KLICKS UND CLIQUEN

Synthesen + Analysen in der Matrix


Eine Kolumne von  Bergmann

Montag, 01. März 2010, 12:38
(bisher 2.976x aufgerufen)

EGO-EXPERIMENT (von AZU20)

186. Kolumne

Ab und zu wird AZU20 – der mich zu KV (ver)führte – die Freitagskolumne mit eigenen Beiträgen bereichern. Ich bin sehr froh, dass er noch eine andere Farbe einbringt. Hoffentlich recht oft! Ich hoffe, die Leser werden die Gelegenheit zum Kommentieren nutzen. Man beachte z. B. die pointierte und (leicht ironische?) Rundung des „Experiments“ im letzten Satz seiner Kolumne...


EGO-EXPERIMENT (1. Kolumne von AZU20)

In seinem Buch „Der EGO Tunnel“ versucht Thomas Metzinger, Professor für Neuroethik, den Leser davon zu überzeugen, dass es so etwas wie „das“ Selbst nicht gibt. Niemand hatte je ein Selbst.
Was ist aber dann mit dem bewussten Erleben? Wer ist der, der dieses Erlebnis hat? Wer ist es, der unsere Gefühle fühlt? Wer ist es, der unsere Träume träumt? Wer hat seine eigenen Gedanken?
Um diese Fragen kreist die Geschichte vom Ego-Tunnel.
Heute möchte ich mit Thomas Metzinger euch zu einem Selbstexperiment auffordern: die Gummihand-Illusion. Setzt euch bitte an einen Tisch, legt die linke Hand links auf den und die rechte unter den Tisch und direkt vor euch einen Gummihandschuh. Bittet eine zweite Person, eure linke Hand mit einem Karton abzudecken. Dann sollte dieser Helfer euren Zeigefinger unter dem Karton und gleichzeitig den Zeigefinger des Gummihandschuhs mit einem dünnen Stäbchen berühren. Gleichzeitigkeit ist dabei ganz wichtig. Ihr könnt also gleichzeitig sehen, wie der Gummihandschuh berührt wird und die Berührung eures Zeigefingers fühlen.
Es wäre schön, wenn der ein oder andere hier berichten könnte, was er bei dem Experiment erlebt hat.

Noch eine kleine Hilfe. Man spricht heute in der Wissenschaft von „Repräsentationen“ im Gehirn. Wir können das, was wir wahrnehmen, im Geiste gleichsam widerspiegeln und darstellen, indem wir uns eine innere Vorstellung davon machen. Nehmen wir z. B. ein Buch in die Hand, erzeugt unser Gehirn einen inneren Stellvertreter dieses Buchs. Besonders interessant ist natürlich, wenn man sich selbst repräsentiert, gewissermaßen als Selbstmodell. Wir begreifen uns als Ganzheit und können dann mit unserer Innenwelt wie auch mit der äußeren Umwelt in Wechselwirkung treten.
Dieser in der Evolution entstandene Typ des bewussten Selbstmodells ist einzigartig. Wir können uns gewissermaßen im „Akt des Wissens“ selbst ertappen.
So können wir sogar fremde Bewusstseinsinhalte als solche erfassen. Die biologische explodierte beim Menschen in die kulturelle Evolution hinein.

Genauso können wir Inhalte unseres Geistes externalisieren und so Gemeinschaften wie KV bilden.

Kommentare zu diesem Kolumnenbeitrag


 AZU20 (26.02.10)
Lieber Mathis,

der Mann hat nun einmal diesen Titel und versucht genau das zu vermeiden, was du mit Recht tadelst, da er von der Philosophie kommt und damit einen anderen, allgemeineren Blickwinkel hat, mit dem er die Aussagen der Naturwissenschaftler abklopft. LG

 AZU20 (27.02.10)
Lieber mathis,

einige Anmerkungen:
Metzinger macht nicht mehr und nicht weniger als vom philosophischen Standpunkt einen Überblick über den Stand der Hirnforschung geben. Selbstverständlich muss man sein Buch dennoch kritisch lesen.
zu S2: Welche andere Möglichkeit hätten wir?
zu S3: Sagt auch niemand mehr. Es geht nur um die Frage, was wir aus der vorhandenen Außenwelt mit den Möglichkeiten, die wir haben, herausfiltern.

zu N: So einfach machen die Naturwissenschaften es sich aber schon lange nicht mehr.

Es würde mich freuen, wenn du das geschilderte Experiment einmal durchführen und deine Erfahrungen mitteilen würdest.

LG Armin

 Dieter_Rotmund (01.03.10)
"Nehmen wir z. B. ein Buch in die Hand, erzeugt unser Gehirn einen inneren Stellvertreter dieses Buchs."

Wie bitte?

Lieber majuskelverliebter Azuzwanzig, Du schmeißt uns hier Brocken hin, die interesant klingen sollen, aber es nicht sind, auf jeden Fall ist alles derart rudimentär ausgeführt, dass ich doch eher der Meinung bin, das Dein Text für eine Kolumne ungeeignet ist.

Zu Ludwigs Anmerkung: Ja, eine Teamkolumne, der sich Gutmenschentexte á la Wupperzeit verbietet und gerne Unkonventionelles á la Bergmann schreibt, wäre schön...

 AZU20 (01.03.10)
Wag dich doch einmal an das Experiment, bevor du aburteilst. Schade.

LG Azu20

 AZU20 (01.03.10)
Übrigens ist das von dir beanstandete Beispiel eigentlich in der Neurobiologie kaum umstritten. LG
Zur Zeit online:
keinVerlag.de auf Facebook keinVerlag.de auf Twitter keinVerlag.de auf Instagram