Der Antiinstinkt

Chiasmus zum Thema Gedanken

von  Terminator

Narzissmus ist Selbstimmanenz, Egoismus im Endstadium. Das Gegenteil von Egoismus ist Idealismus. Das Gesetz der Entropie äußert sich als Instinkt. Die Negentropie der Vitalspannung ist ein Antiinstinkt.

Je stärker der Antiinstinkt, umso ein größerer Passionarier ist ein Individuum. Ein Subpassionarier, ein Degenerat, hat mehr Instinkt als Vitalspannung (Vitalspannung unter 1).

Egoismus bedient sich hauptsächlich der introvertierten Sinnlichkeit (Si). Idealismus hat als Grundlage introvertierte Intuition (Ni) bei willensbasiertem (männlichen/jugendlichen) Idealismus, oder introvertiertes Fühlen (Fi) beim wunschbasierten (weiblichen/kindlichen) Idealismus.

Instinkte bedienen sich der extravertierten Sinnlichkeit (Se) und des extravertierten Fühlens (Fe), Antiinstinkte der Intuition und des Denkens.

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Kommentare zu diesem Text


 Willibald (16.08.21)
Hm, das hier ist deutlich weniger verschwurbelt:

Das junge Mädchen fühlte sich zu nichts hingezogen,
denn sie hatte ihre Augen mitten im Nirgendwo.
Ein Auto spritzte eine Pfütze durch die Fenster,
und ich war mit einem Freund in dieser Bar.

Младая девушка ни чем не привлекала,
так как была глазами чёрти-где.
Машина лужу в окна расплескала,
а я в том баре с друганэ сидел.

Kommentar geändert am 16.08.2021 um 15:54 Uhr

 Graeculus meinte dazu am 16.08.21:
Verschwurbelt? Verschwurbelt. Ich jedenfalls verstehe nix.
Freunde, kommt es euch nicht so vor, als ob einer von euch einen Bock melkt und der andere ein Sieb darunter hält?
(Lukian: Das Leben des Demonax 28)

 Terminator antwortete darauf am 16.08.21:
Woher dieser Anspruch, alles voraussetzungslos zu verstehen? Immerhin braucht man 12 Jahre allein für das Abitur.

 Graeculus schrieb daraufhin am 16.08.21:
Alles? Voraussetzungslos? Abitur: Haken; Studium: Haken. Ferner verfolge ich Deine Texte seit etlichen Jahren, sozusagen seit Jacks Zeiten. Und dabei beobachte ich eine Tendenz zu etwas, das man 'geistige Einkapselung' nennen könnte. Selbstverständlich ist das nur ein Eindruck - mehr habe ich nicht zu bieten. Falls er Dir bedeutungslos erscheint, könnte man fragen, wen Du eigentlich mit solchen Texten hier auf kV ansprichst. Muß Dir das nicht wie ein Rufen in die Wüste vorkommen?

Wenn mir jemand sagt, daß er mein Geschwurbel nicht versteht, dann stimmt mich das bedenklich, denn verstanden (nicht geliebt) werden möchte ich schon, sofern ich den Mund aufmache.

 LotharAtzert äußerte darauf am 16.08.21:
Wenn mir jemand sagt, daß er mein Geschwurbel nicht versteht,
...dann denke ich: Na da hab ich wieder mal Glück gehabt.
Es kommt auch auf den Jemand an. Wenn mir eine Judas sagt, sie müsse kotzen bei dem, was sie von mir liest, bin ich irgendwie auch erleichtert.

 Terminator ergänzte dazu am 16.08.21:
Für mich ist Schreiben nicht in erster Linie Kommunikation. Ich stelle gern auch Unfertiges hier rein, um an unerwarteter Stelle einen scheinbar unwichtigen Einwand zu bekommen, der sich als fruchtbar erweisen könnte.

Das, was du "Einkapselung" nennst, ist in Wahrheit ein gleichzeitiges Interesse an sehr vielen Themen, verbunden mit interdisziplinärem Zugang (z. B. Verbindung von juniganischer Typologie und der Geschichtsphilosophie im Sinne Oswald Spenglers und Lew Gumiljows, und das unter Berücksichtungung unzähliger einzelwissenschaftlicher Aspekte). Heraus kommt oft ein hermetischer Entwurf, den z. B. Augustus (Ni dom (dominante Funktion: introvertierte Intuition (jetzt müsste ich natürlich auch erklären, was das ist))) in der Regel versteht, ohne die gleiche Menge an Information vorher verarbeitet zu haben.

