Im Nachhinein

Text zum Thema Abrechnung

von  Mondscheinsonate

Nein, eigentlich ist nichts und niemand es wert, dass man sich aufgibt, aber im Nachhinein ist man immer schlauer. Sei es Liebe oder Freundschaften, selbst nicht nach dem Sterben eines geliebten Menschen, denn die Selbstaufgabe macht auch nicht wieder lebendig.

Erst letztens stritt ich wegen einer Lapalie mit einer Freundin, mit der ich ganz dick war, kein Blatt passte dazwischen, aber sie "kündigte" mir sofort die Freundschaft, anscheinend ist das ein Vertrag gewesen, soll so sein, ich kränke mich nicht mehr. 

Auch die Liebe ist so eine Sache, da verfasst man tausende Gedichte und Texte und später schüttelt man nur noch den Kopf, denkt sich "Armer Narr".

Im Grunde wird immer alles gut, am Ende schon. 


Sicher, es soll nie aufhören, dass etwas berührt, aber, das sich hineinsteigern sollte doch nicht ins Krankhafte gehen. Und, überhaupt, von oberflächlichen Menschen braucht man sich kein Mitleid erwarten, es ist doch nur Mitleid, was man sich erwartet: "Du Armer!" 

Aber, das nur, so lange man noch nicht seinen Part erkannt hat, denn ins Unglück stürzt man sich nur selbst, schließlich erkennt man, dass das Gegenüber nicht gerade das Gelbe vom Ei ist. Ich weiß, ich weiß, die Glückshormone lassen es erstrahlen und sagt jemand: "Das ist ein Trottel!", dann geht man mit dem Schwert auf den Widersacher los. Aber, die Dritten haben schon recht, es ist zumeist ein Trottel oder eine Depperte, weil die sind nicht hormongeschwängert, die sehen die Person wie sie ist und agiert.


Und, nachdem ich schließlich auch weiß, wovon ich spreche, nur zu gut, meine ich doch, dass man in zwischenmenschlichen Dingen ruhig gelassener werden kann. Natürlich tut es weh, ja, aber idealisieren braucht man niemanden. 

"Ich werde nie wieder so einen wunderbaren Menschen haben dürfen!" Ach, so wunderbar? Wieso sitzt du dann da alleine? War da nicht noch etwas, das du verschweigst, eine Kleinigkeit, vielleicht ein nicht funktionieren

"Ich bin schuld!" Nein, zu einer Beziehung gehören immer zwei. "Ich mache immer Blödsinn!" Nun, wenn du mit Blödsinn das Betrügen meinst, dann hat dich etwas nicht ausgefüllt. Wahre Liebe will keinen anderen Menschen. 


Zumeist ist es doch nur die Angst vor dem Alleinesein. "Puuuuhhh, ich bin alleine und verfalle jetzt in Depressionen, zeige das der Welt!" Das Mitleid hält sich in Grenzen, wenn man ständig Trost und Rat von anderen braucht. Vielleicht lernt man einmal sich selbst zu lieben und überlegt, dass man eigentlich immer nur eine Bespaßung von außen braucht, weil man mit sich selbst nichts anzufangen weiß. Das Gegenüber ist kein Eigentum, es ist ein Geschenk, das dazugehört. Dazugehören bedeutet: ausschmückt. Ist es weg, muss noch alles da sein. 

Nun ja, das ist ein Prozess, den Egomanen natürlich nicht begreifen können und noch stur aufstampfen, aggressiv werden, wenn man sie im Selbstmitleid stört. 

Ja, ja, ich weiß wovon ich spreche. 


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Kommentare zu diesem Text


 Thal (20.05.22, 10:53)
Natürlich ist die wahre Natur des Menschen Liebe, trotzdem kann Loslassen weh tun. Wenn es nicht so wäre, könnte doch auch jeder einfach mit jedem. Das ist aber nicht so.

 Mondscheinsonate meinte dazu am 20.05.22 um 10:55:
Ja, wahre Liebe ist etwas Schönes. Die, aber nicht ein sinnloses Beeinandersein.

 Thal antwortete darauf am 20.05.22 um 11:15:
Es hat eben so viel Sinn, wie es für jeden an sich macht.
Wenn du fragst, was der Sinn im Zusammensein ist, kannst auch gleich nach dem Sinn des Lebens fragen.

