Film & Fußball

Eine cineastische Mannschafts-Kolumne


Die Kolumne des Teams " Film & Fußball"

Mittwoch, 27. November 2019, 11:04
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Ist Trash automatisch billig?

von  Dieter_Rotmund


Gastkolumne von  max.sternbauer

Müssen gute Filme viel kosten und können auch schlechte Filme Spaß bringen?
Kurz geantwortet , auf die erste Frage mit nein und auf die zweite mit ja.
Gut, das dass geklärt ist, nun zu einem anderen Punkt: muss Trash immer billig produziert sein?
Auch hier eine kurze Antwort und die lautet auch schlicht, nein.
So, ab hier müssen sie nicht mehr nicht mehr weiter lesen, außer sie wollen noch einige Gedanken dazu hören. Also gut, bitte schön.
Der Name Trash, leitet sich von den Begriff Abfall her ab und soll kulturell der Ausdruck für ein sehr spezielles Werk sein; Trash eben.
Ein billiges und schlechtes Produkt, das selten wert auf Nuancen legt bei seiner Ausgestaltung.
Trash, tanzt auf dem schmalen Grat zwischen beabsichtigt Scheiße und total Misslungen und meistens zeigt die Nadel auch auf die letzte genannte Seite.
Der Grund eines gescheiterten Projektes, also eines Filmes z.B, kann oft genug an fehlenden Ressourcen festgemacht werden. Man hatte einfach nicht die Zeit, oder das Geld, aber meistens beides nicht, damit aus dem Zeug was gescheites werden konnte.

Aber hier muss man mit Vorsicht darauf achten, nicht vorschnell zu urteilen, das Trash alleine auf zu wenig Geld zurückzuführen ist.
Trash hat auch eine starke ästhetische Komponente, die Regisseure wie John Waters ausnutzten (Pink Flamningos).
Zwei Filme als Beispiel: Waterworld und Battlefield Earth.

Im ersten Film kämpft Kevin Costner, in einer komplett überfluteten Welt gegen einen Piratenchef Denis Hopper, der sogar eine Augenklappe trägt. Waterworld, ähnelt Mad Max auf Wasserskiern, es gibt weder Recht noch Gesetz und die Stärksten plündern die Schwächsten aus und der Held (Costner) ist eine merkwürdige Mutation mit Kiemen.

In Battlefield Earth, wird die menschliche Zivilisation von Aliens zerstört, die über mächtige Technologien verfügen. Warum man aber diese mächtigen Kreaturen aber nicht ernst nehmen kann, nun, so heißen die Aliens aller ernstes Psychlos und zu ihrem Outfit gehören unter anderem: Rastafari-Frisuren und Plateau-Schuhe.
Die Idee zu dieser Geschichte, die dann von John Travolta mitgedreht und mitfinanziert wurde, war aus der Feder von Scientology-Gründer L. . Ron Hubbard geflossen.
Beide Filme eint, neben der Tatsache, dass sie komplette Katastrophen an der Kinokasse waren, dass sie über eine haarsträubende Story verfügen, die bevölkert ist mit überzeichneten Charakteren.
Das gehört mit zum Trash, es ist eine Kunstform der Überzeichnung.
Wie viel Spaß hätte Battlefield Earth gebracht, wenn die Produzenten versucht hätten, in die Fußstapfen von Space Odyssey 2001 zu treten?
Oder, wenn man das Szenario von Waterworld auch nur eine Sekunde ernst nehmen würde.
Aber, der Witz an beiden Filme ist, sie sind beides Trash und hatten während der Produktion ein stattliches Budget hinter sich.
Hier kommt wieder mal die Regel ins das Spiel, dass der Titel Trash häufig unfreiwillig erhalten wird. Übrigens, Waterworld galt lange als einer der größten Filmflops aller Zeiten. Hat aber, durch DVD-Verkäufe und Erlöse aus dem Geschäft mit Senderechten im Fernsehen, sein Budget wieder eingespielt. Ein schwacher Trost und später Trost für Kevin Costner.

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