KLICKS UND CLIQUEN

Synthesen + Analysen in der Matrix


Eine Kolumne von  Bergmann

Mittwoch, 06. Dezember 2017, 17:28
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Natürliche Fabel

594. Kolumne

Ähnlichkeiten mit Lebenden oder Toten oder lebenden Toten sind zufällig, rein zufällig, absichtlich zufällig, zufällig absichtlich, rein absichtlich und nichts als die reine Absicht.


Ich fühle so oft, sage ich, wenn ich denke, wie ich lebe, die Gleichgültigkeit der Natur.
Was ist denn passiert?, fragt Arthur.
Das Leben frisst mich auf, sage ich, ich fühle mich wie eine Raupe, ich spüre, wie mich die Larve der Schlupfwespe bei vollem Bewusstsein von innen auffrisst.
Du frisst doch auch, sagt Arthur, weil du leben willst.
Ich leide dabei, sage ich, aber der Natur ist das ganz egal.
Die Natur, sagt Arthur, kennt kein Leid.
Ich will aber mehr sein als so eine Raupe, sage ich.
Du dienst dem Leben, sagt Arthur, du wirst weiterleben in den Mythen der Gene.
Ich will keine Kreuzigung, keine Auferstehung, sage ich, deine Metamorphosen gefallen mir nicht.
Du bist eben kein Künstler, sagt Arthur, dein Körper glaubt nur an sich selbst, du hast keine Idee von dir.
Wozu? Wie soll die Idee ohne mich überleben, sage ich.
Wie willst du ohne Idee überleben?, sagt Arthur.
Die Idee in mir ist sterblich, sage ich.
Nein, sagt Arthur, die Idee erschafft sich immer wieder einen neuen Körper.
Und frisst ihn wieder auf, sage ich, das ist die Hölle!
Ach was, der neue Körper weiß ja nichts vom alten, aber die alte Idee geht auf in der neuen, sagt Arthur. Der Himmel ist die schlechtere Hölle, einen besseren Himmel als die Hölle gibt es nicht.

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