 Mondscheinsonate schrieb daraufhin am 20.05.22 um 11:18:
Ja, aber meinst du, man sollte sich aufgeben, wegen eines anderen Menschen? Ich behaupte Nein.

 Thal äußerte darauf am 20.05.22 um 11:42:
Doch, Selbstaufgabe und Selbstfindung gehört zum Lieben dazu.. das kann aber nur jeder für sich rausfinden.

 Mondscheinsonate ergänzte dazu am 20.05.22 um 11:47:
Bei Selbstfindung bin ich geistig bei dir, aber Selbstaufgabe nicht. Wie heißt es so schön:"Zumeist liebt einer immer mehr!" Kein Grund sich aufzugeben. Manchen Menschen stirbt der geliebte Mensch weg, das ist ganz ganz schlimm, soll aber nicht zum Stillstand führen, denn der/die Andere lebt noch und legt sich nicht dazu.

 Taina meinte dazu am 20.05.22 um 13:00:
meinst du, man sollte sich aufgeben, wegen eines anderen Menschen? Ich behaupte Nein.
Da behaupte ich auch nein.


Ich wundere mich nur, worin diese Selbstaufgabe denn genau besteht. Den anderen Menschen hat man doch selbst gewählt, wie kann das eine Selbstaufgabe sein? Soll man sagen, upps hab mich verwählt, Pech für dich wenn du mir vertraut hast?

 Mondscheinsonate meinte dazu am 20.05.22 um 13:02:
Die Selbstaufgabe danach meinte ich.

 Taina meinte dazu am 20.05.22 um 13:44:
Ach so, das hatte ich falsch verstanden. Da stimme dir zu, Selbstaufgabe danach macht überhaupt keinen Sinn :)

 Taina (20.05.22, 11:34)
"Ich bin schuld!" Nein, zu einer Beziehung gehören immer zwei. "Ich mache immer Blödsinn!" Nun, wenn du mit Blödsinn das Betrügen meinst, dann hat dich etwas nicht ausgefüllt.

Unausgefülltheit ist keine Rechtfertigung für einen massiven Vertrauensbruch.

 Mondscheinsonate meinte dazu am 20.05.22 um 11:41:
Nein, wenn er aber permanent passiert, dann ist das Gegenüber kein Passendes. Ich bin objektiv an die Sache gegangen, nicht subjektiv. Dass das weh tut, ist kein Thema. Es ging mir um das Wort Beziehung.

 Taina meinte dazu am 20.05.22 um 11:58:
dann ist das Gegenüber kein Passendes
Da gebe ich dir recht. Oft wiederholt sich der Betrug dann auch gegenüber anderen Beziehungen. Wenn eine Person das Potential dazu hat, ist Vertrauen nicht angebracht.

 Mondscheinsonate meinte dazu am 20.05.22 um 12:00:
Also, vielleicht bin ich da wieder kitschig, aber, wenn ich liebe, finde ich nichts anderes geil als meinen Partner.

 Taina meinte dazu am 20.05.22 um 12:10:
Wieso soll das kitschig sein, das ist Liebe!



PS. Viell. habe ich das ganze nicht richtig verstanden, wer ist denn der Verlassene, der Betrogene oder der Betrüger?




Antwort geändert am 20.05.2022 um 13:46 Uhr

 diestelzie (20.05.22, 17:04)
Da wir nur dieses eine Leben haben, sollten wir uns niemals selbst aufgeben. Nicht wegen einer Freundschaft (die übrigens sehr viel aushält, wenn sie echt ist) und auch nicht aus Liebe. Egal wie die Umstände sind, die Zeit ist einfach zu kostbar, da keiner weiß, wieviel er davon hat.

Liebe Grüße
Kerstin

P.S.: Ich habe seit ca. 30 Jahren eine "beste Freundin", wir konnten uns durchaus nicht immer leiden, waren aber für den anderen in Krisenzeiten immer da.

 Mondscheinsonate meinte dazu am 20.05.22 um 18:42:
Du, die hab ich auch, wir gehen heuer ins 31ste Jahr. 

Da bin ich eben geistig bei dir. Lieben ja, viel lieben JA, aber nicht sich für niemanden aufgeben.

 Agnete (21.05.22, 12:42)
menschliche Beziehungen können schwierig sein, denn jeder bringt sich selbst mit ;) LG von Agnete

 Mondscheinsonate meinte dazu am 21.05.22 um 21:04:
Oh ja!
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