, der mich anders macht?
Ist das der Grund, warum man über mich lacht?

Ich liebe Musik, doch singen kann ich nicht mehr,
Ich liebe Poesie, doch schreiben ist auch schon so lang her...

Gesundheit, ist das wertvollste im Leben, glaube mir,
soviel verloren, doch bin ich noch hier.

Mein Kopf ist leer, mir fällt nichts ein,
ich weiß ich bin jetzt anders, doch will ich nicht anders sein...


Anmerkung von Nora:

Ich wünsche jedem von Euch, dass er gesund un glücklich im Leben bleibt!

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Kommentare zu diesem Text


 Quoth (26.06.21)
Stark.

 EkkehartMittelberg (26.06.21)
Nora, du beschreibst deinen Zustand schonungslos. Dazu haben nur sehr wenige den Mut.

LG
Ekki

 Agnete (27.06.21)
auch, wenn man behindert ist, liebe Nora, ist doch das Schreiben möglich. Diesen Weg, hast du gewählt und das ist gut. LG von Agnete
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