Film & Fußball

Eine cineastische Mannschafts-Kolumne


Die Kolumne des Teams " Film & Fußball"

Donnerstag, 29. September 2011, 00:23
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King Kong!

von  Lala


Es gibt ein Bild für mich, bei dessem Anblick ich mir einbilde, die Faszination und die Perversion einer hochgezüchteten Menschmaschine erkennen zu können. Es ist das Bild des Raddrennfahrers Lance Armstrongs beim   Bergzeitfahren 2004. Es ist sein Gesicht beim Zielsprint. Der Mann hat gerade 39 Minuten in den Beinen; eine Dauerleistung [exturl=]von knapp 500 W [/exturl] bei einer durchnittlichen Steigung von mindestens 8,5 Prozent.

Bei Lance Armstrongs kraftstrotzender Körpersprache kann man den Eindruck gewinnen, er hätte gerade die Dutch Mountains, statt in 21 Kehren Alpe d’Huez bezwungen.

Er vollbrachte auf seinem Weg nach  Oben eine schier übermenschliche Leistung, ohne dafür - sichtbar - zu leiden und sein persönlicher, sein finanzieller Gewinn für diese Leistung, dürfte weit überhalb der erklommenen Steigungsprozente liegen.
Zumindest für mich sah Lance, als er den Zielstrich überquerte, zufrieden, ehrfurchtsgebietend und dominant aus. Aber so muss er auch für seine Gegner ausgesehen haben. Schließlich war er nicht umsonst der letzte Patron der Tour de France.

Natürlich wissen alle, die sich mit den Zeiten im Radsport beschäftigen, die die Nachrichten verfolgen, dass diese Leistung nicht allein durch braves Training, gesundes Leben und eine ordentliche Portion Spaghetti zu erreichen ist - auch wenn das allesamt unerlässlich ist und bleibt.
Aber ich will sie nicht langweilen mit Dopingspekulationen und Tatsachen in Sachen Doping im Spitzensport. Viel erschreckender ist dieses Bild, diese Leistung von Lance Armstrong für mich, wenn ich mir vorstelle: das ist mein Arbeitskollege, das ist mein Nachbar, das ist mein Chef, das ist der Kollege, der auf meinen Stuhl will. Wer jetzt glaubt, ich übertreibe maßlos und würde Äpfel mit Birnen vergleichen, der irrt. Leider.

Bei der Recherche zu diesem Thema, welches mich über die Beobachtungen beim Spitzensport schon länger beschäftigt, stieß ich auf eine mich beunruhigende Schlagzeile:


Der Artikel dazu stellt nüchtern fest, dass wohl etwa eine Million unter den Breitensportlern sich bewusst und aktiv dopen. Ein riesiger Markt also. Ein Markt, der mindestens so lukrativ wie der Drogenhandel ist.
So stellt nüchtern der österreichische Doping Fahnder Andreas Holzer im ehemaligen Nachrichtenmagazin fest:

Beim Lesen konnte ich mich nicht mehr gegen die Offensichtlichkeit eines grassierenden Missbrauchs im privaten Bereich stemmen und ich stellte für mich das Dopingproblem vom Kopf auf die Füße. Der Spitzensport ist für mich der sichtbare Pickel einer tiefgreifenden und anscheinend schon sehr lange wirkenden gesamtgesellschaftlichen Vergiftung. So tiefgreifend, dass in den Foren der Bodybuilding Szene schon vor sieben Jahren Warnhinweise seriöser Quellen öffentlich ausgetauscht und diskutiert wurden:

[exturl=]„Das Zentrum für präventive Dopingforschung an der Deutschen Sporthochschule (DSHS) in Köln warnt nachdrücklich vor sechs Präparaten zur Muskelstärkung der amerikanischen Firma "Sledge-Hammer", die verbotene und nicht deklarierte, gesundheitsgefährdende Anabolika in hoher Dosierung enthalten. Diese werden aus dem osthessischen Niederaula (Kreis Hersfeld-Rotenburg) verschickt. und Sledge Hammer ist der Name eines Anbieters im Netz für Steroide.“[/exturl]


Beunruhigend finde ich, dass einige User es in diesem Forum für angebracht hielten, darauf hinzuweisen, dass man sich doch bitteschön unter ärztlicher Aufsicht eine Testosteron-Kur verpassen lassen und nicht diesen Dreck kaufen solle. Eine Kur sei wenigstens sauber.
Wenn sie jetzt glauben, das seien nur einzelne Vollkranke, die auch mit 300 km/H auf einem Mofa auf regennasser Landstraße ohne Helm fahren würden, dann verweise ich auf den millionenschweren Markt und die üppige Fülle an Links und Diskussionen im Internet zu Testosteronkuren. Das sind auch keine Achtzigjährigen, die ihre Männlichkeit vermissen, nein es sind gesunde Menschen, junge Männer (und auch Frauen) deren einzige Sorge zu sein scheint, wenn sie sich schon vergiften, ob es schlimmer kommen könne, als vorzeitigen Haarausfall zu bekommen. Wenn ich so was lese bekomme ich schon Haarausfall vom Haare-aus-Verzweiflung raufen.

