Verfaulte Zähne

Text zum Thema Abrechnung

von  Mondscheinsonate

Die Persönlichkeitsstörung wurde zur Zerstörung. Verfaulte Zähne, daher immer der zusammengekniffene Mund, sodass es keiner sieht, ein Zahn war nach hinten gebogen, der Rest war grau-gelb, abgeschlagen. Das Meth ließ schneller, höher und mutiger werden. Nichts drang mehr in die Psyche, was dagegen sprach. Einziger Lebensinhalt: die Droge(n), versteckt hinter Spaß. 

Was andere nicht wissen, dass immer das Schema F gefahren wird. Ist eine Freundin da, wird sie permanent betrogen, geht sie weg, wird gejammert und darauf geachtet, dass diese "beste Freundin" wird, der nachgehangen wird. Gedacht wird, dass die Angst vor Verlust so groß ist, dass weggestoßen wird, dabei ist es die Lust am Leiden, es wird weggestoßen, dass gelitten werden kann, somit ist wieder eine Rechtfertigung da, dass sich offiziell zerstört werden kann, schließlich wird gelitten. Außerdem die Bestätigung, dass sowieso nichts hält, aber eher aus der Tatsache, dass die Sucht gerechtfertigt wird. 

Zahnärzte schrieben in der Dental Tribune, dass die Fäulnis durch die mangelnde Zahnhygiene kommt. Durch das ewige Wachsein vergessen die Abhängigen ihre Zähne zu putzen. 

Fäulnis im Mund, Fäulnis befällt die Zähne. Es wird nicht aufgehört, erst, wenn die Tür hinter einem zugesperrt wird und Gitter vor der Nase sind. Manchmal hören sie auf. Manchmal eben.

Überhaupt kein Vermögen mehr, über den Zustand nachzudenken, keine Einsicht mehr, endlich raus aus dem Schattendasein, hinein in das Bad der Menge, was immer gewünscht war, der Mittelpunkt der Erde sein, am Höhepunkt nicht kommen können.

Die Gier nach mehr, immer mehr, seine Selbstwahrnehmung verlieren, den Spiegel als strahlendes Objekt sehen, die Zähne ausblenden, in der Nacht werden sie nicht bemerkt, erst, wenn der Morgen graut, dann sind alle Wölfe grau, also egal. 

Die Nase rosé-matt umrandet, die Nasenschleimhaut bereits tot. Dopamin künstlich ausgeschüttet, Eigenproduktion nicht mehr möglich, tiefer Fall, schnell den nächsten Snief. 

Kleidung mit lustigen Sprüchen, weil man selbst keine mehr im Kopf hat, wird sich von Fremden Sätze ausgeborgt. Hinhacken, hindreschen, wer dagegen redet, ist ein Arschloch, das Recht wird neu gemacht. In dubio pro reo, es gibt keine Zweifel, nur die eigene Wahrheit. Ständiges Cortisol und Adrenalin, die Nieren arbeiten auf Hochtouren, dazwischen Kälte, es wird gezittert, draußen hat es 30 Grad, schnell ein Bier, die Hände scheppern vom Entzug, den Alkoholismus, neben der Substanzabhängigkeit nicht vergessen, auch der soll gefüttert sein. Höher, schneller, mutiger! Hinauf ins Lügengerüst, was kost' die Welt! Nichts und Weh' dem, der lügt! Die Lügen, die meinen, es steht schlimm.


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Kommentare zu diesem Text


 Jedermann (11.06.22, 12:26)
Ich dachte zuerst, du beschreibst unseren Gesundheitsminister 

 Mondscheinsonate meinte dazu am 11.06.22 um 13:23:
Haha, gemein.
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