KLICKS UND CLIQUEN

Synthesen + Analysen in der Matrix


Eine Kolumne von  Bergmann

Freitag, 26. Oktober 2007, 00:03
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VON HARTZ IV zu MATRIX IV

? … Grundeinkommen für alle … ?

Das staatliche Almosen bahnt sich historisch betrachtet schon seit der Reform- und Sozialpolitik Willy Brandts an. Hartz IV ist die derzeitige Vor-Form.

Grundeinkommen wird in der Zukunft eine Notwendigkeit, davon bin ich überzeugt. Weil Vollbeschäftigung nie mehr herzustellen ist.
Der Kapitalismus war nicht der Totengräber seiner selbst, wie Karl Marx vor 150 Jahren annahm - es wird so kommen, dass der Kapitalismus, einzige mögliche Form sinnvollen Wirtschaftens, das Grundeinkommen erzeugen wird, weil es nicht anders geht. Natürlich geschieht das nicht freiwillig, sondern nur um künftige soziale Unruhen und Revolutionen zu vermeiden. Die westliche Demokratie, die den Erdball in verschiedenen Modellen regiert und eine Vernunftehe mit dem Kapitalismus führt, wird nach und nach so ein Grundeinkommen einführen. Es wird besser sein als Hartz IV, aber nicht viel.

Und das wird nur geschehen, wenn nicht vorher der große Kollaps eintritt: Die Energiekatastrophe und/oder der ökologische Untergang im Verbund mit Überbevölkerung. Aber auch das dauert länger, als man denkt.

Und bis dahin ist mit bedeutenden großen Kriegen zu rechnen, und zwar im Maßstab der Weltkriege - und in dem Zusammenhang mit Regimes à la Hitler.

Hartz IV ist, gemessen an der bürgerlichen Sozialpolitik, ein Rückschritt. Aber nicht im globalen Maßstab. In dem Sinne ist jetzt weniger Geld da für eine Almosenpolitik als in den fetten 70ern und 80ern.
Hartz IV ist die Vorform eines tatsächlich entstehenden Grundeinkommens, weil es die Verschmelzung des früheren Arbeitslosengeldes II mit der Sozialhilfe ist. Immerhin impliziert das die Erkenntnis, dass Kapitalismus nur in historischen Ausnahmezeiten Vollbeschäftigung ermöglicht. Der Fortschritt liegt nicht in der Höhe der Gelder, sondern in der wachsenden Anwendung. Es ist völlig unerheblich, ob ich das gut finde.

Meine Prämisse ist zur Zeit noch die, dass die kapitalistisch verfasste Gesellschaft das Verhungern von vielen nicht will, weil es dem Kapitalismus schadet. Die Menschen unserer Gegenwart werden mit einer wahrscheinlich globalen Sicherung des Existenzminimums kaltgestellt - es ist dies nichts anderes als ein gigantisches gläsernes Gefängnis mit Fesselung der im Kapitalismus Unbrauchbaren ohne eiserne Ketten: Das ist Matrix IV! Und für die Kapitalisten sind die Summen für so ein Grundeinkommen, wie immer es genannt wird, Peanuts!

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Kommentare zu diesem Kolumnenbeitrag


 Elén (30.10.07)
Die Thematik ist eine sehr interessante. Um so bedauerlicher, dass deine Gedanken sehr flüchtig und unkonzentriert daherkommen. Was ich mir wünschen würde als Leser. Eine Darstellung des marx'schen Gedanken, den du erwähnst und ein Versuch ihn in unsere Zeit zu transportieren. Bzw. darzulegen: warum du vom Grundeinkommen überzeugt bist, ausser nur die kurze Feststellung anzumerken, dass "Vollbeschäftigung nie mehr wieder herzustellen ist". Für eine Erörterung ist ein Schlussplädyer: "weil es nicht anders geht" inakzepltabel. Was geht nicht? und in Anlehnung zu welchem Modell genau geht was nicht? Ich kenne österreichische Sozialmodelle, - von Harz IV habe ich eine ungefähre Vorstellung, eine konkrete jedoch nicht. Wenn wir über Sozialmodelle reden, würde ich als Leser gerne wissen wie die Inhalte der unterschiedlichen Modelle aussehen.

"Und was wird nin geschehen" - Nein. Nein. Nein! Das ist zu pathetisch. Das ist einfach rethorische Schwarzmalerei im stil der Prophezeihung á la Nostradamus, die mit einer inhaltlichen Auseinandersetzung zum Thema nicht mehr viel zu tun hat. Sicher kann man Hypothesen andenken. Aber dann muss man auch erörtern: warum man zu der Annahme kommt und aus welchen Sozialdynamischen Prozessen sie angenommen entstehen würden. Und das geht weiter: mit Phrasen wie: á la Hitler, großen Kriegen und Kollaps..

Die Themen die du hier aufwirfst wären Stoff für mindestens 4 Bücher: a) Normen und Werte in unserer Zeit; ist das Modell des Grundeinkommens für alle in einer gegenwärtigen Gesellschaft mit ihren Glaubenssätzen in denen sie lebt umsetzbar, bzw. welche ethischen Werte bräuchte der Mensch um die marx'sche (u. auch die fromm'sche) Theorie zu leben; bzw. ist der Mensch reif genug für eine derartige Solidarität.
b) gegenwärtige Soziologie des Staates. Warum besteht die Notwendigkeit zur Veränderung; Missstände ..
c) Kapitalismus/Ethik; wer gibt die Werte vor?
d) wie sieht die Welt von morgen aus; welchen Zugewinn an Lebensqualität hat der Mensch in der Vision des Grundeinkommens für alle.

Für mich persönlich. Ein sehr spannendes Thema. Und, eben schad, dass das hier so hingewurschtelt ist.

lg

 Bergmann (30.10.07)
Liebe Andrea, es ist eine Kolumne, nichts weiter, ich stelle Thesen auf. Immerhin regten sie dich ja an.
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