KLICKS UND CLIQUEN

Synthesen + Analysen in der Matrix


Eine Kolumne von  Bergmann

Donnerstag, 18. Oktober 2007, 23:35
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ICH HABE VON DIR GETRÄUMT

für Brigitte

Traum

Wir sind auf dem Weg – erst im Zug, dann mit dem Auto in einer kleineren Stadt - zu einem Treffen mit anderen Leuten, wir tanken an einer Tankstelle, wo man die Zapfsäule aus dem Boden ziehen muss. Dann in der großen Baracke, wo die Dichter sich treffen, wir sitzen an einem Tisch und reden intensiv, du siehst aus wie Nora Jones, plötzlich stehen wir vor dem Gebäude, aus dem Himmel schießt senkrecht ein raketenartiges Flugzeug, drei Mal so dick wie ein Airbus, auf den Vorplatz eines großen Gebäudes zu, prallt auf und schrumpft auf ein Viertel der ursprünglichen Größe zusammen. Sekunden später fliegen die großen Flügel und andere Teile ganz langsam durch die Luft, während ich – jetzt allein – aus dem Inneren des Flugzeugs ein Rieseln höre, Sand und kleine Steinchen.
Dann wieder in der Baracke – wir suchen das Zimmer, wo die anderen tagen, einmal ist der Raum leer, ein andermal sind es die falschen Leute. Dann finden wir sie. Ich wache auf.


Deutung

Ich begegne im Traum der weiblichen Galionsfigur von KV: Brigitte G. Aber das wird keine Love Story. Oder doch? Auf einer anderen Ebene vielleicht. Brigitte ist der Teil von KV, mit dem ich gut klar komme. Sie ist weder monarchisch noch dumm, und so ist mein Traum eine Annäherung an KV.
Anders gesehen: Zwei Engel begegnen sich und retten KV: Die Rakete schlägt nicht in KV ein. Wer oder was ist die Rakete? Dons späte Rache? Nein. Denn Dons Liebe war größer als seine Enttäuschung. Oder war die Rakete eine Metapher für den großen Virus, nämlich das immer heftiger sich ausdehnende Sommerloch der Langeweile und Kunstunfertigkeit?
Oder war es eine Identitätskrise? Wir finden KV gar nicht mehr, wir stoßen ins Leere. Dann treffen wir die, die wir nicht treffen wollen. Wie dem auch sei: Jedenfalls gelang uns am Ende die unio mystica mit KV doch noch.
Tja. Dinge gibt's, die gibt's eigentlich gar nicht. Die gibt es nur im Traum.

Kommentare zu diesem Kolumnenbeitrag


 Theseusel (19.10.07)
*hach* Da könnte aber auch der Steinchenwerfer gelandet sein um die Aufmerksamkeit der Anwesenden zu gewinnen ... er war ja viel in Sachen Aeronautik auf den Flügeln;)

Die beiden letzten Zeilen erinnern mich sehr an das Unperfekthaus in Essen! Das ist dort sehr verwirrend und Du beschreibst eine Szene, wie ich sie erlebt habe. Dabei warst Du doch meines Wissens noch nicht dort.

Deine Deutung der sich schärfenden Konturen finde ich klasse ... im Kennenlernen ein Gesicht erhalten... In einer Sache allerdings widerspreche ich Uli:"Die Herz-Dame hat immer etwas G.bieterisches!"*g*

 BrigitteG (19.10.07)
Oh. Eigenwilliger Traum, Uli. Bei der "Baracke" habe ich spontan an den Raum im Wald von Artern gedacht, in dem wir uns voriges Jahr getroffen haben. Eigentlich geht der Traum insgesamt gesehen recht gut aus, finde ich: der Angriff verpufft im großen Maße, wir finden den Raum mit den anderen kV'lern und ich sehe aus wie Nora Jones *g*.
Das mit dem "Spätsommerloch" - ich weiß nicht, ob ich es so schlecht finde. Die Alternative ist ja leider meist nicht eine lebendige, aktive, witzige und spöttische Diskussion in den Foren, sondern ein Ausarten in Aggressivität und Beleidigungen.
Und das mit dem "Zwei Engel begegnen sich und retten KV" - das hat mich sehr amüsiert. Eine hübsche Deutung, die wohl nicht ganz perfekt die Realität trifft *g*. Keiner von uns beiden geht als Engel durch - ich habe keine Federn, und Du bist nicht flauschig genug (oder war das umgekehrt?). Ich denke, dass grundsätzlich kein Mensch unersetzlich ist, auch nicht eine angeblich "tragende Säule" mit dem Aussehen von Nora Jones *g*.
Und das mit den Steinen - da hat mir leider der Herr Teesäusel den gag weggenommen - tja, die Männer sollen ja schneller sein... Liebe Grüße, Brigitte.

 Bergmann (19.10.07)
Theseus: Brigitte G.bieterisch... ? Nun ja, sie hat einiges zu bieten.
Brigitte: Oder entblättert - den gibt's ja auch wieder - schlug ein. Aber der ist nur ein Papiertiger - oder das laue Vakuum an sich. - Sommerloch: Heiße Diskussionen gibt es seit Dons und vains Abdankung und Toms Rückzug in die Stille nicht mehr. Auch ich bin ruhiger geworden. - Ersetzbar ist jeder - aber so eine Banalität ist nicht erwähnenswert, und es ist überhaupt kein guter Gedanke: Mit solchen Sätzen wird die Einzigartigkeit jeder einzelnen Person durch überflüssige Relativierung entwertet.

 apple (20.10.07)
Don war und ist eine Art Raketenpenis. Das habe ich immer schon gesagt.

 Bergmann (22.10.07)
Ich finde, einer guten Vergangenheit soll gedacht werden.
Dem Neuen bin ich durchaus zugewandt, aber ich seh nicht viel Interessantes.
Dir, liieber locido, werde ich dereinst nicht nachweinen, glaube ich.

 BrigitteG (23.10.07)
"Mit solchen Sätzen wird die Einzigartigkeit jeder einzelnen Person durch überflüssige Relativierung entwertet" - ich meinte es in Bezug auf eine bestimmte Funktion des jeweiligen Menschen, also z.B. in der Arbeitswelt, in einem Verein etc. Was die komplette Persönlichkeit angeht, da gebe ich Dir gerne recht, Uli.

 Bergmann (24.10.07)
Brigitte:
Ihr Ruhrgebietler seid nun mal zu bescheiden. Wahrscheinlich habt ihr damit auch einigen Erfolg...
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