Film & Fußball

Eine cineastische Mannschafts-Kolumne


Die Kolumne des Teams " Film & Fußball"

Donnerstag, 08. September 2016, 00:39
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Filmgenres

von  Dieter_Rotmund


Wer über Filme spricht und schreibt, ordnet die selbigen gerne in Filmgenres ein. Aber sind das nicht ziemlich unstabile Krücken? Gern genommene Schubladen, die uns im Grunde nur Schreibzeilen ersparen wollen? Die großen Filmemacher scheren und scherten sich wenig um solche Kategorisierungen, denke ich. Wer von vorneherein diesen oder jeden bestimmten Genre-Filmwunsch bedienen wollte, war mehr oder weniger zum Scheitern verurteilt. Erfüllte Erwartungen, überrschte niemanden.

Meine TOP 5 der Filmgenres, die alle mit einem "S" beginnen:

Platz 5: Science Fiction
Deutschlands großer und vermutlich bekannester Kolumnist, Max Goldt, sagte einmal, ich kann es nur sinngemäß wiedergeben, die TV-Serie Lindenstraße sei angesichts der unwahrscheinlichsten Ungeheuerlichkeiten, die den Protagonisten am laufenden Band passieren würden, reine science fiction.
Leider muss man zugeben: Das Genre ist so gut wie tot, es werden bloß noch Kinder-SF-Filme für’s Multiplex-Mainstream-Kino produziert. Neue und anspruchsvolle SF-Filme muss man mit der Lupe suchen.

Platz 4: Suspense
Wird heutzutage eher in TV-Serien zelebriert, z.B. Top of the Lakes oder True detective. Sam Mendes lebt noch, hat seine besten Zeiten aber offensichtlich hinter sich? Hitchcock ist leider tot. Hin- und wieder gibt es Lichtblicke, z.B. Before the devil knows you’re dead (Klasse schon der Titel), von 2007.

Platz 3: Schwarz-Weiss
Bis Mitte der 1950er machten die us-amerikanischen Studios noch viele schwarz-weisse Filme, obwohl Farbe zur Verfügung stand. Gut so: The Maltese Falcon (1941) oder The Barefoot Contessa (1954) in Farbe? Undenkbar.
Übrigens haben die Deutschen (Agfa) ab 1940 den Farbfilm erfunden, bzw. das erste Material, wo man nur ein Negativ belichten mussten (im Gegensatz zum wunderschönen, aber sehr aufwändigen Technicolor). (Es ist den Deutschen nicht gut bekommen, Tiefpunkt: Grün ist die Heide von 1951)
Hin und wieder wird es als Stilmittel noch eingesetzt, z.B. sehr gekonnt in El abrazo de la serpiente von 2015. Wozu aber das S/W in Luc Bessons Angel-A? Kann also auch mal daneben gehen.

Platz 2: Stummfilm, auch: silent movie[/i]
Nun, ich persönlich bin kein Fan von Slapstick, aber Stummfilm ist ja viel mehr: Murnau, Dreyer, Lang, um nur mal so drei Namen zu nennen.

...und Platz 1:

Sandalenfilme
Ein Filmgerne, dessen Bezeichnung vom bevorzugten Schuhwerk seiner Protagonisten herrührt - herrlich! Ich gebe zu, die italienischen Sandalenfilme sind oft sehr trashig, auch Cecil B. DeMilles Samson and Delilah (1949) ist da keine Ausnahme, oder? Aber Cleopatra, Quo Vadis? oder Spartacus in einem schönen Kino, vielleicht sogar von einer 70mm-Kopie!? Auch: Herrlich!


Filmgenre der Woche: Spaghetti-Western

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Kommentare zu diesem Teamkolumnenbeitrag

Graeculus (69)
(08.09.16)
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Graeculus (69)
(08.09.16)
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Graeculus (69)
(08.09.16)
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 Dieter_Rotmund (08.09.16)
Bei mir schon...
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