Alles allgemeinverständlich auszuschreiben, fehlt mir die Zeit. Ich denke schnell und viel. Wäre ich ein Team von 100 Philosophen und Einzelwissenschaftlern, könnte ich einige der literarischen Mängel an meinen Texten beseitigen.

 Graeculus meinte dazu am 16.08.21:
Für mich ist Schreiben nicht in erster Linie Kommunikation. Ich stelle gern auch Unfertiges hier rein, um an unerwarteter Stelle einen scheinbar unwichtigen Einwand zu bekommen, der sich als fruchtbar erweisen könnte.
Das ist ein interssantes Programm ... und natürlich völlig legitim.
Für Deine Leser ist es freilich unmöglich zu antizipieren, was Du als scheinbar unwichtigen und was als wirklich unwichtigen Einwand wertest. Das ist Dir sicher auch bewußt.

 Graeculus meinte dazu am 16.08.21:
An LotharAtzert:
Wenn mir jemand sagt, daß er mein Geschwurbel nicht versteht, ...dann denke ich: Na da hab ich wieder mal Glück gehabt.
Kann es sein, daß dies eine Lüge oder ein Selbstbetrug ist?

 Terminator meinte dazu am 16.08.21:
Für Deine Leser ist es freilich unmöglich zu antizipieren, was Du als scheinbar unwichtigen und was als wirklich unwichtigen Einwand wer auch bewußt.
Das ist gerade der Vorteil. Der Leser soll mich nicht immer verstehen und mit mir kommunizieren, sondern kann an beliebiger Stelle etwas aufgreifen und hinterfragen. Dadurch bekommen meine Dekprozesse einen spontanen Input, der einen vorher nicht bemerkten Denkweg eröffnet. Aber manchmal werde ich auch verstanden; das kann daran liegen, das auch manch ein anderer intuitiv-interdisziplinär denkt, und auf einem anderen Weg zu derselben Erkenntnis gekommen ist.

 Graeculus meinte dazu am 16.08.21:
Wie gesagt, ein interessantes Programm.
Leidgeprüft & aus eigener Erfahrung möchte ich Dich fragen, woran Du erkennst, daß Dich jemand verstanden hat?
Und jetzt antworte bitte, bitte nicht: daran, daß er mir zustimmt!

 Graeculus meinte dazu am 16.08.21:
Übrigens: Schreiben als solches ist natürlich nicht in erster Linie Kommunikation (ich schreibe viel, was ich nicht veröffentliche), aber in Deinem Falle ist es anscheinend auch das Veröffentlichen nicht; das empfinde ich als ungewöhnlich.

 Terminator meinte dazu am 16.08.21:
woran Du erkennst, daß Dich jemand verstanden hat?
Am klugen und sachlich fairen Widerspruch.

Habe ich nicht bereits deutlich genug erklärt, welchen Vorteil für mich Veröffentlichung von unfertigen/literarisch wertlosen Entwürfen hat?

 LotharAtzert meinte dazu am 16.08.21:
An Graeculus

Nein.
Wenn das Kollektiv der Angepassten (-der "Offiziellen", wie wir sagen) mich plötzlich verstünde, müsste ich meine Schreiberei ernsthaft überprüfen.
Und wer von Geschwurbel redet, ist in aller Regel angepasst an die offizielle Meinung.

 Terminator meinte dazu am 16.08.21:
@Lothar:

Wenn jemand mir gegenüber grundsätzlich unfair und voreingenommen ist, lege ich auf seine Meinung selbstverständlich keinen Wert. Aber verstanden zu werden ist besser, als nicht verstanden zu werden, erst recht von denen, die anderer Meinung sind, weil sie dann eine Grundlage haben, Gegenargumente vorzubringen. "Verstehe ich nicht, aber mag ich irgendwie" finde ich als Kommentar selbst bei Gedichten furchtbar, und finde viel interessanter, wenn jemand logisch artikuliert, was er an "Paulinenaue" oder "S Innsbrucker Platz" so berührend findet.

