Wo sind meine 4 Jahre?

Feststellung zum Thema Frauen/ Männer

von  Terminator

Laut dem Statistischen Bundesamt beträgt die Lebenserwartung für Männer zur Zeit 78,6 Jahre, für Frauen aber 83,4 Jahre. An der Biologie liegt es kaum: sind die Lebensumstände gleich, leben Frauen durchschnittlich etwa nur 10 Monate länger als Männer (Studien wurden in Klöstern durchgeführt).

Ich tu mal so, als wäre ich kein edler Ritter, sondern ein Jetztmensch mit einer Anspruchshaltung, und frage: Wo sind meine 4 Jahre? Wer hat mir 4 Jahre meines Lebens gestohlen? Hat der Dieb zufällig zwei Brüste und langes Haar? In Kasachstan*, wo ich ursprünglich herkomme, müsste ich mich sogar nach gestohlenen 8 Jahren erkundigen.

Es ist offensichtlich, dass die Lebensqualität von Männern schlechter ist; die unterschiedliche Lebenserwartung ist ein weibliches Privileg, das keiner sich anzusprechen traut. Ja, ein Privileg. In besonders gynozentischen (und – Zufall? – besonders schwulenfeindlichen) Gesellschaften wie Osteuropa und Russland leben Frauen bis zu 10 Jahre länger als Männer. In vielen islamischen Ländern ist die Lebenserwartung der Geschlechter aber gleich hoch, und da herrscht tatsächlich Patriarchat.

Ist das Patriarchat also fairer als der Gynozentrismus? Im Patriarchat werden Frauen keine Jahre ihres Lebens gestohlen, die Lebenserwartung der Geschlechter ist gleich.


Anmerkung von Terminator:

*Kein typisch-islamisches Land, sondern strukturell postsowjetisch, gesellschaftlich Russland sehr ähnlich.

Kommentare zu diesem Text


 Regina (18.08.21)
Die Kinderzahl könnte ein Kriterium sein. Die niedrige Geburtenrate ginge dann auf Kosten der nächsten Generation.
Männer neigen mehr zu Süchten wie Tabak und Alkohol, was sie Lebensjahre kostet.

 Terminator meinte dazu am 18.08.21:
Frauen rauchen inzwischen genausoviel. Alkoholsucht ist bei Männern nicht genetisch bedingt, sondern hat soziale Ursachen.

 Augustus (18.08.21)
Was sind die Ursachen im patriarchalischen System, dass die Lebenerwartung beider Geschlechter gleich hoch ist?

 Terminator antwortete darauf am 18.08.21:
Vielleicht vor allem die Garantie der Beständigkeit der Paarbeziehung, sodass der Mann nicht permanent in der Ehe unter Druck ist. Im Matriarchat kann die Frau die Ehe jederzeit willkürlich beenden, dem Mann seine Kinder wegnehmen und ihn finanziell ruinieren. Und auch die Konkurrenz um Frauen ist nicht so stressig, wenn die Ehen arrangiert werden.

Arrangierte Ehen sind ja für beide Partner von ihren Familien arrangiert, d. h. nicht zwingend für den Mann geil und für die Frau Zwangsehe. Auf dem freien Sexualmarkt sind vor allem Männer mit psychiatrischen Diagnosen aus der dark triad erfolgreich :narcissism, psychopathy, machiavellianism. Die "normalen" Männer konkurrieren mit Einsatz von Status- und Ressourcenerwerb, geraten in die Beta-Versorger-Falle und strampeln sich ab bis zum Herzinfarkt.

Antwort geändert am 18.08.2021 um 21:52 Uhr

 wa Bash (18.08.21)
also wenn es wirklich so ist, dann liegt es glaube ich an dem Stress, in einem Patriachart treffen sich die Männer zum gemeinsamen Teetrinken und bauen somit ganz gut den Stress ab und die Frauen müssen immer buckeln und haben auch noch Dauerstress durch Angst etc... hierzulande sind es eher die Frauen, welche sich zum Kaffekränzchen treffen, ich weiß, es ist Klischee also bitte nicht so Ernst nehmen, wohingegen Männer immer einem ausgeprägten Konkurrenzkampf ausgesetzt sind und dies in allen Bereichen. das Risiko ein Herzinfarkt zu bekommen ist ja hierzulande bei Männern auch durchaus höher. in einem Patriachart muss der Mann ja nicht einmal um eine Frau werben, er bekommt sie ja sozusagen gratis zum Hauskauf dazu. oder so ähnlich. und natürlich ist alles Biologie, da dies nun einmal die Wissenschaft des Lebens ist und das findet nun einmal auf der Erde statt...

