
Himmelfahrt ist ja Vaters Tag
den jeder Mann im Lande mag
zwar auch weil Christus aufwärts fährt
- was schon die frühe Kirche lehrt -
und fortan bei Gottvater thront
der über allen Wolken wohnt
doch mehr noch weil ein Mannsbild dann
sichrichtig “Kante geben“ kann.
Am Vatertag im schönen Mai -
der Mütter Tag ist grad vorbei -
kommt Männe nun zu seinem Recht:
Er zieht, wenn's Wetter nicht zu schlecht,
samt seinesgleichen über Land
und ist schier außer Rand und Band.
Es wird gelacht, gelärmt, gegrölt,
weil “Bölkstoff“ alle Kehlen ölt.
Ein Handwagen mit grüner Zier
enthält meist kistenweise Bier:
So, wie dies Reservoir sich leert,
ist mit der Zeit, nur umgekehrt,
der Vater voll und abgefüllt -
sein Durst wird vielfältig gestillt,
denn mancher zaubert aus der Tasche
ruckzuck noch eine Flachmann-Flasche!

Bei Maibock, Pils und Weizenkorn
liegt Männe gern um Längen vorn
und lässt sich da partout nicht lumpen,
leert leistungssportlich jeden Humpen,
kennt kein Pardon und trinkt und trinkt,
bis er echt 'duhn' um Haltung ringt -
so ist es alle Jahre wieder:
Christus steigt auf, Vater sinkt nieder!
Die “Sprit-Flut“ tut ihr Werk und wirkt,
bis sich die Nüchternheit verbirgt
im Dunst der Alkoholpromille:
Mit schwer getrübter Schnapspupille
hält Mann sich mühsam auf den Beinen
und wäre selig über Leinen,
die einen, wie 'ne Marionette,
stracks heimwärts zieh'n in Mutters Bette!
Wenn Weingeist so in Strömen fließt
und über Vater sich ergießt,
der, stolz auf seine Manneskraft,
natürlich alle Pullen schafft,
bleibt auch die Konsequenz nicht aus:
Der “Geistvolle“ schwankt spät nach Haus
und fürchtet jetzt nur eins - den KATER,
denn der ist stärker noch als Vater!
Er schleicht ins Hirn auf leisen Pfoten,
sobald Mann schläft gleich einem Toten,
wo er herumstreunt und rumort -
nur Saures treibt ihn morgens fort:
Hering mit Gurke würgt Mann runter
und wird allmählich wieder munter.
Doch nächstes Jahr an Himmelfahrt
wird's abermals für Vater hart...