Verstiegen

Gedicht zum Thema Lebensbetrachtung

von  IsoldeEhrlich


Du hast dich in der Wand verstiegen,

doch schaust du dich nicht um, hältst fest

daran, den Berg noch zu besiegen,

und fürchtest Scheitern wie die Pest.

 

Erkennst du nicht, wie aussichtslos dein Streben,

die sinnlos aufgewandte Muskelkraft?

Du solltest nicht an Idealen kleben,

wenn zwischen dir und ihnen Zweifel klafft.

 

Versuch jetzt, ohne Hast zurückzusteigen,

ein Fehltritt wird nicht gleich das Ende sein.

Es liegt bei dir, ob wir im Anschluss schweigen.

Auf jeden Fall bleibst du hier nicht allein.


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Kommentare zu diesem Text


 Agnete (21.05.22, 12:35)
das ist doch mal eine Zusage. Zurücktreten geht besser, wenn man jemanden hat, der unten steht und einen auffängt. Ein Mjut machendes Gedicht, liebe Isolde LG von Agnete

 IsoldeEhrlich meinte dazu am 21.05.22 um 16:04:
Danke, liebe Agnete.

Ich glaube, das Auffangen wird immer dann schwierig, wenn der Andere die Hilfe kategorisch ablehnt. Hier ist viel Geduld nötig - oder manchmal auch ganz einfach Resignation. Dann muss man den Anderen ganz einfach "hängen lassen".

LG, Isolde

 bratmiez (21.05.22, 22:49)
Genial!
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