Ein Schreiben

Brief zum Thema Abschied

von  Mondscheinsonate

Ein post scriptum.


Stell dir vor, heute lag ein Brief, so glattes Papier, Schlittschuhlaufen könnte man darauf, von der Präsidentschaftskanzlei in meinem Briefkasten. Es standen folgende Worte darin:

Sehr geehrte Frau H.,


Vielen Dank für Ihr an den Bundespräsidenten Dr.  .... gerichtetes Schreiben (es war mein Herz, kein Schreiben!), welches am 17. November 2022 in der Präsidentschaftskanzlei eingelangt ist.


Der Herr Bundespräsident hat Ihr Schreiben aufmerksam gelesen und dankt Ihnen für Ihre offenen, sehr persönlichen Worte und auch für Ihre Werschätzung, die Sie ihm in ihrem Brief entgegengebracht haben. Sie haben in Ihrem Leben schon einige Herausforderungen gemeistert und der Herr Bundespräsident hofft, dass Sie Ihren eingeschlagenen Weg unbeirrt und erfolgreich weitergehen werden.


Indem ich Ihnen die besten Grüße des Herrn Bundespräsidenten übermittle, verbunden mit seinen besten Wünschen für Ihre Zukunft, verbleibe ich


mit ebenfalls besten Grüßen


Mag.a. S.B., Leiterin des BürgerInnenservice


Willst du meine Meinung wissen? Der Sascha, dein Sascha, den du so verehrt hast, dessen Werte du mir immer vermittelt hast, nein, es waren nicht deine alleine, du wolltest mich zu einem Sascha-Klon machen, weil dein Zug diesbezüglich schon abgefahren war, du warst zu ungestüm, wolltest, dass ich stets besonnen agiere, wie dein verehrter älterer Freund in schwarzen Cordhosen, hat den Brief niemals gelesen, weil er ihn gar nicht bekommen hat. Sie fingen ihn ab und ließen ihn nicht durch!

Dafür musste der Steuerzahler für dieses Schreiben um 19 Cent weniger bezahlen als unsereins. 

Aber, täte ich unrecht, wäre es schon lieb, was meinst du?

Ich glaube es aber nicht. Dennoch, die Schnelligkeit war überragend. 

Vermutlich wird er nie erfahren, was er durch dich bewirkt hat. Schade. Obwohl, er hat gerade Corona und ist im Home Office, vielleicht hat er mehr Zeit. Nein, definitiv nicht. Aber, du siehst, ich habe Mut, den habe ich von dir oder euch, du warst auch nur ein Sprachrohr von ihm, ein verpatzter Klon, ich schrieb, was du mir vermittelt hast und wie wichtig du mir warst und meine Pläne. Verdammt, jetzt muss ich wirklich anzahn, wenn es der Sascha (oder wer auch immer) es so hofft, nun denn, dann muss ich mich jetzt zu Legal Gender setzen, du kannst dir gar nicht vorstellen, mit was ich es da zu tun habe, eine vertrocknete Feministin wirft Fragen auf, wie zB. Ob der Kündigungsschutz schon in vitro beginnt, bevor er in vivo ist? Diese Frage beschäftigte schon den EuGH.

Versteh mich nicht falsch, ich kämpfe stets für Frauenrechte, aber diese Frage müsste ich persönlich verneinen. 

Diese Frau ist so langweilig, nun, das ist das Problem, solche Themen gehören mit Leidenschaft und Feuer angegangen, mit einer Sprache, die jeder versteht und nicht monoton und abgehoben, somit haben solche Professorinnen "kein Leiberl" in der wahren Welt. Nicht Schimpfen, ist doch wahr! Was glaubst du, warum die Populisten immer größeren Zudrang erfahren? Weil sie nach der Papperlatur reden, volksnah sind. Wichtige Themen gehören klar und deutlich kommuniziert und ja, was schreibe ich, ganz nach dir, ganz wie du es gemacht hast. Dein Konzept ging immer auf, deshalb hast du auch das Goldene bekommen, mit den Worten: "Er fand immer offene und klare Worte...!" 

Nun ja, ich schließe jetzt dein Kapitel und bleibe so wie du, mit den Werten vom Sascha, der hat es weit gebracht. Ich hoffe, er bleibt noch lange da. 

Schlaf gut.


P.P.S. Im Übrigen fahre ich bald nach Prag mit meinen StudiumskollegInnen, ich gendere, ich brauche das Glitzern, Freude und Lachen. Das Leben geht weiter, ich muss es noch füllen.


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Kommentare zu diesem Text


 Dieter_Rotmund (26.11.22, 15:58)
Fängt interessant an, wird dann aber fahrig. Wer soll dieser Sascha sein? Dann gehts um Schnelligkeit (wessen?) und was in aller Welt ist "anzahn"? Sorry, aber du lässt den Leser im Regen stehen.

 Mondscheinsonate meinte dazu am 26.11.22 um 16:04:
anzah'n= wienerisch für weitermachen. Über die Landesgrenze sehen, ein Tipp, schadet niemanden.

Antwort geändert am 26.11.2022 um 16:05 Uhr
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