MAENAD

Sonett

von  ginTon

Worte zur Kunst: Zeitgenössisch
MAENAD (dt. Mänade, Blankosonett)

dein Haar, das Nachtverwehte jeden Morgen
im Angesicht der Fessel, die dich hielt
von jetzt auf heute alles abzulegen
was dich zu Boden drückte: J., ich will

dich reißerisch ganz nahe bei mir fühlen
dass auf der Haut ein Fetzen Rest verbleibt
von dir und mir in fremden Wirklichkeiten
die sich ekstatisch in der Luft verlieren

like Rausch und es verzerrt mich wieder
in deinen Bannkreis aus gelebter Lust
von Kopf bis Fuß Empfindsamkeit zu leben

im Wechselspiel aus rasend versus slow
um Hände doppelseitig zu verwickeln
reißt du mich auf und fügst dein Mehr hinzu…



Anmerkung von ginTon:

*Text zum Bild:  Text zum Bild: Louise Giovanelli MAENAD White Cube Gallery, London

»um Hände doppelseitig zu verwickeln« Zitat aus dem Gedicht The Ecstasy von John Donne, siehe:  hier. In diesem Zusammenhang orientiert sich das vorliegende Gedicht an der namensgebenden Mystik der Mänaden, siehe:  hier, also den weiblichen Anhängerinnen des griechischen Gottes Dionysos. Diese wurden aufgrund ihrer Expressivität und Ekstase ebenfalls als „verrückte Frauen“ bezeichnet und gelten somit als Personifikation der Ekstase schlechthin, siehe:  hier.

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