Ein schönes Fleckchen zum Sterben

Kurzprosa zum Thema Nachdenkliches

von  IsoldeEhrlich


Kurz vor dem Ziel scheint die Welt gelb. Nicht durchgehend gelb, es ist ja erst Anfang April. Aber das bis zum Horizont reichende Rapsfeld trägt bereits genügend Blüten, um es strahlen zu lassen. Nach der nächsten leichten Anhöhe ein erster Blick aufs tiefblaue Meer. Welch Kontrast zu dem üppigen Gelb! Die Straße wird nun zur Allee mit uralten knorrigen Bäumen, wie für diesen Landstrich so typisch. Viel hat man hier im Laufe der Jahrzehnte glücklicherweise nicht verändert.

Am Straßenrand erkennen wir im Vorbeifahren ein schlichtes Holzkreuz, davor ein frischer Narzissenstrauß. Kann es sein, dass solche Gedenkkreuze in den letzten Jahren häufiger geworden sind?

Die Unbeschwertheit eines Urlaubstages verfliegt. Wie geschah dieser Unfall? War das Feld gerade rapsgelb? Oder herrschte Winter und die Felder glänzten in Weiß?

Beim ersten Strandspaziergang grübeln wir später, ob es das gibt: ein schönes Fleckchen zum Sterben.





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