Die Unerträglichkeit des Seins

Gedicht

von  Beislschmidt

Die Unerträglichkeit des Seins

Wenn er durch dunkle Nächte geistert,
fühlt er ein Mindersein, das ständig glüht,
doch niemals brennt - nur Tage meistert.

Wie ein Monolith, der übersäuert,
sich selbst ins Formalin hinunterzieht
und Taten hundertfach beteuert.

Wenn ein Besserwisser ständig frisst -
das Los von zügellosem Raffen -
er seinen Makel allzu gern vergisst.

Deshalb er niemals Sättigung erfährt
in seiner Kammer voller Waffen,
die alle das Papier nicht wert.

.

01.22


Kommentare zu diesem Text


 Browiak (02.01.22, 12:09)
Ich hab eher Probleme mit der Unerträglichkeit des Scheins ... 
Ich tu mich auch ein bisschen schwer mit einigen Metaphern - aber ein Mindersein, das ständig glüht, statt brennt, hat mein Mitgefühl.
Für den übersäuerten Monolithen fehlt mir wohl die intellektuelle Chuzpe. 8-)

 Beislschmidt meinte dazu am 02.01.22 um 14:01:
Ich denke wir kennen beide Menschen, auf die es passt ... Satire off  8-)

 Agnete antwortete darauf am 02.01.22 um 17:33:
ein Mensch, den man bemitleiden kann, Hans. Manchmal trifft man einen und versucht, ihn zu erretten. Klappt nie... LG von Agnete

 Beislschmidt schrieb daraufhin am 02.01.22 um 18:35:
Ja .... erretten klappt fast nie. Man muss aufpassen, dass derjenige einen nicht mit runter zieht.

 EkkehartMittelberg (02.01.22, 17:54)
Die Unerträglichkeit dieses Seins kann man verändern. Fangen wir mutig damit an.
LG
Ekki

 Beislschmidt äußerte darauf am 02.01.22 um 18:37:
Wenn's der Lohn des Tüchtigen ist, stürzen wir uns ins 22er Jahr.

 Perry ergänzte dazu am 02.01.22 um 21:03:
Hallo Beislschmidt,
Besserwisser verschleiern meist ihre eigenen Schwächen.
Gern Reflektiert und LG
Manfred

 Beislschmidt meinte dazu am 03.01.22 um 00:10:
Das ist wohl wahr, wie wir wissen, Petry
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