Ein Trauerspiel

Essay zum Thema Verlust

von  Citronella

Stell dir vor, deine 17-jährige Tochter und ihr Freund werden brutal ermordet. Von einem Täter, der auf freiem Fuß ist, weil Behörden und Politik ihren Aufgaben nicht nachgekommen sind.


Dein Leid ist unermesslich, und in deiner Trauer versuchst du Kontakt zu anderen verwaisten Eltern aufzunehmen. Du findest hunderte, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, die den Boden unter den Füßen verloren haben und dankbar sind, sich gegenseitig unterstützen zu können.


Du hast trotz allem die Kraft, eine eigene Initiative zu gründen und all diese Menschen zusammenzubringen unter dem Motto:


Die Trauerwache Deutschland ist eine öffentliche Gedenkkundgebung mit anschließendem Trauermarsch. Sie dient dem gemeinsamen Erinnern an Menschen, die seit 2015 durch Gewalttaten ums Leben gekommen sind - insbesondere infolge von Attentaten, Anschlägen oder schweren Gewalttaten im Zusammenhang mit Schutzsuchenden.

Im Mittelpunkt steht das würdige Gedenken an die Opfer. Ihnen soll symbolisch ein Gesicht und eine Stimme gegeben werden, zumal viele ihrer Schicksale bislang nur wenig öffentliche oder mediale Aufmerksamkeit erfahren haben.


Du veranstaltest Treffen und Trauermärsche, um die vielen Opfer nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Die Mainstream-Medien schweigen eisern über solche Veranstaltungen, selbst bei weit über 1.000 Teilnehmern in einer großer Stadt.


Nur das dokunetzwerk.org wagt sich nach vorn und berichtet:


Am 19. September 2026 fand in Frankfurt eine rassistische Demonstration der Initiative Trauerwache Deutschland statt. Etwa 1.300 Personen versammelten sich zur Auftaktkundgebung auf dem Römer und zogen anschließend in einem Aufzug durch die Innenstadt.

Ziel der Initiative Trauerwache Deutschland ist es, schwere Gewalttaten und Anschläge in Deutschland zu instrumentalisieren, um rassistisch motivierte Stimmung gegen Geflüchtete und Menschen mit Migrationsgeschichte zu erzeugen. ...


Nun wirst du also als Rassist bezeichnet. Nun solltest du besser den Mund und die Füße still halten und erlittenes Leid und Unrecht nicht an die Öffentlichkeit tragen. Du solltest die Umstände, die zu allen diesen schrecklichen Taten geführt haben, einfach hinnehmen und nicht kritisieren.


Und währenddessen wirst du täglich mit Bildern von leidenden Kindern aus Gaza oder der Ukraine bombardiert, die schreckliches Leid durchmachen. Du erkennst: Deine eigenen ermordeten Kinder zählen nicht.


Wann würdest du daran zerbrechen?




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