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Prosagedicht zum Thema Familie

von  Létranger

etwas fehlte
in den Kammern
und in den Herzen

etwas fehlte am Tisch
das hatte keinen Namen

und ich weiß nicht
weshalb
bin ich hier
wieso

muss ich suchen und graben
im Staub der Geschichten
Schicht für Schicht
bis zur Herzkruste der Generationen
unter zerbombten Städten Häusern
geborstenen Schädeln
blicklosen Augen

die lebten
haben sich ans Leben geklammert
und wollten nicht wissen
was fehlte

Kommentare zu diesem Text


 indikatrix (13.09.21)
und finden im Grund den Grund
LG
Indikatrix

 Létranger meinte dazu am 13.09.21:
Fast ein eigenes Gedicht.
LG Lé.

 wa Bash (13.09.21)
interessantes Gedicht, welches sehr nachdenklich stimmt...

 Létranger antwortete darauf am 13.09.21:
mehr kann ich mir ja nicht wünschen ,

 AchterZwerg (14.09.21)
Sehr gut aufgebaut. :)
Das Gedicht vermittelt schon durch seinen Aufbau eine gewisse Resignation, die durch den geschickten Einsatz betonter Vokale gestützt wird.

 Létranger schrieb daraufhin am 14.09.21:
fein beobachtet. Danke für die Rückmeldung.

LG Lé.

 Quoth (02.10.21)
Hallo Letranger, schöner Entfremdungstext.
Am Schluss würde ich prosamäßiger schreiben:
"die lebten
sich ans Leben klammerten
und nicht wissen wollten
was fehlte"
Gruß Quoth

 Létranger äußerte darauf am 02.10.21:
wäre eine Möglichkeit, Aber in meinen Ohren klingt es so spannender.

Gruß Lé.
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