Graue Zone - (History)

Text zum Thema Historisches

von  Gabyi

Graue Zonen sind weder schwarz noch weiß, jedoch eine Mischung aus beiden. Die Ostzone war die ehemalige DDR und hieß im westdeutschen Volksmund und Sprachgebrauch auch gern “Zone”. Sie war tatsächlich irgendwie fahl und grau für mich und Grauzone hätte auch sehr gut zu ihr gepasst. Wenn man nach Ostberlin fuhr, und das war ja auch die DDR, dann beschlich einen jedesmal dieses dumpfe und graue Gefühl und man war froh, wenn man nachts wieder zurück und heil zu Hause angekommen war. Meine zahlreichen Fahrten durch die DDR, zum Schluss mit 5 DM Eintritt, sprich Zwangs-Umtauschgebühren, verbinde ich mit sonderbaren Erinnerungen. Am Bahnübergang Karstätt zum Beispiel musste ich grundsätzlich mit dem PKW stehen bleiben und lange warten. Oder wenn ich angehalten wurde von den VOPOS, weil ich angeblich zu schnell gefahren war und Geld bezahlen sollte, was ich aber nicht tat. Ich sagte dann, ich hätte kein Geld dabei, und musste manchmal stundenlang stehen und warten. Sie hatten aber kein Recht, mich zum Zahlen zu zwingen aufgrund des 4-Mächte-Abkommens der Alliierten. Sie konnten mich nur warten lassen. Zum Schluss, als ich wieder auf sicherem Boden stand, bekam ich einen Brief vom Minsterium für Innere Angelegenheiten, der mich dazu aufforderte, die Strafe zu bezahlen samt Rechnung. Ich tat es auch, jedoch in DDR-Mark, getauscht am Bahnhof Zoo zum günstigen Kurs 1:4. Und dann waren noch die Bestrahlungen an der Grenze mit Gamma-Strahlung. Die dazu notwendigen Apparaturen wurden jedoch kurz vor der Wende aus dem Verkehr gezogen. Ich hoffe mal sehr, dass ich davon keinen Krebs bekomme. Aber ich gehe ja auch nie zum Arzt.


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