KLICKS UND CLIQUEN

Synthesen + Analysen in der Matrix


Eine Kolumne von  Bergmann

Mittwoch, 25. Dezember 2019, 20:37
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An seinen Schülern wachsen

702. Kolumne


Ich kann nicht genau sagen, wie ich an meinen Schülern wuchs, aber ich bin ganz sicher, dass sie mich (indirekt und unwillentlich) modellierten. Ich habe viele Schüler sehr schätzen können, nicht nur die intellektuellen. Ich liebte sie auch sehr in ästhetischer Hinsicht, diese jungen Gesichter, Körper, Bewegungen, ihre Sprache, auch das Unfertige. Ich lehrte gern und lernte gern. Oft war das eine dialektische Einheit.
Es ist klar, dass man als Lehrer auch an Konflikten lernt, aus eigenen Fehlern, so unangenehm solche Situationen und Prozesse auch waren.
Das beste pädagogische Buch, das ich je las: Horst Brück, DIE ANGST DES LEHRERS VOR SEINEM SCHÜLER - Zur Problematik verbliebener Kindlichkeit in der Unterrichtsarbeit des Lehrers - ein Modell. Kurzum: Der Lehrer, auch der an der Universität, muss seine eigenen Kindlichkeitsreste nutzen im Umgang mit seinen Schülern und Studenten. - Später erkannte ich, dass Ähnliches auch für den Künstler gilt und sogar für den Politiker, wenn man Kindlichkeit weiter fasst, als Unfertigkeit, Unreife etc. Es geht hier um eine didaktische Empathie, die nicht oder kaum durchschaubar ist und wie ein Spiel erscheint, das beiden Spielerseiten gefällt. - Es gelingt dies nicht immer, aber wenn es oft gelingt, so wirkt der Lehrer weitgehend authentisch. Ein gewisses Misslingen ist das Salz in der pädagogischen Suppe, Und dann lernen beide Seiten - auch im Bewusstwerden der letztlich nicht einzuebnenden Rollen. 28.5.2018

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