Liebe light

Prosagedicht zum Thema Lieblosigkeit

von  Létranger

Du stehst vor mir
mit zornigen Blicken.
Ich hab dich geliebt
sagst du bitter

und ich wünschte
du könntest

wünschte
ich täts

ja verliebt
ins Verliebtsein
wie Puderzuckerwölkchen
im lichten Blickgewand.

Ach Engel - nun flieg
und lieb den nächsten!



Kurzversion:

Ich hab dich geliebt
sagst du bitter

und ich wünschte
du könntest

wünschte
ich täts

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Kommentare zu diesem Text


 Terminator (27.09.21)
Verliebt ins Verliebtsein, das verwechseln viele, besonders Frauen, regelmäßig mit Liebe. Dabei ist es nicht einmal ein Verliebtsein, denn dazu müsste man jemand anders lieben, aber hier geht es darum, sich selbst im Zustand des Verliebtseins zu bewundern.

 Létranger meinte dazu am 27.09.21:
Ja. Etwas in der Art wollte ich hier "ansprechen".

Gruß Lé.

 niemand antwortete darauf am 27.09.21:
"Verliebt ins Verliebtsein" finde ich gut gesagt, aber das mit dem
"sich selbst in diesem Zustand zu bewundern" hier bin ich nicht
der Meinung, denn der Verliebte liebt seinen Zustand, ist doch dieser eine Art Rausch, der das Leben zuckert und eigentlich nicht viel abverlangt als sich diesem hinzugeben. Man will behalten, was einen dermaßen aus dem echten Leben quasi wegmogelt, dass einem alles leicht erscheint. Verliebtsein ist die Droge der Pärchen.
Und wenn diese aufhört zu wirken, dann wird gejammert, gequengelt und letztlich dann auch verduftet.
LG niemand

 Létranger schrieb daraufhin am 27.09.21:
:-)

 nadir äußerte darauf am 27.09.21:
die zeile, trifft wirklich einen wunden punkt ... ich kenne menschen, die müssen verliebt sein, sonst sind sie depressiv, verliebt ins verliebt sein eben, irgendwie absurd.

mir gefällt dein gedicht, lè! sehr gut sogar, in seiner kargehit und dem durchschimmernden spott, sehr glaubhaft.

 AchterZwerg (27.09.21)
"Ich hab dich geliebt
sagst du bitter

und ich wünschte
du könntest

wünschte
ich täts"

könnte sogar ganz für sich stehen.

Toll! :)

 Létranger ergänzte dazu am 27.09.21:
Das ist eine beachtenswerte Idee !!

LG Lé.

 DanceWith1Life meinte dazu am 27.09.21:
ja, steht nicht für sich, dialogisch, wie die Liebe nun mal ist.
odddderrrr?

 Létranger meinte dazu am 27.09.21:
Du meinst, weil die andere Person im vollständigen Gedicht eine Antwort bekommt?

 DanceWith1Life meinte dazu am 27.09.21:
Lach, ich warte noch auf die Antwort der Zwerge.


aber ich glaube, ich meine mehr als das.

 Agnete (27.09.21)
dem Vorschlag von 8 er schließe ich mich an, LE. Dass der Grund fürs Nichtkönnen noch nachgeliefert wird, eigentlich mehr das Verliebtsein zu lieben als die Person, hm..I
Ich sehe jedoch gerade heute bei den "jungen Leuten", also deren Entwicklung von 15-35 hin, dass tiefe und anhaltende Beziehungen selten sind. Ich lernte mit meinen Kindern über "Freundschaft plus" bis hin hzur Affaire. Vielleicht auch ein Phänomen der oberflächliichen und bindungsarmen Zeit? LG von Agnete

Kommentar geändert am 27.09.2021 um 18:34 Uhr

 Létranger meinte dazu am 27.09.21:
Für mich steht die vorgeschlagene Kurzversion bereits jetzt gleichberechtigt neben der langen.

Wenn ich es mal an anderer Stelle publiziere, werde ich wählen .

LG Lé.

 wa Bash (27.09.21)
the long Version is besser. das zuckersüß hat einen Faden Beigeschmack, das Hauptproblem sind immer die anderen, hört man da raus und letztendlich sucht sich jeder immer seinen eigenen Grund. also ich rede vom männl. Part. das Gedicht gefällt mir aber, abseits jeder Beziehungsproblematik...

Kommentar geändert am 27.09.2021 um 21:01 Uhr

 Létranger meinte dazu am 27.09.21:
Es hat mich tatsächlich gereizt, aus einem LI zu schreiben, dass man nicht unbedingt sympathisch oder bemitleidenswert finden muss .

Antwort geändert am 27.09.2021 um 22:26 Uhr

 wa Bash meinte dazu am 27.09.21:
das kann man so oder so sehen, dass einzige, was bemitleidenswert ist, das in diesem Kreislauf immer mehr Personen involviert werden. aus der Basis dieses Netzwerkes heraus, ist es denke ich auf einmal einleuchtender, selbst diese Welt irgendwie zu verstehen, wenn man schon im Kleinen nicht dazu fähig ist Glücklichzusein. so sehe ich das zumindest. eine künstliche Liebe zu erschaffen, wirkt irgendwie sehr gekünstelt auf mich, so habe ich dies in etwa verstanden, du nicht?

