Land hinter dem Horizont

Gedicht zum Thema Landschaft

von  Tula

zwei Stunden lang zieht uns der flimmernde Punkt
am Horizont - Verheißung blauen Elysiums und einer Strandbar -
über das Meer aus Durst und Melancholie
treiben auf erstarrter Dünung
Karavellen mit grünen Segeln
olivenbeladen

nicht auszudenken eine Panne in dieser Einöde irgendwo …

in den Dörfern schlingt sich blau um weiß
gekalkte Wände harren Stunden auf
die Überlebenden des Aufbruchs
in die neue Zeit die zählt
man hier schon lange nicht mehr

jeden Abend finden sie sich unter den Steineichen
die knorrigen Brüder teilen vergangenes Leid
und Brot und Wein und auch
die Träume von anderen
in der Ferne

bald tränkt die Dämmerung sie mit Schweigen
Menhiren gleich werden sie
allmählich eins mit Baum und Feld und
Dorf und Traum
dann lächelt jeder auf seine Weise

sie wissen um ihre Nächte
hier sind sie noch
sternenklar



Anmerkung von Tula:

2018, ein Eintrag im lyrischen Reisetagebuch -  Alentejo

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Kommentare zu diesem Text


 AlmaMarieSchneider (03.08.22, 12:09)
Wunderbar.

 Tula meinte dazu am 04.08.22 um 00:47:
Hallo Alma
Dir und den anderen Lesern herzlichen Dank  :)

LG
Tula

 harzgebirgler (17.08.22, 18:01)
du weist am schluss auf lichtverschmutzung hin -
das macht, sieht man die karte hier* auch, sinn!

*https://www.lightpollutionmap.info/zoom=4.00&lat=45.8720&lon=14.5470&layers=B0TFFFFFFFFFFFFFFFFFF

lg
harzgebirgler

 Tula antwortete darauf am 19.08.22 um 07:34:
Moin harzgebirgler
Der Sterne wegen könnte man mich durchaus gern in die Wüste schicken  :D

Dankend lieben Gruß
Tula
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