KLICKS UND CLIQUEN

Synthesen + Analysen in der Matrix


Eine Kolumne von  Bergmann

Freitag, 12. Juni 2009, 12:30
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Die Moni-Schlange und der Nubi

150. Kolumne

I
Errare humanum est

Unsere Liebe ist ein wunderbarer Zufall, sagt der Nubi. - Nein, sagt die Moni-Schlange, ich habe dich gewählt. - Stimmt nicht, sagt der Nubi, ich hatte dich zuerst angeklickt. - Anklicken ist nicht wählen, sagt die Moni-Schlange. - Wenn ich dich nicht angeklickt hätte, hättest du mich nicht wählen können, sagt der Nubi. - Wählen ist mehr als Anklicken, sagt die Moni-Schlange, das musst du zugeben. - Moni-Schlange, sagt der Nubi, dass du mich gewählt hast, hatte einen Grund, der deiner Entscheidung vorausging. - Das dachte ich auch, sagt die Moni-Schlange. - Und?, sagt der Nubi. - Was du einen Grund nennst, war eine Projektion meiner Erwartung. - Die ich ausgelöst habe, sagt der Nubi. - Nein, sagt die Moni-Schlange, das ging ohne dich. - Dann hast du dich in deine Projektion verliebt, sagt der Nubi, nicht in mich? - Das ist ungefähr dasselbe, sagt die Moni-Schlange. - Du entwertest aber damit unsere Liebe, sagt der Nubi. - Wieso?, sagt die Moni-Schlange. - Weil der reine Zufall entscheidet, wer dich anklickt, sagt der Nubi. - Ich habe mich für diesen Zufall entschieden, sagt die Moni-Schlange, sei froh! - Das ist kein Zufall, sagt der Nubi. - Siehst du!, sagt die Moni-Schlange, das habe ich doch gleich gesagt. - Nein nein, sagt der Nubi, ich meine einen anderen Zufall. - Zufall ist Zufall, sagt die Moni-Schlange. - Ich halte es für ein Wunder, sagt der Nubi, dass ich mich in deine Projektion verliebt habe. - Wunder gibt es nicht, sagt die Moni-Schlange, alles lässt sich erklären. - Ein erklärbares Wunder ist ein Zufall, der die Wahrscheinlichkeit sprengt, sagt der Nubi. - Denk bloß nicht, sagt die Moni-Schlange, dass du ein Wunder bist. - Moni-Schlange, sagt der Nubi, nicht ich bin ein Wunder, wir sind das Wunder. - Dass ich dich wollte, ist kein Wunder, sagt die Moni-Schlange. - Also gut, sagt der Nubi. - - - Sag mal, sagt die Moni-Schlange, soll ich dir das noch einmal erklären? - Ja, sagt der Nubi, jede Widerlegung ist für mich eine neue Liebeserklärung. - Nubi, sagt die Moni-Schlange, Nubi, ich liebe deine Irrtümer … wie mich selbst!


II
My home is my castle

Schlange, sagt der Nubi, deine Wohnung in Alfter ist das Schönste in der Welt! – Du bist gerade mal ein paar Monate hier, sagt die Moni-Schlange, da kannst du doch noch gar nicht urteilen. – Doch, sagt der Nubi, es ist wie mit der Liebe auf den ersten Blick! – Ach so?, sagt die Moni-Schlange, bedeutet dir mein Haus mehr als ich? – Moni-Schlange, sagt der Nubi, du bist viel mehr als so ein Haus, du bist die ganze Welt für mich. – Ich weiß nicht, sagt die Moni-Schlange, deine Begeisterung für mein Haus ist oft größer als für mich. – Moni-Schlange, sagt der Nubi, das täuscht – wir Männer begreifen die Welt eigentlich nur über die Frauen... – Was? Du benutzt mich, sagt die Moni-Schlange, um mein Haus zu begreifen! – … Moni-Schlange, sagt der Nubi, wir begreifen uns selber nicht, wir brauchen jemand, den wir lieben. – Wirklich?, sagt die Moni-Schlange, dann will ich ein ganz kleines Häuschen sein. – Auf einmal doch?, sagt der Nubi. – Nubi, vielleicht begreifst du ein so kleines Häuschen ganz unmittelbar! – Verstehe, sagt der Nubi, du willst meine ungeteilte Liebe. – Ja, sagt die Moni-Schlange, dann verstehe ich mich selber besser. – Meinst du das ironisch?, sagt der Nubi, oder ist das dein Ernst? – Beides, sagt die Moni-Schlange. … Moni-Schlange, sagt der Nubi, du bist die schönste Frau der Welt! … Schöner als jedes Häuschen?, sagt die Moni-Schlange. … Ja, sagt der Nubi, schöner als jeder Palast!. ... Schöner als alle Wolkenschlösser?, sagt die Moni-Schlange. ... Ja, sagt der Nubi, schöner als ich.

Kommentare zu diesem Kolumnenbeitrag


 Vaga (19.06.09)
Hach! Schlängelnde Zunge-Grüße
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