PS: ich habe mir gerade die Statisik angeschaut, siehe:  hier und es stimmt nicht ganz, also in einem ganz hohen Alter bekommen eher die Frauen einen Herzinfarkt, vermutlich aber deswegen, weil es von den Männern eeh bereits nicht mehr so viele gibt. Anzahl Todesfälle zu zeigen gibt also nur die Anzahl wieder, ohne Anpassung an die Populationsgröße o.ä.

Kommentar geändert am 18.08.2021 um 18:55 Uhr

 Terminator schrieb daraufhin am 18.08.21:
Wäre das Patriarchat so schlimm für Frauen wie unsere Gesellschaft für Männer, dann müssten Frauen in islamischen Ländern eine 4 Jahre kürzere Lebenserwartung haben. Ja, der Mann bekommt im Patriarchat eine Frau geschenkt, aber die Frau auch einen Mann. Und keiner wird beim Deal verarscht, weil die Familien, die die Ehen arrangieren, selbst an Statsusgleichheit der Partner interessiert sind.

In einem Alter, in dem es fast nur noch Frauen gibt, sterben Frauen auch häufiger; die Männer sind da schon längst tot, in der Tat.

 wa Bash äußerte darauf am 18.08.21:
dies sollte keineswegs in dieser Weise rüberkommen, ich bin Wissenschaftler und beim Denken trocken, dennoch bin ich auch ein fühlendes Wesen und die Lebenserwartung des Mannes in irgendeiner Weise hierzulande hervorzuheben, war keineswegs meine Absicht. schau, es gibt positiven Stress und es gibt negativen. das sich hier die Frauen sehr wohl fühlen und eine längere Lebenserwartung haben kann doch nur gut sein. mir persönlich als Mann gefällt das zumindest und ob ich ein paar Jahre länger lebe oder nicht ist mir pers. nicht ganz egal, aber macht auch überhaupt keinen Unterschied. dazu habe ich schon viel zu viele Leben entweder zu jung oder eben missraten vorübergehen sehen. also, gesetz des Falles, dass das Leben ein Geschenk ist, wünsche ich jedem ein sehr langes Leben und da ist es mir erst einmal egal, ob es sich um eine Frau oder sonst wen handelt. ich konnte halt nicht anders auf deine Darlegung antworten, die Denkweise mag vllt falsch sein, ja möglicherweise, aber dies erschien mir als die einzige plausible Möglichkeit, zumindest nach dem ersten Denkversuch...

Antwort geändert am 18.08.2021 um 23:11 Uhr

 Terminator ergänzte dazu am 18.08.21:
Für mich ist dieser Text auch nur eine bloß rationale Betrachtung der geschlechtlich unterschiedlichen Lebenserwartung. Gesund 75 werden zu können, das sollte jedem reichen. Ob Frauen von da an ein paar Jahre länger leben, ist doch egal. Aber Glück und langes Leben würde ich, wenn ich eine Tochter und einen Sohn hätte, beiden gleichermaßen wünschen, und nicht der Tochter sagen wollen: "Weil du ein Mädchen bist, darfst du übrigens 5 Jahre länger leben".

 wa Bash meinte dazu am 19.08.21:
so sehe ich das auch, du hast dies jetzt treffend ausgedrückt. ich meine ein Leben ist nun einmal ein Leben und allein die Hinwendung dazu, dass es einfach da ist, sollte eigentlich positiv und ja eben spannend genug sein, zumindest, wenn man sich damit beschäftigen möchte und wissen oder hinterfragen will. warum etwas gerade so ist, wie es eben ist, dies ist genauso spannend. aber ist es nicht dies, was wir letztendlich sind, zu hinterfragen und zu korrigieren. zunächst negativ bewertetes, muss demnach in der Retroperspektive gar nicht negativ sein, thats it....
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