 LotharAtzert meinte dazu am 17.08.21:
@ Jack

"Einer gilt mir Zehntausend, wenn er der Beste ist."
Heraklit

 Augustus (16.08.21)
Die süßesten Kirschen der Erkenntnis baumeln nun mal in der Höhe nahe der Baumkrone, an die nicht jeder herankommt. Dass dort nur ganz wenige Menschen gelangen und der Aufstieg nur oft über einen Weg errungen werden kann, der für andere unverständlich ist und bleibt, ist nicht verwunderlich. Denn sie bitten dann um den Abgleich ihrer auf unteren Ebenen gepflückten Kirsche mit deiner in oberen Ebenen gepflückten süßeren Kirsche; jedoch wissen sie von der Süße nicht, die Du gekostet hast! Ihnen erscheint oberflächlich bloß über die Form deine Kirsche der ihrigen Kirschen gleich.
Deshalb schreib' mein Lieber tatsächlich so wie Du es für richtig hältst.

Salve

 Willibald meinte dazu am 16.08.21:
Saure Trauben, sprach der Fuchs, erzählte Augustus, aber der Erhabenene oben spricht von den süßen Kirschen der Erkenntnis, sagte Augustus.

Nun ja.

 Terminator meinte dazu am 16.08.21:
Der Missbrauch der Fabel mit dem Fuchs ist mittlerweile allgegenwärtig.

Ich kann nur bestätigen, dass die Kirschen oben süß sind. Ob mir unten jemand glaubt, geht mir radikal am Arsch vorbei, allein schon die herrliche Aussicht lässt alles Subalterne vergessen.

 Willibald meinte dazu am 16.08.21:
O Gott!

 Terminator meinte dazu am 16.08.21:
Jupiter als Schutzherrn ungerechten Spotts anrufen? Warum nicht: Io Saturnalia!

 Willibald (17.08.21)
Weiterer ungerechter Spott;

In Vorlesungen werden so gut wie immer Beispiele gebracht, um das Gesagte zu verdeutlichen. So forderte ein Dozent, der den Hedonismus widerlegen wollte, alle, die ihrem realen armseligen (das Wort hat er leider nicht gesagt) Leben, das sie derzeit führen, ein - an entsprechende technische Geräte angeschlossen - glückliches, aber simuliertes Leben vorziehen würden, sollten bitte die Hand heben.

Da er vollends überzeugt war, dass keine Hand hochgehen würde, redete er sofort weiter, während in der hinteren Reihe einer die Hand hob: das war ich. Nun musste er nachfragen, warum, und alle hörten zu. Ich war aber erst im 3. Semester, und war über den vorphilosophischen Skeptizismus noch nicht hinaus, also sagte ich nur: woher weiß ich denn, dass dieses meist leidvolle und offensichtlich ziemlich sinnlose Leben nicht ebenfalls eine Simulation ist, vielleicht ein Scherz eines sadistischen Gottes?
Es wäre schön, wenn es eines Tages tatsächlich möglich wäre, solche Realitätssimulatoren zu erfinden. Dann würde der Dozent mich auffordern, mich in so ein Ding reinzulegen, und in den nächsten zehn Minuten zehn glückliche Jahre realitätssimuliert zu erleben
[…]
Nein, würde ich sagen, denn seit es diese Realitätssimulatoren gibt, kann jeder Depp dasselbe erleben, wie ich, ja selbst meine schönsten Träume könnten sich für jeden Arsch einfach mal so am Dienstagnachmittag erfüllen. Siehst du, hätte er gesagt, der Hedonismus hat Unrecht. Aber nein, hätte ich widersprochen, ein Hedonismus, der die größte Quelle der Lust, die Eitelkeit, außer Acht lässt, kann gar nicht befriedigend sein, - sobald ich aber weiß, dass meine schönsten Träume für mich persönlich reserviert sind, und zu Mädchen, Landschaften und Vergnügen, die nur für mich bestimmt sind, kein anderer jemals Zugang haben wird, ob real oder simuliert, sobald mein Leben aus einer endlosen Reihe von Versicherungen besteht, dass ich die wertvollste Person im Universum bin, und alle Lust ihre tiefe Ewigkeit bekommt, ist es mit herrlich egal, wie mein Leben technisch zustande kommt, und was die logischen und ontologischen Bedingungen für meine Existenz sind. Mit Beispielen sollte man also sehr vorsichtig sein, denn sie verführen oft zu Denkweisen, die niederzumachen sie eigentlich erdacht wurden.
"Erst durch ihre Exklusivität bekommen hedonische Werte eine Bedeutung".
Junius Jungkind

Hedonische Werte sind sicher durch Exklusivität ausgezeichnet. Und durch das mehr oder weniger niederschmetternde Gefühl samt kognitiver Referenz, dass man so gerne doch mit dem so Beglückten tauschen möchte, wenn es denn nur ginge. Intersubjektives Kriterium?