Aber wenn ich schon akzeptieren muss, dass viele, anscheinend unter dem Druck stehen, einen Sixpack oder einen perfekten Body bekommen zu müssen, dann muss ich mich fragen: warum akzeptieren die sich nicht so wie sie sind? Warum haben die eine gestörte Wahrnehmung von sich selbst? Warum glauben sie mit Medikamenten, Steroiden, Schmerzmitteln etc. pp. sich neu designen und verbessern – verbessern! - zu können? Die einfachste Antwort darauf, muss nicht immer die schlechteste sein: weil es geht.


Dies ist einem Bericht entnommen, der im Januar 2004 im australischen Outside Magazine erschienen ist. Es geht um einen Sportler, der mit Ende vierzig herausbekommen will, welches Doping, wie auf seinen Körper wirkt.
Da er dem ihm angebotenen Zeugs im Bodybuildingcenter, im Gym nicht traute, bekam er einen Hinweis auf einen Arzt, der sich auf diese Form des Body Designing spezialisiert hatte und in dessem Warteraum u. a. solche Gestalten sitzen:


Drei Dinge sind hier für mich entscheidend. Zum einen der Hinweis darauf, dass die Illusion in eine andere Haut schlüpfen zu können, erfolgreich verkauft wird und das beiläufige: „Oh, und ich“. Es ist kein Privileg der Berlusconis, der Superreichen und sogenannten Superschönen, an sich herumzupfuschen. Und mit am Wichtigsten: es scheint einfach, leistungs- und folgenlos zu sein. So simpel wie eine Schluckimpfung.

Dieser Bericht ist aus dem Jahre 2004. Wenn sie immer noch skeptisch sind, wann, wie und wo dieser Wahnsinn – oder sind sie gar fasziniert und setzen gerade ihre Brille ab? – begonnen hat: hier ein interessanter Link auf einen Artikel aus dem Jahre 1990:

[exturl=]Da wird alles geschluckt

Der Fall des deutschen Eishockey-Nationalspielers Uwe Krupp, der als Profi in Amerika arbeitet und bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz des Dopings überführt wurde, wirft ein Schlaglicht auf die US-Drogen-Szene: Anabolika-Tests bei Schülern sind Routine, Straftäter erklären ihre Aggressivität als Doping-Folgen.[/exturl]


Das Netz ist bis obenhin vollgepumpt mit Hinweisen auf den Miss- und Gebrauch von Medikamenten und Hormonen –  Drogen klingen so hässlich - der womöglich, quatsch: ganz sicher bis in die Chefetagen geht. Dass die zukünftige, ach was: schon die ehemalige Elite der Elite in den akademischen Hörsälen sich den Stress wegspritzte und wegschluckte, dürfte nach dem letzten Link offensichtlich sein und wenn sich jetzt trotzdem noch jemand fragt, wie man denn zwischen Hörsaal, Plenarsaal und Kreißsaal noch eine Doktorarbeit verfassen kann, dem kann ich (das Netz) noch eine zusätzliche Erklärung als Rank, Xerox und Ghostwriter anbieten: weil es geht!

Aber wie alles, was so furchtbar einfach scheint und trotzdem sensationell wie Koks wirkt, es hat seinen   Preis.

„King Kong“ sei laut des „Die schlucken einfach alles“ Artikels der Spitzname des Eishockeyspielers Uwe Krupp gewesen. Krupp gewann später die höchste Trophäe im Eishockey, den Stanley Cup, und ist heute Trainer der Kölner Haie und der deutschen Nationalmannschaft.
„King Kong“ ist ein sehr treffender Spitzname, mag er auch in diesem Falle, vor allem der körperlichen Mächtigkeit des Spielers und heutigen Vorbildes Krupp geschuldet sein.

