KLICKS UND CLIQUEN

Synthesen + Analysen in der Matrix


Eine Kolumne von  Bergmann

Donnerstag, 06. Februar 2014, 15:16
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György Asvany

395. Kolumne

György Asvany, der Maler - mein ältester Freund - ist gestorben (21.3.1925-2.2.2011). Gestern war ich mit Arthur auf der Trauerfeier in Mechernich-Kommern. 17 Kollegen meiner früheren Schule waren gekommen, die Verwandten, sein Sohn (der mein Schüler war). Ich bin traurig. Ich war jetzt zwar nicht so sehr überrascht vom Sterben, weil Asvany in den letzten Jahren immer wieder sehr krank und schwach war, aber es trifft mich sehr. Ich verliere einen Freund. Am 26. November war ich zum letzten Mal bei ihm in Mechernich, er zeigte mir die Bilder, an denen er arbeitete. Als er in den Ruhestand ging, sahen wir uns immer wieder. Ich besuchte ihn mehrmals im Jahr, immer machte er mir ein Smörrebrot, einen Espresso mit Rotwein und Plätzchen dazu, und wir sprachen über Kunst und Politik, meistens über die neuen Bilder - bis zuletzt malte er. „Das war ein Krimi“, sagte er immer, wenn ein Bild endlich - nach Jahren - fertig war. Und dann hat er doch wieder daran gearbeitet. Ich schätzte ihn sehr, auch wenn er sehr apodiktisch urteilte, aber das tat ich mit seinen Bildern auch. Er hörte oft auf meinen Rat. Ich hielt mehrmals Reden bei seinen Vernissagen. Er schenkte mir im Lauf der Jahre etliche Bilder, ich kaufte auch zwei von ihm, und sie hängen alle in meiner Wohnung, ich liebe die Bilder sehr. Ein besonders schönes Erlebnis hatten wir, als ich ihn bei mir in Bonn zu Besuch hatte, zusammen mit Arthur, meinem besten Freund, der sich sehr um György kümmerte, gerade in den letzten Jahren; wir saßen im Sommer 2008 auf unserem Balkon in Bonn, ich habe Fotos davon, bis in den späten Abend, und er war da sehr glücklich. Im letzten Jahr rief er oft an, steckte manchmal in tiefen Depressionen, befreite sich daraus wieder, plante eine weitere Ausstellung (in der Finanzakademie Brühl), aber ich ahnte, dass es dazu nicht mehr kommen würde. Er wird mir fehlen, in der Kunst verstanden wir uns blind. Ich halte ihn für einen wirklich guten Maler der klassischen Moderne. Ich bewunderte sein diszipliniertes Ringen um gute Bilder und habe ihn auch in seiner humorvollen Art, die er in den letzten Jahren wegen seiner Schwäche langsam einbüßte, sehr geschätzt. Er war nur 5 Jahre jünger als mein Vater, der vor zwei Jahren starb, aber wir begegneten uns immer auf gleicher Augenhöhe. In unseren Gesprächen über seine Bilder und die Kunst habe ich einiges gelernt.

Kommentare zu diesem Kolumnenbeitrag


 EkkehartMittelberg (07.03.14)
Es ist immer schmerzlich, einen Freund zu verlieren. Aber der Verlust des ältesten Freundes schmerzt besonders, stirbt doch mit ihm ein Stück gemeinsamer Jugend.
Aber er lebt ja weiter in deinem liebevollen Gedenken hier, in deinen Erinnerungen und in den Bildern, die du von ihm hast.

Deine Worte berühren auch jemanden, der deinen Freund nicht kannte. Sie sind angenehm schlicht. Du schreibst nicht immer so.
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