KLICKS UND CLIQUEN

Synthesen + Analysen in der Matrix


Eine Kolumne von  Bergmann

Freitag, 01. November 2019, 17:20
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Fast Nacht

692. Kolumne


Am schlimmsten finde ich, sagt Schatten, dass auch unsere Werke sterben mit der Zeit. Erst kommt das Vergessen, dann der Zerfall.
Dann, sagt Echo, schläft mein Lied in allen Dingen, oder schlafen alle Dinge nur in meinem Lied?
Beides, sagt Schatten, aus alten Liedern werden neue Dinge, aus neuen Dingen neue Lieder.
So werden aus alten Liedern neue Lieder, immer wieder neue Lieder, sagt Echo, und aus alten Dingen neue Dinge und immer wieder lauter neue Dinge, neue Lieder und neue Dinge in einer immer wieder neuen Welt?
Bis die Nacht kommt, sagt Schatten.
Deine Nacht und meine Nacht?
Unsere Nacht, sagt Schatten, und die Nacht der Welt.
Meinst du, sagt Echo, wir schaffen das Ende der Welt über unseren Tod hinaus?
Ja, und das Ende der Welt, sagt Schatten, ist die Vollendung der Welt: Das ist unser doppelter Tod, der unserem Leben einen einmaligen Sinn gibt.


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Kommentare zu diesem Kolumnenbeitrag


 Vaga (12.12.19)
Die Suche nach dem Sinn - sie wird uns umtreiben bis zum hoffentlich nicht zu bitteren Ende.

 Bergmann meinte dazu am 12.12.19:
Wir wissen es nicht. Mir setzt derzeit die letzte Lebensphase meiner Mutter (95) zu. Wenn ich sie im Altenpflegeheim in Halle besuche, gemahnt mich ihr Zustand an meine Zukunft, die so ähnlich werden kann.
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