King und Kong, das trifft sehr gut die Ambivalenz der Wirkung der diversen geschluckten und gespritzten Mittelchen. King: Der Körper erduldet quasi schmerzfrei höchste Anstrengungen, die Leistungsfähigkeit, die Grenzen durch traditionelles Training werden gesprengt und das Selbstbewusstsein wächst sich aus bis zu einem King(dom).

Kong: ist nicht nur das Loch, die schwarze Höhle aus Kopfschmerz und Depressionen, Kong ist auch der Schub an Aggressivität, an Verlust der Selbstkontrolle, Kong ist der Schlag auf den Kopf, ist der ungescheite Blitz in die Großhirnrinde. Z. B. King Kong Kahn, bei dem ich, selbst wenn ich unterstelle, dass er ein Lieber war und nur spielen wollte, feststellen muss, dass sein Verhalten auf dem Platz, beißen (!) eines Gegenspielers ins Ohr,  schlag nach beim des Dopings überführten Mike Tyson), sowie das Greifen und Wegschmeißen eines eigenen Mitspielers: einfach nur extrem Kong war.

Als ich bei einem Mediziner nachfragte, was er von Testosteron Kuren halte, erhielt ich zur Antwort, dass der Hormonhaushalt überaus komplex und nicht vollständig (und vollständig ist ein Euphemismus an dieser Stelle) verstanden sei.
Selbst wenn ein Mediziner, also kein „What do you want to be? Doc“, sich in den Hormonhaushalt einmische, dann nur unter aller größter Vorsicht und in dem Wissen, dass er an Stellschrauben schraubt, deren Auswirkung er vor der Verabreichung, nicht abschließend beurteilen könne.
D.h. es bestünde immer das Restrisiko – ein Begriff, der seit Tschernobyl und Fukushima, bekannt sein sollte – das der Zustand des Patienten durch die Verabreichung nicht nur verbessert, sondern im Gegenteil, weiter und schwerwiegender beschädigt werden könnte bzw. dessen Auswirkungen, zumal bei Testosteron, auf das Gehirn des Patienten nicht kalkulierbar seien. Kong, King, Beides? Möglich ist alles. Verschreiben oder verabreichen? Unverantwortlich.
Selbst das unter Leistungsträgern, Allergikern und Asthmatikern allseits beliebte Hormon Cortison, würde nur von „Want to Be“ Docs, wegen eines akuten „Want to Be“ Syndroms, verschrieben werden. Alle anderen Doktoren wären entsetzt.

Gruselig, oder? Aber wenn ich darauf wetten sollte und weil ich weiß, das King Kong trotzdem Stanley Cup Gewinner wurde, würde ich keinen Cent auf einen gewissenhaften Mediziner setzen, wenn ich den Jack Pott gewinnen wollte. Leider, leider wissen das auch alle anderen und das seit mindestens dreißig Jahren und schlucken einfach alles oder befürchten, dass alle anderen einfach alles schlucken bzw. sie bei der Arbeit, im Wettstreit und nach Feierabend nicht nur einem King sondern ganz vielen Kongs gegenüberstehen.

Welche Auswirkungen es haben kann, in Konkurrenz zu anderen zu stehen und das als Kampf, um die eigene Existenz anzunehmen, so als sei man ein Seelöwe, der ohne Rücksicht auf Verluste, seinen Strandabschnitt und Harem verteidigt, erleben wir tagtäglich in den Medien. Die Begriffe Mobbing und Depression, sind ganz oben in den Themenlisten, die Auflage bringen.
Dazu ist mir unvergessen die kürzlich aufgepushte Event Beerdigung eines Fußballers. Ein ganzes Land nahm daran Teil und verdrängte dabei, dass dieser Selbstmord in Folge von Depressionen, auch eine benennbare Ursache haben könnte, könnte!, teilweise!, partiell!, nicht muss!, die im Zusammenhang mit Doping und Aufputschmitteln („Wir brauchen Eier“) stehen. Dazu zwei Links:

 Eins

 Zwei

Und noch ein Einwurf von mir:

Bei einem der letzten Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft die im ÖR Rundfunk übertragen wurden, wurde ich Ohrenzeuge einer Aussage vom dazu eingeladenen Experten Mehmet Scholl. Er sagte, die Frage dazu ist egal, er sagte: „Mit einigen von denen, die da spielen, war ich sogar befreundet.“

Ach, was?! Sogar? Danke für den Hinweis, Mehmet. Elf Freunde sollt ihr sein? Oder moderner: Die Mannschaft ist der Star? Auf jeden!

