Guten Start!
bin soeben aus dem schloss zurück
da hat sich seltsames zugetragen
Wir waren schon einmal Zeugen vom Versuch, einen ganzen Wald zu verpflanzen. Grosse Lastwagen fuhren manchmal zu dritt Richtung Zoo
und auf der Fracht lagen riesengrosse Bäume, Wurzel verpackt in Balle mit ihren Ursprungsumgbung.
Zuerst wussten wir nicht wohin. Das erinnerte an eine Geheimoperation.
Plötzlich sahen wir die Bäume. Unterstützt mit Stahlseilen, schön aufgerichtet.
Das freie Stück Land um den Zoo wurde aufgefüllt mit den gebrachten Bäumen.
Wir haben sie dann kontrolliert und zugeschaut, wie sie im Frühling schön ihre
Blätter bekommen haben und gedeihen. Ein Einziger, gerade Erster in der Reihe,
ist ausgetrocknet. Schade, er steht immer noch dort. Die Demontage ist wohl ziemlich kostspielig. Alles wirkt ziemlich optimistisch.
Eine Trauerweide haben wir unter den Bäume nicht gesehen, obwohl direkt an den Zoo ein sehr schöner Friedhof grenzt.
Im Schlosspark wachsen welche, grosse, massive. Die Hauselady hatte die Idee,
das Regiment zu verjüngen. Eines Tages leuchtete ein seltsames Bild auf den Handys. Ein prächtiges Weiden Junge, Wurzel geballt, wurde auf den Lastwagen vom Gärtner aufgeladen. Ziel war klar, das Auto gehört zum Schloss.
Da aber am Südfassade ein Gerüst aufgebaut wurde. haben wir das Bäumchen vergessen. Fasziniert schauten wir den Profis zu, wie schnell und fachlich
die Stahlkonstruktion wuchs, ich erinnerte mich dabei an meine junge Zeit,
wo ich habe Gerüste aus Holz aufbauen müssen, voller Angst von der wackeligen Bau und Höhenangst sowieso und dann musste ich sie auch noch zwecks Malen selber besteigen. Was für ein Fortschritt seitdem…
Piepsen vom Telefon hat uns aus den Träumen gebracht. Am Bildschirm hopste
der Weiden Jüngling bei der Einfahrt. Alle Arbeiten wurden unterbrochen
und man sammelte sich um das schon heimlich begrabenen Loch, wo das riesen Baby eingesetzt werden sollte.
Aber wie? Das Baby war doch ziemlich schwer und kein Kran weit und breit.
Aber wozu die Profis vom Gerüst da? Mit gemeinsamen Kräften hob man den
Baum Jüngling auf eine schiefe Lade und auf einen Schub gleitete der Baum
und der Vorarbeiter der Gruppe in das vorgesehene Loch, wo sie beide
jubelnd begrüsst worden sind
.
Das Aufrichten ging schnell und ganze Kompanie ging in Rosa Stimmung
schwer verdientes Bier oder eine Schale Kaffee trinken. Dem hingefallenen
Chef ist nichts passiert, bis jemanden ein Telefon läutete. Alle haben aus
purer Gewohnheit Hände in den Sack fahren lassen, wenn da plötzlich ein
verzweifelter Schrei kam.
“Ich habe mein Handy mit dem Baum begraben lassen!”, meldete der Chef.
Alle haben wir den unglücklichen Gruppenchef beglückwünscht. Er wird nämlich
als erster in das Geschichte kommen, der aus einer Trauerweide eine singende
Weide gepflanzt hat, wenigstens solange der Akku läuft…