Im Zug

Symbolgedicht zum Thema Bahnhof

von  Terminator

Ein Bahnhof war das Leben Jahr für Jahr,
und keineswegs Hannover Hauptbahnhof:
mehr in die Richtung Stendal, Rathenow.

Ich bin im Zug. Nein, nicht im ICE,
doch laut dem Fahrplan auch mit diesem komm
letztendlich an mein Ziel. Bewegung tut

so gut. Ich lasse alles hinter mir.
Nichts Schlechtes mitgenommen: alles, was
mir schlechtgetan hat, war nur Wartefrust.

Alles zieht weg. Das Alte zieht vorbei.
Mein Platz ist gut: gemütlich, ruhig, hell.
Das Ticket ist anscheinend gültig noch.

Das Bahnhofsleben lebt ich konsequent:
ich harrte aus, doch niemals Wurzeln schlug.
Ich lasse niemanden und nichts zurück.

Die Zukunft ist nicht weiter müde Zeit.
Ich wollte einfach weg, kam so nicht weit.
Kein Zug wird fahren ohne ein Wohin.

Doch fahren Züge, auch wenn du nicht weißt,
was dich am Ziel erwartet. Heidelberg
kann Reiseziel sein auch zum ersten Mal.

Kommentare zu diesem Text


 Augustus (11.09.21)
Goethe beschreibt ausführlich seine Reise nach Italien. In einer Kutsche oder Fiaker unterwegs war der langwierige Weg sicherlich beschwerlich. Nichtsdestotrotz hatte auch der Weg dahin vieles interessantes anzubieten, da nun mal jede neue Gegend nach und nach von der alten Gegend sich durch Ort und Mensch änderte, so dass durch das Zielort der Anfangsort unerkennbar wurde.

 wa Bash (12.09.21)
mmh ich bin mir gerade nicht sicher, aber Stendal und Rathenow liegen auf einer ganze anderen Gleisstrecke. also Stendal ist ca. 45 min nördlich von Magdeburg und Rathenow geht, wenn man Magdeburg als Startpunkt nimmt gen Osten Richtung Berlin, dass ist also in der Nähe von Neuruppin, Kyritz etc. kurz vor den Toren Berlins. aber vllt bist du auch im Kreis gefahren? das Gedicht gefällt...
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