Privatspital

Text zum Thema Trennung

von  Mondscheinsonate

Als mir D. sagte, in welchem Spital er starb, musste ich mich sehr beherrschen. 

Später öffnete ich den Eisschrank, um mir Milch herauszuholen für den x-fachen Kaffee heute. Ein kalter Schauer kam über meinen Rücken. Kühlhaus. 

Er starb um 11:45. Ich sah auf die Uhr. Es ist 13:56, alles schon vorbei, das seit drei Wochen. 

Kurz lasse ich meine Arbeit liegen und sehe aus dem Fenster. Er starb also um 11:45. Ich hätte um 11:30 den Kugelschreiber fallen lassen können, die Stiegen hinabgehen, aus der Türe hinausgehen, über die Straße gehen und in das Spital hineingehen können. Dort hätte ich mich in sein Zimmer weisen lassen können und seine Hand halten können, bis es vorbei gewesen wäre. Das Spital ist über DIESE Straße, genau GEGENÜBER. Ich sehe in die Fenster der Zimmer. Nein, jetzt glaube ich nicht mehr an "Zufälle", ich glaube es einfach nicht mehr. Es hat so sollen sein, das mit dem fertigen Umweltrecht und nun auch das mit dem Spital. Herr im Himmel, jetzt genug davon, wir waren Nachbarn und sind es am Schluss wieder gewesen. 

Na dann, endete es so wie es begonnen hatte: nebenan. Ein feiner Schluss.



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