KLICKS UND CLIQUEN

Synthesen + Analysen in der Matrix


Eine Kolumne von  Bergmann

Freitag, 04. November 2016, 00:54
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Nachsicht

534. Kolumne

Ähnlichkeiten mit Lebenden oder Toten oder lebenden Toten sind zufällig, rein zufällig, absichtlich zufällig, zufällig absichtlich, rein absichtlich und nichts als die reine Absicht.

Nachsicht

Du gehst mir zu schnell an den Bildern vorbei, Arthur, warum nur diese Eile?
Arthur bleibt mitten im Baselitz-Saal stehen, dreht sich, indem er alle Bilder der Reihe nach abnickt, um sich selbst, und sagt zu mir wie nebenbei: Du hast keine Augen im Kopf, du kannst nicht richtig sehen, das Sehen hat ja nichts mit der Zeit zu tun. Wenn ich mir die Bilder an den Wänden ansehe, ist es, wie wenn ich mich an die Bilder erinnere.
Der nimmt mich auf den Arm, denke ich jetzt. Gilt das, frage ich, auch für die Bilder, die dir neu sind?
Weißt du, sagt er, die neuen Bilder sind doch immer die alten Bilder, sie tragen nur neue Kleider. Ich ziehe die Bilder aus, wenn ich sie ansehe.
Ach so, sage ich, du kennst die Bilder alle schon?
Ja, ich schaue nur nach, ob sie richtig gemalt sind.

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Kommentare zu diesem Kolumnenbeitrag


 EkkehartMittelberg (04.11.16)
Nach der sprachlich gekonnt vorgetragenen These Arthurs gäbe es nichts Neues mehr in der Malerei. Wenn das zuträfe, müssten wir zum Kunstideal der Antike, der imitatio, zurückkehren.

 Bergmann (04.11.16)
Ich denke, Arthur kokettiert nur oder gibt an mit seinem Kunstverstand - er kennt das Wesen aller Kunst, auch der noch nicht geschaffenen. Vielleicht sucht er auch den neuen Reiz in seiner Lebenskunst und in seiner ars amandi
Graeculus (69)
(04.11.16)
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 Dieter_Rotmund (06.11.16)
Gerne gelesen.
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