Meine Mutter

Text

von  Gabyi

Meine Mutter gab mir niemals Schulbrote mit in die Schule. Sie schlief noch, wenn wir morgens losgingen. Ich biss manchmal von den Nutellabroten von Nina zu Reventlow ab, die ihre Brote nicht sonderlich interessierten. Auch meine Freundin Anke hatte oft leckere Wurstbrote von ihrer Mutter mitbekommen. Selten gab sie mir davon auch etwas ab und ich fand sie sehr lecker. Ich fragte meine Mutter aber nie, ob sie mir etwas mitgeben könnte. Komisch, denn meinem großen Bruder gab sie immer etwas mit, denn der ging in Rendsburg in die Lehre. Komisch. Ich hatte den ganzen Vormittag keinerlei Nahrung zu mir genommen. Und auch überhaupt kein Getränk. Die anderen und auch meine Brüder tranken immer Milch, wie es von der Milchwirtschaft propagiert wurde.  Ich mochte überhaupt keine Milch und darauf wurde auch Rücksicht genommen. Aber etwas anderes zu trinken bekam ich auch nicht. Das Kindeswohl wurde hier extrem missachtet, aber wie man sieht, habe ich es überlebt. Ich lebe noch und das muss man würdigen.


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