 Létranger meinte dazu am 27.09.21:
Ich bin nicht ganz sicher, dass ich dich richtig verstehe, vor allem nicht, was du mit der künstlichen Liebe meintest.

Ich will in meinen Gedichten oft nicht bewerten, hier auch nicht.

Dieses "verliebt ins Verliebtsein" halte ich für eine fast grundlegende menschliche Neigung, die ich sowohl bei mir selbst, wie auch an anderen Menschen sehe. Sie mag mehr oder weniger stark ausgeprägt oder dominant sein. Sie erzeugt keine tiefe Beziehung, kann aber trotzdem am Beginn stehen. Und vermutlich kann sie auch zum Wiederholungsmuster werden.

 wa Bash meinte dazu am 28.09.21:
also ich finde es schon gekünstelt, wenn man von Verliebtsein spricht. für mich ist dies nichts anderes als eine Schwärmerei, in Teenieherzen oftmals auch ausgelöst durch die Vernarrtheit an seinen Lieblingsinterpreten, deswegen wahrscheinlich auch Schmetterlinge im Bauch, passt ja auch irgendwie zur Schwärmerei, ein Fake Bild des Menschen gegenüber, den man, wenn man ehrlich ist gar nicht kennt. und kurzzeitig einem Impuls folgt, der mögliche Weise kurz einen Mangel deckt o.ä. also eigentlich ist das Wort verliebt für mich schon irreführend, Schwärmerei würde ich besser finden. für einen guten Wein schwärmt man halt auch, nicht mehr und nicht weniger und der kostet nur 3 Euro, nen Vollidiot mitunter einige Lebensjahre :P...

und weiß nicht, an was für einen Anfang stehen soll, hört sich fast so an, ja wenn man erst mal länger zusammen ist, dann ergibt sich das mit der Liebe von selbst (Zwangsehen sind gute Bsp.). ich halte dies aber für eine gegenseitige oder einseitige Abhängigkeit. deswegen mag ich den Begriff Verliebtsein eher gar nicht... entweder man liebt sich oder eben nicht, alles andere ist eeh fake...

Antwort geändert am 28.09.2021 um 19:10 Uhr

 Létranger meinte dazu am 28.09.21:
Es ist ja mit der "Liebe" nicht anders, als mit dem "Verliebtsein". Niemand kann wirklich fassen, was das ist. Auch das Konzept der "Romantischen Liebe", nämlich der Liebe, die einen überkommt, und die man eben hat oder nicht, ist tief durchdrungen von kulturell geprägten Vorstellungen und Erzählungen.

Meine Idee, beim Schreiben mit solchen Begriffen und Konzepten umzugehen, ist eben nicht die radikale Absage an das Wort oder den Begriff. Ich versuche eher, das Fragile und Fragwürdige in diesen Begriffen zu fassen.

Inhaltlich, bemerke ich, sind wir ohnehin nicht weit auseinander.

Gruß Lé.

 wa Bash meinte dazu am 28.09.21:
nein, das sind wir nicht (sprich, um an deinen letzten Satz anzuknüpfen). ich meine letztendlich wurde ja alles richtig gemacht in deinem Gedicht, es ist halt gut, wenn man dies schnell feststellt und nicht sinnlos Jahre verstreichen lässt.

der große Unterschied ist denke ich, dass "Verliebtsein" stark mit dem Belohnungssystem assoziert ist, d.h viele Glückshormone ausgeschüttet werden. aber dann kann man auch gleich nen Stück Schokolade essen. es kann sozusagen auch zu einer Sucht führen. dies liegt alles sehr eng zusammen.

die Liebe hingegen ist nur schwer erklärbar, wenn man sie nicht selbst erlebt hat. ich halte auch nicht viel dies zu differenzieren, sprich platonisch oder romantisch. meine Meinung, nur eine Erfahrung ist eine Erfahrung, da sollte man eher schon selbst versuchen es zu erleben, erst dann wird einem bewusst, dass es eben nur die eine geben kann. ich persönlich finde dies auch gut so...

Antwort geändert am 28.09.2021 um 20:03 Uhr

 Létranger meinte dazu am 28.09.21:
Es gibt anscheinend so viele Wahrheiten wie Erfahrungen. Ich akzeptiere unser Auseinanderliegen. .

 wa Bash meinte dazu am 28.09.21:
nun ja, was soll ich da sagen. außer: ein jeder prüfe sich selbst..

PS: Akzeptanz angenommen

Antwort geändert am 28.09.2021 um 21:57 Uhr

 jennyfalk78 (03.10.21)
Liebe muss einfach wehtun! So glaube ich es zu mindestens!

 Létranger meinte dazu am 03.10.21:
anscheinend
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