Film & Fußball

Eine cineastische Mannschafts-Kolumne


Die Kolumne des Teams " Film & Fußball"

Samstag, 20. Februar 2016, 13:26
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Der Kühlschrank, cineastisch gesehen

von  Dieter_Rotmund


Kürzlich schlug eine kV-Userin einen Thementag vor. "Kühlschrank" sollte das Sujet und Sonntag der Tag sein. Die Film & Fußball-Kolumne erscheint immer am Donnerstag. Dennoch fragte ich mich, ob denn der Kühlschrank an sich ein Ding von cineastischer Bedeutung sei.
Mein erster Gedanke - man möge es mir verzeihen - war das Bild einer hinreissenden Nadja Uhl im schmalen Slip, zu ihrem Kühlschrank hinuntergebückt, in Andreas Dresens Sommer vorm Balkon aus dem Jahre 2005. Herrlich!
Der Kühlschrank, so muss man erkennen, ist im Film und Fernsehen nur Mittel zu Zweck, um eine bestimmte Situation zu erzeugen. Leerer Kühlschrank heißt: Entweder Lebenskrise (Protagonist ist zu verwirrt zum Einkaufen) oder Finanzkrise[(i] (Protagonist ist pleite). Nun ja, immer noch besser, diese Bilder zu benutzen als es jemand sagen zu lassen, vielleicht sogar ganz Erklärbär-haft aus dem Off, das braucht nun wirklich niemand.
Desweiteren stehen mit bunten Kritzeleien zugeklebte Kühlschranktüren für ein sog. "glückliches Familienleben" bzw. für den Mythos desselben. In anglpophonen Filmen gibt es auch den reichlich seltsamen Brauch, (im familiären Zuhause) Zeugnisse und Prüfungsergebnisse an die Kühlschranktür zu heften. Der Kühlschrank als Pranger, wahlweise auch Der Kühlschrank als Wandzeitung und Mittel der innerfamiliären Öffentlichkeitsarbeit könnte man sagen. Denn der Kühlschrank ist in Familien mit Jugendlichen und Kinder selbstredend Zentrum, essen und trinken selbige eben überdurchshnittlich viel.
Wobei man eigentlich noch vom Kühlschrank auf Hüfthöhe vom Kühlschrank auf Bodenhöhe unterscheiden müsste. Je größer der Haushalt, desto eher ist der Eiskasten, wie die Österreicher reichlich altbacken sagen, auf Hüfthöhe. Man vergleiche: Die hoteleigene Minibar, ebenfalls ein Kühlschrank, steht meistens auf Bodenhöhe. Auch in Film und Fernsehen.
Leichte Soziopathen werden oft dadurch dargestellt, dass sie leergetrunkene Flaschen zurück in den Kühlschrank stellen. Auch hier ist der Kühlschrank Mittel zum (cineastischen) Zweck.
Bleibt der Kühlschrank als Metapher. Gefühlskalte Menschen gelten als Kühlschränke, spntan fällt mir hier Lucy Lius Darstellung der Ling Woo in Ally McBeal (US-TV-Serie, 1997 bis 2002) ein. Oder Leonard Nimoys Mr. Spock (Vorname übrigens offenbar unbekannt) aus Star Trek, US-TV-Serie 1966-1969. Um nur zwei Beispiele zu nennen.

Film der Woche:
Attack of the Killer Refridgegerator, 15min, USA 1990
(von IMDB.com:) Storyline: A group of teenagers get drunk and abuse a hapless refrigerator. The machine then goes on a killing rampage, eating the ones who beat him up.

Kommentare zu diesem Teamkolumnenbeitrag

Graeculus (69)
(25.02.16)
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