Kaum zu glauben

Erlebnisgedicht

von  niemand



Was auch ein Weihnachtsmarkt verspricht,

das mag er für Gestalten,

die eins sind mit dem Kerzenlicht,

im Kugelhagel, halten.

Hab ich den Wunsch nach Tannengrün,

dann such ich es im Walde.

Ich will nur heil vorüber ziehn

an dieser Wohlstands-Halde.


So bitt die Welt ich, heut und hier:

Verschon mich mit Gebimmel!

Da schält ein Kind, schält sich aus mir

und wirft, mit kindlichem Gespür,

sich in den Düfte-Himmel.


Es riecht nach Zuckerwatte, Zimt,

nach Bratwurst, Pfefferkuchen -

womit solch Gör den Schneid nur nimmt,

mich damit zu versuchen,


denk ich. Bin doch aus dessen Kleid

schon lang herausgewachsen -

ich möchte nicht, es tut mir leid,

durch solchen Krimskrams staksen.


Doch was geschieht? Ein Zopf, der wächst

am Kopf und bindet Schleifen,

ein Stiefel-Paar hüpft ganz relaxt -

es ist kaum zu begreifen.

Mir ist, als könnt ich Jahre sehn,

die plötzlich rückwärts fließen.

Ich kauf ein Herz mir, bin jetzt zehn

und kann den Kitsch genießen.



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