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Neu: Frisch aus der Feder von diestelzie stammt Übriggeblieben (Gedanke zum Thema Alleinsein). Der Text beginnt so: "Alle sind schon weg / Nur ich bin noch hier / Vergessen? Verlassen? / Dabei war ich immer / Zu allen nett / Richtig lieb sogar / Mein Haus..." weiterlesen!
Kommentar: Vaga hat gerade einen Kommentar zum Text WER HAT MICH GETÖTET von Drita geschrieben: "Liebe Drita, zunächst einmal freue ich mich, dass du dich umentschlossen hast und nicht "für immer" gehst (auch wenn ich, wie ich schrieb, deine Entscheidung respektiert hätte). Gerade hatte ich nämlich begonnen, mich in deine m. E. wirklich hochliterarischen, spannenden, 'emotions- (manche würden vielleicht sogar sagen, 'seelen-) nahen' Texte einzulesen. Diese Kurzgeschichte mit dem Titel Wer hat mich getötet, und in der von dir gewählten außerordentlich passenden, konsequenten Ich-Perspektive erzählt, erlangt erneut meine volle Aufmerksamkeit. Denn gerade diese Ich-Erzählform schafft eine fast intime Nähe, die den Schmerz unmittelbar 'mitfühlbar' macht. Eindringlich (und sinngemäß einleuchtend) finde ich auch die Metapher des Mörders, der kein Gesicht hat: Den Namen meines Mörders kenne ich nicht, sein Gesicht nicht. Ich sah nie seine Hand zittern, als er mich traf. Diese Zeilen zeigen auf außergewöhnliche Weise, dass der 'Mord' nicht als physischer Akt Bedeutung hat, sondern sozusagen die Summe einer kollektiven Kälte ist. Du machst das emotionale Miterleben von Schmerz durch eine ganz besondere Sprachgebung und im übertragenen Sinne absolut greifbar. Der eigene innere Tod passiert hier nicht isoliert, sondern quasi als schmerzhafte Resonanz auf das Leid der Welt und das lähmende Wegsehen der anderen. Die Personifikation der Schatten, also das Wort, das Schweigen, die Menge, zeigt (mir) sehr eindrucksvoll, wie sich gesellschaftliche Wunden verinnerlichen können, bis sich der Schmerz der Welt fast als eigene Schuld anfühlt und zum eigenen Schmerz wird. Dass am Ende keine Heilung stattfinden kann bzw. keine schnelle Heilung, sondern zunächst das individuelle innere, sehr starke Empfinden des Zerbrochenseins fühlbar werden muss, um als Wunde auch nach außen 'zu wirken' wie ein Zeichen: Ich trage sie auf meiner Brust, nicht als Schande, sondern als Zeichen finde ich unheimlich kraftvoll geschildert und 'ehrlich' in der Aussage. Hab' Dank für diesen Text u. lb. Grüße - Vaga"
Aktuelle Diskussion: Verlo hat gerade eine Antwort zu einem Kommentar zum eigenen Text Passen wir zusammen? geschrieben.
Tipp: Saira empfiehlt zur Lektüre: Sind wir bald posthistorisch ? von eiskimo
Kommentar: Vaga hat gerade einen Kommentar zum Text WER HAT MICH GETÖTET von Drita geschrieben: "Liebe Drita, zunächst einmal freue ich mich, dass du dich umentschlossen hast und nicht "für immer" gehst (auch wenn ich, wie ich schrieb, deine Entscheidung respektiert hätte). Gerade hatte ich nämlich begonnen, mich in deine m. E. wirklich hochliterarischen, spannenden, 'emotions- (manche würden vielleicht sogar sagen, 'seelen-) nahen' Texte einzulesen. Diese Kurzgeschichte mit dem Titel Wer hat mich getötet, und in der von dir gewählten außerordentlich passenden, konsequenten Ich-Perspektive erzählt, erlangt erneut meine volle Aufmerksamkeit. Denn gerade diese Ich-Erzählform schafft eine fast intime Nähe, die den Schmerz unmittelbar 'mitfühlbar' macht. Eindringlich (und sinngemäß einleuchtend) finde ich auch die Metapher des Mörders, der kein Gesicht hat: Den Namen meines Mörders kenne ich nicht, sein Gesicht nicht. Ich sah nie seine Hand zittern, als er mich traf. Diese Zeilen zeigen auf außergewöhnliche Weise, dass der 'Mord' nicht als physischer Akt Bedeutung hat, sondern sozusagen die Summe einer kollektiven Kälte ist. Du machst das emotionale Miterleben von Schmerz durch eine ganz besondere Sprachgebung und im übertragenen Sinne absolut greifbar. Der eigene innere Tod passiert hier nicht isoliert, sondern quasi als schmerzhafte Resonanz auf das Leid der Welt und das lähmende Wegsehen der anderen. Die Personifikation der Schatten, also das Wort, das Schweigen, die Menge, zeigt (mir) sehr eindrucksvoll, wie sich gesellschaftliche Wunden verinnerlichen können, bis sich der Schmerz der Welt fast als eigene Schuld anfühlt und zum eigenen Schmerz wird. Dass am Ende keine Heilung stattfinden kann bzw. keine schnelle Heilung, sondern zunächst das individuelle innere, sehr starke Empfinden des Zerbrochenseins fühlbar werden muss, um als Wunde auch nach außen 'zu wirken' wie ein Zeichen: Ich trage sie auf meiner Brust, nicht als Schande, sondern als Zeichen finde ich unheimlich kraftvoll geschildert und 'ehrlich' in der Aussage. Hab' Dank für diesen Text u. lb. Grüße - Vaga"
Aktuelle Diskussion: Verlo hat gerade eine Antwort zu einem Kommentar zum eigenen Text Passen wir zusammen? geschrieben.
Tipp: Saira empfiehlt zur Lektüre: Sind wir bald posthistorisch ? von eiskimo
Lesenswert und doch lange nicht gelesen: Federico (Requiem für F.G. Lorca) von gitano ist vielleicht mal wieder einen Blick wert.
Neue Literaturwettbewerbe: Moerser Literaturpreis (Einsendeschluss: 19.07.26), St. Pauli Literaturpreis: Das Goldene Fischbrötchen (Einsendeschluss: 31.07.26), WORT:ORT Lyrikwettbewerb (Einsendeschluss: 19.07.26)... zur Übersicht aller aktuellen Wettbewerbe und Stipendien