Willkommen bei KV®, Gast!
Alles, was heute neu ist, findest Du hier.
Neu: Frisch aus der Feder von HannaScotti stammt - (Text). Der Text beginnt so: "**Ich verlasse mich / nicht. / Lasse mich / bei mir. / Unerschütterlich. / Ganz eigen / bin ich / bei mir.** / " weiterlesen!
Kommentar: Vaga hat gerade einen Kommentar zum Text Einsame Ameisen in einem Aschenbecher von SiebenÄpfel geschrieben: "Zuerst auch von mir ein herzliches Willkommen. Und ein "Wow" zu diesem Text, der mich tief beeindruckt! Besonders wegen seiner unheimlichen, dichten Atmosphäre. Für mich liegt der eigentliche Schlüssel dieser Geschichte im Verdacht einer tiefen Empathielosigkeit des weiblichen Erzähl-Ichs. Während Fräulein Klopp (die namentliche Bezeichnung gefällt mir übrigens auch sehr) über den Verlust ihrer besten Freundin geradezu verrückt vor Schmerz wird, betrachtet die Enkelin den grauenvollen 'Feuertod' der Großmutter mit einer fast klinischen, erschreckenden Kälte. Diese emotionale Taubheit sehe ich in der Szene bei der Trauerfeier gegipfelt: Während um sie herum das absolute Grauen in Form von sieben leeren Särgen begraben wird - eine Zahl, die nicht zufällig eine tiefe mythologische Bedeutung besitzt -, bleibt sie vollkommen ungerührt. Statt Trauer zu empfinden, seziert sie distanziert ihre Umgebung, beobachtet bspw. die Lippenbewegungen einer Frau und das Herumfummeln an einem Luftballon. Diese Kälte zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Text - bis zum geheimnisvollen Ende auf der Müllhalde, wo sie dem brutalen Verbrechen an Fräulein Klopp tatenlos zusieht. Ihre obsessive Suche nach der alten Frau ist in Wahrheit deshalb m. E. keine Suche aus Mitgefühl, sondern ein von Schuldgefühlen und/oder gar Täterwissen?? (könnte ich spekulieren) getriebenes Belauern. Die panische Flucht von Fräulein Klopp bekommt dabei eine ganz neue, tragische Dimension, wenn ich nun sogar eine optische Ähnlichkeit der Enkelin mit der verstorbenen Großmutter vermute: Die traumatisierte Freundin flieht irgendwie unbewusst vor dem lebendigen Geist der Toten und der fleischgewordenen Kälte dieser Familie. Dass die Erzählerin/Enkelin am Ende beim Notruf anonym bleibt und einfach auflegt, besiegelt m. E. diese Kälte endgültig. Ein (für mich) psychologisch meisterhaftes 'Stückchen Literatur', das mich zum langen Nachdenken anregt! Genau das ist es, was ich mir (und explizit hier bei kv) wünsche! Herzliche Grüße - Vaga"
Aktuelle Diskussion: Verlo hat gerade eine Antwort zu einem Kommentar zum Text DIESE FÜßE KÜSS ICH NICHT von Schtzngrrrrm geschrieben.
Tipp: EkkehartMittelberg empfiehlt zur Lektüre: Die Welt am Abgrund von Wastl
Kommentar: Vaga hat gerade einen Kommentar zum Text Einsame Ameisen in einem Aschenbecher von SiebenÄpfel geschrieben: "Zuerst auch von mir ein herzliches Willkommen. Und ein "Wow" zu diesem Text, der mich tief beeindruckt! Besonders wegen seiner unheimlichen, dichten Atmosphäre. Für mich liegt der eigentliche Schlüssel dieser Geschichte im Verdacht einer tiefen Empathielosigkeit des weiblichen Erzähl-Ichs. Während Fräulein Klopp (die namentliche Bezeichnung gefällt mir übrigens auch sehr) über den Verlust ihrer besten Freundin geradezu verrückt vor Schmerz wird, betrachtet die Enkelin den grauenvollen 'Feuertod' der Großmutter mit einer fast klinischen, erschreckenden Kälte. Diese emotionale Taubheit sehe ich in der Szene bei der Trauerfeier gegipfelt: Während um sie herum das absolute Grauen in Form von sieben leeren Särgen begraben wird - eine Zahl, die nicht zufällig eine tiefe mythologische Bedeutung besitzt -, bleibt sie vollkommen ungerührt. Statt Trauer zu empfinden, seziert sie distanziert ihre Umgebung, beobachtet bspw. die Lippenbewegungen einer Frau und das Herumfummeln an einem Luftballon. Diese Kälte zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Text - bis zum geheimnisvollen Ende auf der Müllhalde, wo sie dem brutalen Verbrechen an Fräulein Klopp tatenlos zusieht. Ihre obsessive Suche nach der alten Frau ist in Wahrheit deshalb m. E. keine Suche aus Mitgefühl, sondern ein von Schuldgefühlen und/oder gar Täterwissen?? (könnte ich spekulieren) getriebenes Belauern. Die panische Flucht von Fräulein Klopp bekommt dabei eine ganz neue, tragische Dimension, wenn ich nun sogar eine optische Ähnlichkeit der Enkelin mit der verstorbenen Großmutter vermute: Die traumatisierte Freundin flieht irgendwie unbewusst vor dem lebendigen Geist der Toten und der fleischgewordenen Kälte dieser Familie. Dass die Erzählerin/Enkelin am Ende beim Notruf anonym bleibt und einfach auflegt, besiegelt m. E. diese Kälte endgültig. Ein (für mich) psychologisch meisterhaftes 'Stückchen Literatur', das mich zum langen Nachdenken anregt! Genau das ist es, was ich mir (und explizit hier bei kv) wünsche! Herzliche Grüße - Vaga"
Aktuelle Diskussion: Verlo hat gerade eine Antwort zu einem Kommentar zum Text DIESE FÜßE KÜSS ICH NICHT von Schtzngrrrrm geschrieben.
Tipp: EkkehartMittelberg empfiehlt zur Lektüre: Die Welt am Abgrund von Wastl
Lesenswert und doch lange nicht gelesen: Große Litanei eines Nullcheckers oder: kV Hold'em von Lala ist vielleicht mal wieder einen Blick wert.
Neue Literaturwettbewerbe: St. Pauli Literaturpreis: Das Goldene Fischbrötchen (Einsendeschluss: 31.07.26), WORT:ORT Lyrikwettbewerb (Einsendeschluss: 19.07.26)... zur Übersicht aller aktuellen Wettbewerbe und Stipendien