Aber in einer simulierten Welt müsste das doch möglich sein? Aber sind solche Fragen denn nicht sinnlos? Woher weiss ich, dass ich sie stelle? Woher weiss ich, dass ich sie verstehe? Woher weiss ich, dass sie ein anderer verstehen würde, gäbe einen anderen? Woher weiss ich, dass ich den Satz eines anderen akustisch, geschweige denn propositional richtig verstehe? Warum sollte ich überhaupt in diesem Echoraum = Forum schreiben?

Nun ja, der Sieg über den Dozenten des pigy-Hedonismus bereitet mir einen Genuss, der sich auch und gerade in CORNEA-Settings bewährt. Also ist das wohl gar nicht so abhängig von einem vielleicht gar nicht realen, sondern simulierten Erfahrungsraum? Ist das Cornea-Setting nicht auf jeden Fall implizit oder explizit anerkannt? Und warum soll ich jetzt überhaupt argumentieren?
Ich könnte man sich ja auch Blondie und High Tide reinziehen.
Debbie. Überzeitlich!
 ext. Link

Ev'ry girl wants you to be her man
But I'll wait my dear till it's my turn
I'm not the kinda girl who gives up just like that, oh no
The tide is high but I'm holding on
I'm gonna be your number one, number one, number one
The tide is high but I'm holding on
I'm gonna be your number one
The tide is high but I'm holding on
I'm gonna be your number one
The tide is high but I'm holding on
I'm gonna be your number one
The tide is high but I'm holding on
I'm gonna be your number one

Conclusio:
Illusion oder nicht, bestätigter Narzissmus ist Glück.
So spricht der Erhabene Duns Scotus,
der Terminator Superbus Divinus in mir.
Jungianisch gesprochen.
Schwurbel?
So fragt (w)er?

Kommentar geändert am 17.08.2021 um 12:33 Uhr

 Terminator meinte dazu am 17.08.21:
Die Gleichsetzung von Glück und Lust im Jahre 2007 und und die Wiedergabe des diesbezüglichen Erörterung im Jahre 2012 verzeihe ich mir. Ich kannte Glück damals nicht, ich kannte nur Unglück und zwar im Sinne von Unlust, Schmerz, Leid, unbegriedigter Begierde, und ging davon aus, Lust sei der Weg zum Glück. Aber immerhin sollte der Hedonismus nicht oberflächlich befriedigt werden, sondern so total wie überhaupt möglich. Und sollte das Programm "Alle Lust will Ewigkeit" erfüllt werden, was für Vorteile hätte es dann, in der Realität zu leben?

Ein Lager in Magadan mit dem Zertifikat "Dieses Leben ist real" oder ein simuliertes ewiges Leben als olympischer Gott? Welcher sehr unglückliche, seit Jahren schwer depressive Mensch würde sich für die Realität entscheiden? Noch spannender ist die Frage, welcher von denen, die nicht schwer gelitten haben, ja die kaum gelitten haben, nicht dennoch die simulierte totale Lustbefriedigung seinem mittelmäßigen Leben vorziehen würde? Der Realitäts-Fanatiker kann sich immer herausreden, wenn es ein bloßes Gedankenexperiment ist. Bei Gedankenexperimenten und Umfragen kann man lügen. Aber wäre dieser Weltensimulator echt, was dann?

Heute bin ich nicht der Ansicht, dass Glück einfach die totale Lustbefriedigung ist. Es ist etwas komplexer. Aber die Erfahrung des Glücklichseins ist dabei das wichtigste, denn ein philosophisches Argument, um mich selbst vor 14 Jahren zu widerlegen, würde mir auch heute nicht einfallen. Der 24-jährige ich würde einfach sagen: erst will ich das bestmögliche simulierte Leben in einer hedonistischen Traumwelt sinnlich erfahren, so für 10 Jahre mindestens, und dann reden wir weiter.

 Willibald meinte dazu am 17.08.21:
Lager in Magadan als Vergleichspunkt oder als Erfahrungspunkt?

 Terminator meinte dazu am 17.08.21:
Ich bin 1983 geboren, mit dem Archipel Gulag hatte ich keine Erfahrung. Es ist gemeint als Metapher für leidvolle, öde, trostlose Existenz unter dem hedonischen Existenzminimum.
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