Film & Fußball

Eine cineastische Mannschafts-Kolumne


Die Kolumne des Teams " Film & Fußball"

Donnerstag, 23. September 2021, 10:07
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Filmfestivals forever 2021

von  Dieter_Rotmund


Nun, man kann auch nur in "normale" Kinovorstellungen gehen, um ein echter Filmfan zu sein, aber gerade reichen sich in meiner Region die Filmfestivals die Klinke in die Hand. Das möchte ich nutzen. Allen, die in "normale" Kinovorstellungen gehen, wünsche ich "Gute Projektion!", wie man dann albernerweise sagt. Schon in ein paar Tagen beginnt das nächste Filmfestival, nur ca. 5km von meiner Bude entfernt. Das ist schön und ich freue mich darüber.

Suot tschêl blau, Schweiz 2021
Der Titel ist in der hier fast unbekannten Schweizer Sprache Rätoromanisch verfasst und bedeutet "Unterm blauen Himmel". Regisseur Ivo Zen hat einen erstaunlich luftigen und lebensbejahenden Film, eigentlich ein Überlebendenbericht, zum düsteren Thema des Drogentods von Schweizer Jugendlichen der 1980/90er Jahre gemacht. Ich plauderte vor Vorstellungsbeginn kurz mit ihm.

Anmaßung, Deutschland 2021
"Wenn er Aversionen auslöst, dann ist es auch super!", sagte Anmaßung-Filmer Stefan Kolbe, und ergänzte:"..wir hatten noch nie eine so produktive Presse wie bei diesem Film".
"Anmaßung", ein Werk über einen Sexualstraftäter, oder besser gesagt, über den Versuch, sich einem verurteilten Straftäter zu nähern, um letztendlich die "erschreckenden Banalität der Tat" , so Kolbe, auszuhalten. Die Diskussion beim anschließenden Filmgespräch war sehr lebhaft und nicht ganz vorwurfsfrei dem Filmemacher gegenüber, der die Auseinandersetzung nicht scheute. Klasse!

Ivie wie Ivie, Deutschland 2021
Multikulti-Film, in dem der Begriff "positiver Rassismus" fällt. Nun ja, so ein Drehbuch wird natürlich mit Handkuss finanziert, vermute ich. Aber gut, kein Grund den Film nicht zu sehen. Ivie wie Ivie erzählt eigentlich eine ganz normale Geschichte um eine junge Frau, die um ihre Identität ringt. Wenn's dazu heutzutage unbedingt Hautfarben in den Geschichten braucht, von mir aus. Wobei Anne, die Zollbeamtin (Anne Haug, nicht zu verwechseln mit der bekannten, namensgleichen Triathletin) und Ingo (Maximilian Brauer) ebenso interessante innere Konflikte bieten - aber sowas darf man ja heutzutage nicht sagen, dann ist man gleich ein Nazi. Dabei will ich nur ein wenig mehr Figurengerechtigkeiten. Ironischerweise ist es der sächselnde Ingo, der Ivie (Haley Louise Jones) klarmachen muss, dass sie Ihre Schwächen (mein Vater ist Schwarzafrikaner, aber ich leugne es) in Stärken (wenn ihr ne Quotenafrikanerin braucht, nehmt doch mich!) umwandeln kann und muss. Eine der stärksten Szenen im Film. Übrigens mit einem Kurzauftritt vom Max Riemelt, über dessen Mitwirkung in Kopfplatzen ich in dieser Kolumne bereits schrieb.
Danach habe ich das Festival an diesem letzten Festivaltag bei einer schöne Tasse Kaffee ausklingen lassen.

Aufruf
Am 26.09. wählen gehen! Die PdF (Partei der Filmfreunde), die DKP (Deutsche Kino Partei) oder die CDU (Cinematographische Deutsche Union)!

Nachtrag: Ich habe diese Kolumne nur auf die Schnelle hier reingerotzt. Sie ist also sicherlich nicht fehlerfrei. Normal vorgebrachte Korrekturhinweise nehme ich trotzdem dankend an.

Kommentare zu diesem Teamkolumnenbeitrag


 Graeculus (23.09.21)
Solch ein Filmfestival mit mehreren Filmen direkt hintereinander würde bei mir eine Überreizung auslösen. Deshalb muß bzw. müßte ich mich entscheiden - in diesem Falle, auf der Basis Deiner Ausführungen - für Anmaßung.

 Dieter_Rotmund meinte dazu am 24.09.21:
Ja, Anmaßung ist prima; das ZDF, das den Film produziert hat, wird ihn auch irgendwann im TV-Programm zeigen.

Als ich noch jünger war, schaute ich auf Festivals oft drei Filme hintereinander. Nun bin ich älter geworden und es sind maximal zwei geworden.
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