Wenn Sie mir einen Gefallen tun wollen, dann stellen Sie, nur für einen Moment, dieses „sogar“, gegen die, die Massen aufwühlende, Massenbeerdigung des Robert Enkes und behalten dabei bitte: „Weil es geht!“ und „Kong“ im Hinterkopf.

Und bitte bedenken Sie auch dies:
Oder in größerer Dimension mit selber Diagnose aber m. E. vollkommen falscher Prognose:

[exturl=]It would be a sign - at last - of a return to sobriety after the [b]crazed, confected amphetamine-rush[/b] of the boom-dream.[/exturl]
Boom - Bust! King - Kong!

Aber wenn Sie, ja Sie, nun weiter radeln, weitermachen oder anders gesagt: am Rad drehen, dann dreht es sich. Dreht es sich? Oder dreht es sich auch nur, weil es geht? Weil Sie sich eben tummeln?

Zwei Seiten einer Medaille. Drehen sie sich brav im Rad, hamstern sie mit minimalem oder keinem Gewinn im Angesicht  maximaler Bedrohung. .

Fangen Sie aber an über die Leistungsstärke und Aggressivität ihrer Kollegin oder des Kollegen nachzudenken, garantiere ich Ihnen, dass Sie, als Hamsterrradfahrer, auch darüber nachzudenken beginnen, warum andere Hamster das Rad, ihr Rad, schneller drehen können, als sie selbst? Das ist ein Klassiker:


[exturl=] Unseren Probanden war klar, dass sie abgewiesen wurden; es quälte sie aber einfach weniger. In einer weiteren Studie untersuchten wir im MRT die Gehirnaktivität von 25 Studenten, während sie an einem Computerspiel teilnahmen, bei dem sie sozial ausgeschlossen wurden oder aber Anerkennung erfuhren. Diejenigen, die zuvor drei Wochen lang Paracetamol eingenommen hatten, zeigten bei Zurückweisung eine geringere Aktivität in den Gehirnarealen, die für die Verarbeitung sozialen Schmerzes zuständig sind.[/exturl]



Aber die Welt, wie auch kein Verlag, verlangt danach in Ordnung zu sein und immer besser zu funktionieren:

[exturl=]kreativ zu sein bedeutet auch, dass man mit seiner Idee scheitern kann. Die Furcht vor Ablehnung oder gar Kündigung kann den Wunsch, kreativ zu sein, untergraben. Stellen Sie sich einen Manager vor, der seine Mitarbeiter auffordert, eine iPad-App zu entwickeln. Und derjenige, dessen App die meisten Fehler enthält, wird entlassen. Das mag auf den ersten Blick eine rationale Strategie sein[/exturl]

Und last but not least der shooting Star der Kinder und Kleinkindererziehung:

 Everyon’s a Winner, Babe, Tigerlily!

Aber nur auf den ersten Blick. Auf den Zweiten, hält man diese Strategie und das Mobbing der Kongs nur mit Paracetamol, oder Voltaren aus. Und auf den Dritten Blick reagiert jeder potentieller King, Tiger oder Gewinner mit Testosteron, Epo, HGH oder Speed.

Gift und Gegengift.

Gift ist es allemal und dumm obendrein. Denn wo es einen Gewinner gibt, müssen etliche Gewinner nur teilgenommen haben.
Nur zu verständlich, dass sich die Verlierer, die eigentlich – klaro - alle Gewinner sind, sich mit  Tilidin wappnen und sich Tigerlilys Welt schön schlucken.

Wir latschen, garantiert, in die selbe Falle wie alle Fahrradfahrer, Fußballspieler oder Fasserträger, welche alle an der Tour der Leiden teilnehmen müssen und kommen immer zum selben Ergebnis: ich muss mich selbst bescheißen, damit die anderen denken, dass sie auch bescheißen müssen, damit wir uns alle gegenseitig – immer sportlich, immer fair – bescheißen können und ich ehrlich gewinnen kann. Supi.

Wie rechtfertigte sich Jan Ullrich? Er hätte niemanden betrogen, aber wissen Sie was? Das geht nicht. Das geht auf jeden Fall nicht gut. Alles zum heulen - oder Haare ausraufen. Da hilft mir auch kein Alpecin mehr.

