Living with this black dog, but in the backyard.

Text zum Thema Depression

von  theatralisch

Es gibt diese Art von Depression, die eigentlich gar keine ist - quasi völlig bilanzierend, wirtschaftlich ausgedrückt.

Da ist dieses latente Gefühl von - um im wirtschaftlichen Terrain zu bleiben - no- bis low-budget für Sentimentalität.

Einst gedacht, zumindest die Kombination aus Bier und Schreiben müsste mir bis in alle Ewigkeit Freude bereiten. Doch irgendwann merkte ich, dass ich selbst dann das im zweiten Satz dieses Textes beschriebene latente Gefühl nicht wegbekam. Anders gesagt: Es, das latente Gefühl, blieb halt, ließ sich nicht beirren.

"Trau, schau, wem!", wie einer meiner liebsten Gesprächspartner ehedem anmerkte. Also so viel wie: Prüfe, wem du vertraust! Vertraue dir vor allem selbst und lasse dich nicht beirren! Wenn jedoch auch dieser Impuls irgendwann auf der Strecke bleibt, du einst gern verwendete Metaphern, blumige Sprache weglässt und alles in allem ernsthaft gleichgültig wirkst - dann, ja, dann hat höchstwahrscheinlich diese Art der Depression Einzug gehalten.

Du tust so, als wären deine Schreibutensilien dem Feuer anheim gefallen, als wärst du zu eigen für echte Freundschaften und dergleichen. Und dann natürlich noch so etwas wie: "Das Bier ist schlecht." OK, ist es ja tatsächlich.

Und wenn du lachst, bewirkt das genau das Gegenteil von dem, was es eigentlich sollte und täte, wenn dein Gehirn noch funktionierte: Schmerz, Stress. Auch auf deinen Hund hat das schon abgefärbt. Der lebt nun nicht mehr länger im Haus, sondern im Hinterhof. Letztens hast du ihn von weitem ausmachen können und dich gefragt: "War der eigentlich schon immer schwarz?"


Anmerkung von theatralisch:

I'm b(l)ack.

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