Aber hoffentlich denken Sie jetzt darüber nach, ob Ihr Kollege, Ihr Chef, Ihr Nachbar und ich, nicht glauben, dass Sie, ausgerechnet Sie, die Regeln einhalten und immer sportlich, immer fair bleiben. Hallo? Never ever. [exturl=]Ich Dich auch Burnout![/exturl]

Kommentare zu diesem Teamkolumnenbeitrag


 Dieter_Rotmund (29.09.11)
Schönes Thema, da verliert man sich aber meines Erachtens zu sehr in der Fülle der Links.
Darüberhinaus gedacht: Wie soll sich derjendige verhalten, der nicht dopen möchte? Aufgeben, nicht mehr an Herausforderungen teilnehmen? Oder gibt es denn Nicht-Doper nicht (mehr)?
Mir stießen schon zu Studienzeiten diese ständig und ununterbrochen gut gelaunten Kommilitonen übel auf. Das kann nicht normal sein, dachte ich mir schon damals, Mitte der Neunziger.

 Dieter_Rotmund (29.09.11)
Eine Lanze muss ich doch noch brechen: Die für den Film King Kong. Und zwar nur für die Erstverfilmung von Merian C. Cooper aus dem Jahre 1933. Wer die Gelegenheit bekommt, im Kino eine 35mm-Kopie des Films zu sehen, sollte diese nutzen (so wie ich vor zwei Jahren). Trotz des Alters sind alle anderen King-Kong-Filme müde Epigonen...
Titel des Kolumnenetextes ist trotzdem gut gewählt!

 BrigitteG (29.09.11)
Nicht gern gelesen, aber gut gefunden, die Kolumne.

 Lala (29.09.11)
@Dieter_Rotmund
Mit Sicherheit gibt es mehr, viel mehr Nichtdoper als Doper. Die Mehrzahl, also "wir", ist noch kein Gewinnstreben mit pathologischer Wirkung eingeimpft Das heißt auch nicht, dass alle die, die Karierre machen, Pillen eingeworfen hätten oder bei jedem Fußballfeld die Linien wegsniefen wollten. Nö. Aber ich wette, dass die Zahl derer, die unbedingt Karierre machen müssen oder ganz vorn sein müssen, dramatisch zugenommen hat, nicht nur aber auch, weil das Zeugs "qualitativ" so zugelegt hat. Es funzt eben. Doof die, die nicht zugreifen. Das ist ja die beschissene Logik. Paralell läuft dazu seit den achtziger Jahren eine Welle der riefenstahlisierung unseres Menschenbildes und Schönheitsideals. Es lebe der Gesichtszombie.

Zurück zum Text: Die Fülle der Links, das Ausufernde und eigentlich vollkommen Kolumnenabseitige ist dadurch zu Stande gekommen, dass ich seit Wochen an diesem Dingen sitze und mich durch noch mehr Links gelesen hatte und nunmehr die Gelegenheit ergriffen hatte, unsere Team-Kolumne mit diesem Thema zu vergewaltigen. Aber das war mir wichtig, weil ich durch diesen Text meine Gedanken und Quellen erstmals einigermaßen ordnen konnte. Eine Kolumne ist das nicht und wenn ich damit mein Geld verdienen müsste, müsste ich jetzt raus in die Fitnesscenter und Vorstandsetagen und interviewen bzw. weiter recherchieren um eine brauchbare Reportage daraus zu machen.

King Kong? Der s/w King Kong? Den habe ich als Jugendlicher im ÖR als Private noch nicht gab gesehen - und war fasziniert. Der Film hatte was. Die Tricks fand ich zwar lächerlich, aber ich blieb dran. Dann sah ich oder hatte die Jessica Lange WTC Version gesehen und King Kong empfand ich als ein absolut dämliches Sujet. Ich muss gestehen, dass mir Jacksons Version gefällt. Der nimmt, wie die alte Version, Story und Affen ernst. Bissel nervig der deutsche Draufgänger und seine dramatisch breit zerkauten Sentenzen. Furchtbar.

@Brigitte

Danke, dass Du Dir den Text angetan hast. Der ist ja nun wirklich keine Kolumne. Und ich hoffe ich verstehe richtig, warum Du das nicht gern gelesen hat.

Es dankt und grüßt Euch Zwei

Lala

 Dieter_Rotmund (30.09.11)
"...müsste ich jetzt raus in die Fitnesscenter und Vorstandsetagen und interviewen bzw. weiter recherchieren um eine brauchbare Reportage daraus zu machen."

Das ehrt Dich, dass Du so denkst. Viele wurschteln einfach eine Stunde im Internet und denken dann, sie wüßten alles. Facebook-Idioten und Nerds mit Accounts in Star-Trek-Foren.
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